Besser nicht essen!

Nudel-Rückruf wegen Pestizid – Bundesamt warnt: „nicht sicher“

Großer Nudel-Rückruf in Deutschland: Ein beliebtes Fertiggericht ist mit einer schädlichen Substanz belastet. Es sollte nicht mehr gegessen werden.

Dortmund – Ob als schnelles Mittagessen oder als Mahlzeit für zwischendurch: Instant-Nudeln sind bei vielen Verbrauchern beliebt. Wer die Fertiggerichte regelmäßig verzehrt, sollte bei einem Produkt aber aktuell aufpassen – es ist mit einem bedenklichen Stoff belastet, weshalb ein Rückruf der Nudeln veranlasst wurde.

Bundesamt für Verbraucherschutz und LebensmittelsicherheitBundesoberbehörde
Gründung2002
HauptsitzBraunschweig, Niedersachsen

Rückruf: Instant-Nudeln enthalten gesundheitsschädlichen Pestizid-Rückstand

Wie der Importeur, die Kreyenhop & Kluge GmbH, über das Portal lebensmittelwarnung.de des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mitteilt, wurde in den vom Rückruf betroffenen Nudeln 2-Chlorethanol nachgewiesen.

Bei der Substanz handelt es sich um ein Abbauprodukt von Ethylenoxid, einem gefährlichen Pestizid, das wegen seiner erbgutverändernden und krebserregenden Wirkung in der EU seit Anfang der 80er-Jahre verboten ist. Immer wieder kommt es deshalb regelrecht zu Rückruf-Wellen. Zuletzt wurde der bedenkliche Stoff in Nahrungsergänzungsmitteln nachgewiesen, weshalb auch hier ein Rückruf in Apotheken veranlasst wurde.

Nudel-Rückruf wegen kritischer Substanz – diese Fertignudeln sind verunreinigt

Wie das Bundesamt erklärt, ist das Produkt aufgrund des nachgewiesenen Gehaltes an 2-Chlorethanol „als gesundheitsschädlich und somit als nicht sicheres Lebensmittel zu beurteilen.“ Verbraucher sollten den Rückruf daher unbedingt ernst nehmen. Folgende Nudeln sind von dem Rückruf betroffen:

  • Produkt: Instant Noodles mit Spezial Huhn Geschmack
  • Inhalt: 75 Gramm
  • Artikelnummer: #5900 
  • EAN Code: 089686170047
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 29.03.2022
Werden zurückgerufen: Instant Noodles mit Spezial Huhn Geschmack

Rückrufe wegen verbotener Substanz – Ethylenoxid wirkt erbgutverändernd und krebserregend

Ethylenoxid sorgt bereits seit über einem Jahr in Deutschland immer wieder für Rückrufe. Foodwatch sieht hier mittlerweile einen Skandal und wirft der Regierung Versagen vor.

Wer damit belastete Lebensmittel verzehrt, muss dabei nicht mit akuten Symptomen rechnen. Das verbotene Pflanzengift wirkt laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vielmehr bei langfristiger Aufnahme erbgutverändernd und krebserregend. Auch geringe Mengen haben laut den Experten bereits eine schädliche Wirkung – jegliche Rückstände seien daher „unerwünscht“.

Nudel-Rückruf: Nachgewiesener Stoff hat laut BfR eine erbgutverändernde Wirkung

Bei seinem Metabolit 2-Chlorethanol sei die Datenlage weniger eindeutig, erklärt das Bundesinstitut. So könne eine krebserzeugende Wirkung auch hier nicht ausgeschlossen werden. Außerdem gäbe es aus Tierstudien Hinweise darauf, dass die Substanz erbgutverändernd wirkt.

Bei Lebensmittelkontrollen wird 2-Chlorethanol daher ebenso wie Ethylenoxid bewertet. Vor Produkten, die damit belastet sind, muss per Rückruf gewarnt werden. Aktuell werden beispielsweise auch zahlreiche Gewürze wegen 2-Chlorethanol zurückgerufen.

Im Falle der Nudeln erklärt die Kreyenhop & Kluge GmbH: „

Untersuchungen der angegebenen Partien des o. g. Artikels ergaben geringe Mengen an 2-Chlorethanol, welches ein Reaktionsprodukt von Ethylenoxid ist. Ethylenoxid ist ein nicht zur Verwendung zugelassenes Pflanzenschutzmittel. Der Artikel wird aufgrund der aktuellen weltweiten Problematik mit Ethylenoxid mit dem aufgeführtem Mindesthaltbarkeitsdatum vom Markt zurückgerufen. 

Kreyenhop & Kluge GmbH

Wie bei Rückrufen üblich können betroffene Kunden die Nudeln in den entsprechenden Einkaufsfilialen zurückgeben. Sie sollten dann auch ohne Vorlage des Kassenbons den Einkaufspreis zurückerstattet bekommen. In welchen Supermärkten die Nudeln jedoch verkauft wurden, gibt der Großhändler für Lebensmittel nicht an.

Rubriklistenbild: © Tang Chhin Sothy/AFP, Collage: RUHR24

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