Fälschungen verhindern

Fingerabdruck und digitales Foto: Das sind die neuen Regelungen für den Personalausweis und Reisepass

Pass und Perso sollen fälschungssicherer werden. Deshalb müssen Bürger vor allem beim Foto zukünftig einiges beachten. "Biometrisch" allein reicht nicht mehr aus. Doch es gibt noch mehr, was sich ändert.

  • Ein neuer Gesetzentwurf sieht vor, dass Fotos für Reisepass und Personalausweis nur noch digital vorliegen dürfen.
  • Das Foto einfach an die Behörde zu mailen oder auf dem USB-Stick mitzubringen, ist nicht erlaubt.
  • Die Änderungen sehen auch vor, dass Kinderausweise nur noch ein Jahr gültig sein sollen.

Dortmund - Nicht lächeln, genau in die Kamera starren, Haare aus dem Gesicht - das Prozedere um an ein biometrisches Foto zu gelangen, kennt inzwischen wohl jeder. Damit das - meist wenig schmeichelhafte - Foto aber auch in Zukunft von den Behörden für Pass oder Personalausweis akzeptiert wird, muss bald eine weitere Hürde überwunden werden, berichtet RUHR24.de*. Das legt ein Gesetzentwurf fest, der am 3. Juni 2020 von der Bundesregierung beschlossen wurde.

Land:

Deutschland

Bevölkerung:

83,02 Millionen (2019)

Hauptstadt:

Berlin

Staatsoberhaupt:

Frank-Walter Steinmeier

Regierungschefin: 

Angela Merkel

Wer einen neuen Ausweis beantragen will, muss in Zukunft das Foto in digitaler Form vorlegen. Allerdings reicht es nicht, das Foto auf einem Datenträger wie beispielsweise einem USB-Stick mitzubringen. Auch einfach per E-Mail ein Foto an das Amt zu schicken, ist nicht möglich. Stattdessen haben Antragsteller laut chip.de zwei Möglichkeiten, wie das Foto zur Behörde gelangt.

Personalausweis: Fotos nur noch digital - Bürgern haben die Wahl

Die erste ist denkbar einfach, kostet den Antragsteller jedoch sechs Euro. Bei dieser Variante lässt man sich einfach direkt bei der ausstellenden Behörde vor Ort fotografieren

Die andere Möglichkeit die Bürger in Deutschland demnächst haben, führt weiterhin in ein Fotogeschäft. Das dort geschossene Fotos muss jedoch vom Fotoladen direkt per sicherer Übermittlung an die Behörde weitergeleitet werden. Für die gesicherten Übermittlung müssen sich Fotografen vorab registrieren lassen, so die Behörden.

Personalausweis und Pass: Morphing soll verhindert werden

Durch diese strengen Maßgaben soll das sogenannte "Morphing" verhindert werden. Beim "Morphing" verschmelzen Aufnahmen der Gesichter mehrerer Personen zu einem Bild. Das Foto zeigt anschließend also nicht nur eine Person, sondern die Gesichtsmerkmale zweier Personen. Beide könnten dann einen Ausweis mit einem so gefälschten Foto benutzen, um durch eine Grenzkontrolle gelangen. Die Funktion des Passes* als Dokument zur Identitätskontrolle sei damit im Kern bedroht, so das Innenministerium.

Neuer Gesetzentwurf will Passfälschungen erschweren.

Auch durch eine Änderung, was die Abgabe der Fingerabdrücke betrifft, soll die Fälschungssicherheit des Ausweises erhöht werden. So soll in Zukunft es Pflicht sein, dass zwei Fingerabdrücke vom Antragsteller genommen werden, die auf der Ausweiskarte gespeichert werden. Durch die neuen Maßgaben soll eine Verordnung umgesetzt werden, die um August 2021 in Kraft tritt (mehr Artikel im Service-Ressort bei RUHR24*).

Ausweis für Kinder nur noch ein Jahr gültig

Änderungen, die der neue Gesetzentwurf vorsieht, betreffen außerdem die Gültigkeit von Kinderausweisen. Anstatt bisher sechs soll der Kinderausweis nur noch ein Jahr gültig sein. Der Kinderausweis soll dennoch weiterhin sofort ausgehändigt werden. Eltern können für ihre Kinder aber auch einen biometriefähigen Reisepass beantragen. Der soll weiterhin sechs Jahre gültig sein.

Eine Änderung betrifft zudem Strafgefangene, die sich nun rechtzeitig um einen neuen Ausweis kümmern müssen. Bisher sind sie von der Pflicht befreit, einen Personalausweis zu besitzen. Ehemalige Häftlinge besitzen dadurch auch nach ihrer Entlassung oft keinen gültigen Ausweis*. In Zukunft müssen Strafgefangene aber schon ab dem dritten Monat vor Haftentlassung wieder einen gültigen Ausweis besitzen. Denn ohne Ausweis sei die Rückkehr in das tägliche Leben nach Auffassung der Gesetzgeber in Freiheit schnell problematisch.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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