Demnächst Pflicht

Personalausweis: Ab Januar 2021 greifen in Deutschland mehrere Änderungen

Beim neuen Personalausweis gibt es 2021 mehrere Änderungen. Wir verraten, was im kommenden Jahr alles neu ist.

Nordrhein-Westfalen/Berlin – Bislang war die Speicherung des Fingerabdrucks für den Personalausweis freiwillig. Doch seit Donnerstag (5. November) ist damit nun Schluss. Die Bundesregierung hat eine Reform des Passwesens verabschiedet, die eine Änderungen für die Bürger vorsieht.

Amtliche Urkunde:Personalausweis
Zweck:Feststellung der Identität, verpflichtend ab dem 16. Lebensjahr
Informationen:U.a. Name, Nachweis der Wohnadresse, Staatsangehörigkeit, Geburtsdaten

Personalausweis: Fingerabdruck-Pflicht für den Perso kommt

Einige sehen es als Akt der Überwachung und der Freiheitseinschränkung, andere sehen es als Akt der Sicherheit. Wie auch immer, seit Donnerstag ist der im Juni dieses Jahres diskutierte Gesetzesentwurf es beschlossene Sache: Der Fingerabdruck im Personalausweis wird ab kommenden August Pflicht.

Diese Änderung im Passgesetz „zur Stärkung der Sicherheit im Pass-, Ausweis- und ausländerrechtlichen Dokumentenwesen“ hat die deutsche Bundesregierung in einer 14-stündigen Sitzung beschlossen. So muss der neue Perso künftig zwei digital gespeicherte Fingerabdrücke enthalten. Doch das sind längst nicht alle Neuerungen.

Personalausweis: Vorgaben für Fingerabdruck und Passbilder ändern sich

Auch das Foto muss schon bald gewisse Vorgaben erfüllen. Ein Bild aus dem Fotoautomaten oder vom Fotografen ist dann nicht mehr so einfach zu gebrauchen. „Das Passbild muss in Zukunft ausschließlich digital erstellt und durch eine sichere Übermittlung an die Passbehörde gesendet werden“, heißt es in dem neuen Gesetzesentwurf.

Um ein „höchstmögliches Sicherheitsniveau“ zu erreichen, hatte die Regierung ursprünglich in Betracht gezogen, dass das neue Passbild nur direkt vor Ort in dem jeweiligen Bürgeramt gemacht werden darf. Um die wirtschaftlichen Folgen für den Fotofachhandel jedoch abzumildern, hatte man sich letztendlich doch dagegen entschieden.

Ab 2021 muss der Personalausweis in Deutschland verpflichtend zwei Fingerabdrücke enthalten.

Wie genau dann die sichere Übermittlung aussehen soll, ist noch nicht bekannt. Doch das hat auch noch Zeit, denn diese Änderung des Personalausweisgesetzes tritt erst im Mai 2025 in Kraft. Die Pflicht zu biometrischen Fotos bleibt weiterhin bestehen. Damit will man das sogenannte Morphing verhindern, also wenn mehrere Bilder miteinander zu einem neuen Foto verschmolzen werden. Diese Methode kommt unter anderem bei Passfälschungen zum Einsatz.

Änderungen für Personalausweis und Reisepass sieht nichtbinäre Geschlechter vor

Während die Fingerabdrucks-Pflicht und die Neuerungen für das Passbild sicherlich in einigen Punkten kritikwürdig sind, dürfte die nächste Änderung einige freuen. Denn der neue Gesetzesentwurf berücksichtigt Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen.

Künftig kann man also statt „M“ für Mann oder „F“ für Frau, ein „X“ eintragen lassen. Das soll nichtbinäre Geschlechter einschließen. Im Gegensatz zu den Foto-Änderungen soll diese Neuerung schon so schnell wie möglich in Kraft treten – wenn möglich noch in diesem Jahr. Mit dieser Entscheidung gleicht Deutschland seine Gesetzmäßigkeiten den Standard-Bestimmungen des EU-Rechts an (mehr Service-News auf RUHR24.de)

„Um mögliche Formen der Diskriminierung beim Grenzübertritt zu unterbinden, soll eine Person, die eine Änderung nach Paragraf 45b des Personenstandsgesetzes (PStG) vorgenommen hat, entscheiden können, ob im Pass beziehungsweise im ausländerrechtlichen Dokument die bisherige oder nunmehr gültige Angabe eingetragen werden soll“, heißt es als Begründung vonseiten der Regierung.

Änderungen beim Ausweis: Gültigkeit des Kinderreisepasses extrem verkürzt

Die letzte Neuerung dürfte vor allem Eltern interessieren, die gerne mit ihrem Nachwuchs auf Achse gehen. Denn die Regierung hatte in der Sitzung beschlossen, dass Kinderreisepässe nun nicht mehr sechs Jahre gültig sein sollen, sondern nur noch ein Jahr.

Allerdings bestehe die Möglichkeit, die Geltungsdauer um jeweils ein Jahr zu verlängern. Wessen Kind aber bereits über einen biometriegtauglichen Pass verfügt, darf sich freuen – hier bleibt die 6-jährige Gültigkeit bestehen.

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