Niedrigpreisgarantie erklärt

Pennys „Nirgendwo günstiger“-Aktion sorgt für Kunden-Verwirrung

Pennys Niedrigpreisgarantie sorgt für große Verwirrungen unter den Kunden. Denn so einfach wie der Supermarkt die Aktion bewirbt, scheint sie nicht zu sein.

München – Ein Einkauf im Supermarkt kann momentan besonders wehtun. Die Preise explodieren und ein Ende ist nicht in Sicht. Discounter wie Lidl, Aldi, Penny und Co. konkurrieren um die Kunden und versuchen diese mit billigen Angeboten anzulocken. So wie Penny, der mit einer „Nirgendwo-günstiger-Garantie“ wirbt.

Lebensmittel-DiscounterPenny
DachorganisationRewe Group
SloganU.a. Wer günstig will, muss Penny

Penny: „Nirgendwo günstiger“– Garantie einfach erklärt

Die Aktion bei Penny erscheint auf den zweiten Blick komplizierter als gedacht. Portale wie die Lebensmittel Zeitung berichten, dass Pennys Preisgarantie für Verwirrung sorgt, berichtet Merkur.de. Der Supermarkt gab an, dass sich Kunden die Differenz auszahlen lassen können, sollte ein anderer Händler das gekaufte Produkt billiger anbieten.

Penny erklärt jedoch auf ihrer Homepage, dass Discounter-Kunden auf das billigere Angebot schon im Vorfeld aufmerksam machen müssen. Erst dann bezahlen die Kunden den günstigeren Preis eines stationären Händlers.

Außerdem wird kritisiert, dass der Supermarkt seine Kunden für die Marktforschung ausnutze. Penny bekommt durch die Aktion einen Einblick in die Preissetzung der Konkurrenz. Im Kleingedruckten hat Penny für seine Niedrigpreisgarantie noch weiterer Hürden aufgebaut. Auf diese fünf Punkte sollten Kunden achten:

„Nirgendwo günstiger: Details von Penny-Aktion im Überblick

  • Kunden müssen nachwiesen, dass Produkte, die mit der „Nirgendwo-günstiger-Garantie“ gekennzeichnet sind, in derselben Aktionswoche bei einem anderen Händler billiger sind.

„Nirgendwo günstiger“-Aktion von Penny sorgt für Verwirrung: Identisches Produkt ist Pflicht

  • Das Produkt, das Kunden in einem anderen Supermarkt günstiger finden, muss mit dem angebotenen Produkt vom Penny identisch sein.
  • Das bedeutet: selber Inhalt, selbes Gebinde, selbe Menge etc.
Penny hat eine „Nirgendwo günstiger“-Aktion gestartet. Kunden sind verwirrt.

Penny-Angebot: Billigere Supermarkt-Alternative muss für die Allgemeinheit verfügbar sein

  • Wenn Kunden ein billigeres Angebot für das Penny-Produkt mit Preisgarantie finden, dann muss es für die Mehrheit der Verbraucher zugänglich sein. Etwa in anderen Supermärkten oder Discountern in Deutschland.
  • Ausgenommen sind somit individuelle Rabatte wie durch Coupons oder auch Angebote aus dem Internet.

Das billigere Angebot muss vor dem Kauf des „Nirgendwo-günstiger“-Produkts gezeigt werden

  • Kunden müssen also vor dem Kauf beweisen, dass das Produkt woanders günstiger angeboten wird.
  • Ansonsten zahlt man den Angebotspreis von Penny und nicht den niedrigeren Preis eines anderen Anbieters.
  • Nachträglich kann keine Auszahlung getätigt werden.

Penny mit „Nirgendwo-günstiger“-Aktion: Discounter darf das Vergleichsangebot behalten

  • Hierbei fungieren die Kunden als Marktforscher, denn Informationen über billigere Angebote dürfen die Penny-Filialen für ihre Preis-Statistiken behalten.

Verbraucher sollten auch darauf achten, dass sie nicht Opfer der „Shrinkflation“ werden. Darum handelt es sich, wenn der Inhalt von Produkten bei gleichem Preis weniger wird.

Rubriklistenbild: © Snapshot/Imago

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