Punkte im Wert von 100 Euro futsch

Payback-Schock: Punktediebstahl im ganz großen Stil - Kunden sind entsetzt

Punkte-Sammler aufgepasst: Aktuell treiben Punkte-Diebe ihr Unwesen. Payback weist jegliche Schuld von sich.
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Punkte-Sammler aufgepasst: Aktuell treiben Punkte-Diebe ihr Unwesen. Payback weist jegliche Schuld von sich.

Punkte-Frust bei Payback-Kunden: Aus heiterem Himmel sind alle hart ersparten Punkte weg. Laut der Verbraucherzentrale gibt es nur eine Möglichkeit.

  • Bei dem Payback-Bonusprogramm tauschen Kunden eigentlich persönliche Daten gegen Rabatte.
  • Aktuell tauschen Kunden allerdings Daten gegen gar nichts – denn derzeit sind Punkte-Diebe unterwegs.
  • Payback allerdings weist jegliche Schuld von sich. Kunden können laut Verbraucherzentrale nur eins tun.

Dortmund - Eigentlich lautet das Prinzip bei Payback: Ich gebe dir meine Daten, dafür bekomme ich von dir Rabatte. Allerdings geben Kunden aktuell ihre Daten preis, damit sich Punkte-Diebe über die Rabatte freuen können. Payback weist jegliche Schuld von sich.

BonusprogrammPayback
Gründung2000
SitzMünchen, Deutschland

Payback-Diebe treiben ihr Unwesen: Punkte im dreistelligen Euro-Wert futsch

Auf der Website von Payback heißt es: "Eine Karte, die sich lohnt". Darüber können viele Kunden derzeit wahrscheinlich nur lachen, wenn ihnen denn noch zum Lachen zu mute ist. Denn aktuell treiben scheinbar Punkte-Diebe ihr Unwesen.

Das bestätigt auch die Verbraucherzentrale NRW, sie wird aktuell von Beschwerden überschwemmt. Darin ist die Rede von "Abzocke", "Betrug" und eben "Punkteklau". Viele Kunden wundern sich derzeit nämlich über ihr leergefegtes Payback-Punktekonto. Punkte im Wert von 50 oder sogar 100 Euro sind einfach futsch. Eingelöst, allerdings nicht von den Kunden.

Payback warnt vor Datendieben und Phishing-Mails: Punkte gibt es nicht zurück

Wie die Verbraucherzentrale berichtet, wurden die Punkte meistens in Supermärkten oder in Drogerien von Unbekannten eingelöst. Und dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall, das zeigt auch die Facebook-Gruppe "Payback Geschädigte" – allein hier tauschen sich über 700 Teilnehmer über verschwundene Punkte und schlechten Kundenservice aus.

Payback hat derweil schnell einen Schuldigen ausgemacht: die Kunden. Auf eine Anfrage der Verbraucherzentrale NRW räumt das größte Bonusprogramm Deutschlands keine Sicherheitslücken ein. Scheinbar würden Datendiebe, die von schwachen Passwörtern der Kunden profitieren, ihr Unwesen treiben. Daher werden gestohlene Punkte auch nicht zurückerstattet (mehr Service-Nachrichten bei RUHR24.de).

Eine andere Möglichkeit sieht Payback in sogenannten Phishing-Mails. Die werden verschickt, um den Verbrauchern ihre Passwörter zu entlocken. Da das Problem bekannt ist, hat Payback Kampagnen gestartet, um Kunden auf das Risiko der Internet-Kriminalität aufmerksam zu machen. 

Payback lockt Kunden immer wieder mit Punkte-Aktionen – das bringt nur leider nichts, wenn die Punkte geklaut werden.

Payback: Kunden sind verärgert über Vorwurf des Unternehmens

Offenbar scheinen die Payback-Kampagnen aber nicht zu fruchten. Gegenüber der Verbraucherzentrale NRW räumt das Unternehmen ein, dass die Beschwerderate weiterhin steigt. Das hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass die Kunden den Fehler nicht bei sich sehen, viele beteuern, ein sicheres Passwort gewählt zu haben und auch die Payback-Karte nie verloren zu haben. 

Nicht nur die Beschwerderate bei Payback selbst steigt, auch bei Portalen wie Trustpilot. Das laut eigenen Aussagen stärkste unabhängige Bewertungsportal hat inzwischen fast 800 Bewertungen zu Payback gesammelt. Niederschmetterndes Ergebnis: nur ein Stern und viele Beschwerden. "Eine Unverschämtheit wie mit Kunden umgegangen wird", schreibt ein Nutzer. 

Immer wieder gibt es Beschwerdewellen von unzufriedenen Kunden – auch über die teilnehmenden Unternehmen. Kürzlich wurde eine Lawine der Empörung losgelöst, als dm kurzerhand die Payback-Punkte halbiert hat.

Video: Payback im Schnäppchentest

Wer letztendlich für den Punkteklau verantwortlich gemacht werden kann, lässt sich abschließend nicht sagen. Und auch einen sicheren Schutz vor dem Punktverlust gibt es nicht, wenn man den betroffenen Punkte-Opfern glaubt. Letzter Ausweg wäre, den Dieben zuvorzukommen und die Punkte einzulösen, bevor es jemand anderes tun kann. 

Doch auch hier warnt die Verbraucherzentrale: Stichproben haben ergeben, dass viele Payback-Prämien bei anderen Händlern günstiger zu kaufen waren – oft sogar "drastisch günstiger". Daher rät die Verbraucherzentrale dazu, statt einer Prämie die Auszahlung in Euro und Cent oder einen Gutschein zu wählen.

Kunden die bereits Opfer der Punkte-Diebe geworden sind, sollten unbedingt ihre Zugangsdaten bei Payback ändern, um einen weiteren Missbrauch zu verhindern. Außerdem können Opfer Strafanzeige bei der örtlichen Polizei erstatten.