Marken vor Gericht

Spezi-Streit: Beliebter Sorte droht Namensänderung

Cola und Orangenlimonade gemischt ergibt umgangssprachlich Spezi. Doch der Name ist offenbar geschützt und entfacht aktuell einen Streit.

Dortmund – Cola mit Orangenlimo gemischt ergibt Spezi – lecker. Viele Unternehmen und Gaststätten vertreiben mittlerweile das süße und erfrischende Mixgetränk, teilweise auch unter anderen Namen. Trotzdem hält sich umgangssprachlich die Bezeichnung „Spezi“ hartnäckig. Und das schmeckt nicht allen.

SoftdrinkSpezi
Besitzer / VerwenderBrauhaus Riegele
Einführungsjahr1972

Nicht alle Softdrinks dürfen Spezi heißen: Hersteller streiten sich um Namen

Was die meisten Verbraucher wahrscheinlich nicht wissen: Nicht jedes Mischgetränk aus Cola und einer Orangenlimonade darf automatisch Spezi heißen, weder im Supermarkt noch auf der Karte einer Kneipe.

Das Brauhaus Riegele aus Augsburg hat die Markenrechte an dem Namen „Spezi“ schon seit den 50er Jahren und hat selbst einen „Spezi Markengetränke Verband“ gegründet. Dieser kann Lizenzen an Brauereien vergeben.

Doch auch mindestens ein weiterer Hersteller wird mit dem Begriff Spezi in Verbindung gebracht – die Brauerei Paulaner. Doch das könnte sich noch ändern. Die beiden Brauereien streiten sich seit Dienstag (28. Juni) offiziell vor Gericht um die Namensrechte.

Spezi darf nicht mehr Spezi heißen: Streit um Softdrinks 10 Millionen Euro wert

Das Problem: Riegele und Paulaner hatten schon einmal einen Deal um den Namen der süßen Limo. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, beruft Paulaner sich in dem Rechtsstreit auf eine Abmachung, die die beiden Brauereien im Jahr 1974 getroffen haben. Damals habe man sich darauf geeinigt, dass die Paulaner Spezi auch genauso heißen darf.

Das sei nun aber längst verjährt, meint die Brauerei Riegele. Denn die Vereinbarung wurde mit der Paulaner Salvator Thomasbräu AG geschlossen – juristisch gesehen ist die jetzige Paulaner Brauerei allerdings nicht der direkte Nachfolger dieser AG.

Die Forderung: Paulaner darf den Namen Spezi nur dann weiterhin benutzen, wenn ein neuer Lizenzvertrag abgeschlossen wird. Der Streitwert soll bei rund 10 Millionen Euro liegen.

Spezi als Marke und als Getränk: Kunden schätzen den Begriff ein

„Wir haben mit großem Aufwand bundesweit Spezi bekannt gemacht, den Begriff auch geschützt. Davon hat auch Paulaner profitiert“, heißt es von Riegele. Die Brauerei wünsche sich einen fairen Ausgleich.

Darf Paulaner Spezi bald nicht mehr so heißen?

Allerdings meint Paulaner, dass keine Verwechslungsgefahr zwischen den zwei Limos bestehen würde. Die Brauerei gab außerdem eine Umfrage in Auftrag, nach der rund 80 Prozent der Befragten den Begriff „Spezi“ nicht als Marke, sondern als Getränkesorte wahrnehmen würden – etwa vergleichbar mit dem Begriff „Cola“.

Spezi gegen Spezi vor Gericht – Urteil wohl erst im August

Das Gericht soll Paulaner laut der Deutschen Presse-Agentur insofern recht gegeben haben, als dass der Vertrag von 1974 offenbar doch rechtmäßig übernommen wurde. Lizenzzahlungen seien darin übrigens nicht vorgesehen, sondern nur eine einmalige Abstandszahlung. Laut Gericht handelt es sich dabei quasi um eine Co-Existenz-Vereinbarung.

Allerdings regte die Richterin auch einen Vergleich zwischen den beiden Parteien an. Sollen Paulaner und Riegele sich nicht außergerichtlich einigen können, soll ein Urteil frühestens im August folgen.

Rubriklistenbild: © Sabrina Wagner/RUHR24

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