Kosten sind gestiegen

Pakete verschicken teuer wie nie: Nach DHL erhöht zweiter Paketdienst die Preise

Die explodierenden Kosten in diversen Wirtschaftssektoren gehen auch an den Paketdiensten nicht spurlos vorbei. Nach DHL und Hermes zieht DPD nun nach.

NRW – Trotz einer vorübergehenden Entspannung der Spritpreise nehmen zahlreiche Paketdienste, wie DHL und Hermes, flächendeckende Preiserhöhungen vor. Während diese ihre Aufschläge für einige Sendungsarten in Zeiten der Inflation bereits durchgesetzt haben, zieht mit DPD nun ein nächster Big-Player in der Branche nach. Kunden müssen wohl tiefer in die Tasche greifen.

DPDgroupUnternehmensgruppe internationaler Kurier-Express-Paket-Dienstleister
HauptsitzIssy-les-Moulineaux, Frankreich
Umsatz11 Milliarden EUR (2020)

Preisanstiege beim Paketdienst: Deutsche Post DHL und Hermes haben Preise bereits angezogen

Einige der aktuell im Internet kursierenden Preisübersichten, beispielsweise bei Paketda, sind wegen der rasanten Preisanstiege bei den großen Paketdienstleister alles andere als aktuell. Dabei hatte der Marktführer jüngst den Anfang gemacht.

Die Deutsche Post DHL hatte bereits am 1. Juli die Preise für den nationalen Paketversand erhöht. Das Unternehmen erklärte, dass „gestiegene Transport-, Zustell- und Lohnkosten sowie allgemeine Kostensteigerungen (…) Preiserhöhungen im nationalen und grenzüberschreitenden Paketversand unumgänglich“ machten, berichtet die HNA.

Preisanstiege beim Paketdienst: DHL verweist auf höhere Kosten im Transportwesen

Zudem sei es bei nationalen Paketsendungen nicht mehr günstiger, Päckchen und Pakete online zu kaufen. Der Preisunterschied zu den in den DHL-Filialen gekauften Marken wurde aufgehoben. So wolle das Unternehmen laut der HNA Komplexität reduzieren und „seine Preise für die Kunden übersichtlicher“ gestalten.

Bei der Deutschen Post DHL kostet der nationale Versand eines Päckchens der Größe S mittlerweile 3,99 Euro und nicht mehr 3,79 Euro. Wer ein Päckchen der Größe M verschicken will, zahlt laut der Berliner Morgenpost nun 4,79 Euro anstatt wie zuvor 4,50 Euro. Lediglich der Preis für das „am häufigsten von Privatkunden genutzte Paket 5 kg“ wurde laut der DHL-Homepage überraschenderweise von 7,49 Euro auf 6,99 Euro gesenkt.

Preisanstiege beim Paketdienst: DPD macht es DHL und Hermes nach

Zumindest bei online gekauften Päckchen in das nichteuropäische Ausland bleibt der Preisunterschied zugunsten der Online-Variante hingegen bestehen. Hier ist es immer noch günstiger, die Paketmarke am PC zu erstellen, sie online zu bezahlen und auszudrucken als in die Filiale zu gehen.

Doch innerhalb der EU sind die Preise, wie auch im nationalen Paketversand, höher. Dies liege laut der Berliner Morgenpost am Anstieg der Flugraten und an den höheren Preisen der Zustellpartner im Ausland.

Pakte mit Hermes versenden wird teurer – Online-Vorteil fällt auch bald

Ein ähnliches Bild offenbart sich beim Konkurrenten Hermes, der ebenfalls einige Sendungskategorien verteuert hat und weitere Preisanstiege plant. Hier ist beispielsweise der Versand online frankierter Päckchen über myhermes.de oder die Hermes App bald schon genauso teuer wie der Besuch einer Filiale, wo Kunden erst die Marke beschriften.

Ab dem 1. August 2022 werden Privatkunden nicht mehr billiger davon kommen, wenn sie ihre Päckchen online beschriften. Schließlich koste ein online frankiertes Paket, das man im Paketshop abgibt und welches anschließend zum Empfänger geliefert wird, laut Hermes nun 4,50 Euro und damit 20 Cent mehr als zuvor.

Auch der Kurier-Express-Paket-Dienstleister DPD erhöht nun seine Preise.

Preisanstiege beim Paketdienst: „Signifikante Kostensteigerungen“ bei DPD

Die Zeiten sind also sowohl für Verbraucher als auch für Paketdienste nicht leicht. Die punktuelle Erhöhung der Preise für den Versand begründet DPD nun mit den „signifikanten Kostensteigerungen“, so eine Unternehmens-Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

Wie hoch die Preise allerdings konkret steigen und wann genau sie greifen sollen, erklärte das Unternehmen bisher nicht. DPD lässt seine Kunden darüber erst einmal im Unklaren. Auf eine Anfrage der Berliner Morgenpost erklärte eine von DPD beauftragte PR-Agentur, „dass die aktuelle Lage Unternehmen und Privatpersonen weltweit und so auch DPD betreffe“.

Wegen der spürbaren Kostenerhöhungen müsse man deshalb die Preise erhöhen. Die Berliner Morgenpost gibt die erhöhten Kraftstoff-Preise für Transporter und Lastwagen einerseits sowie die, trotz bestehender geschlechterspezifischer Unterschiede, gestiegenen Löhne für die Beschäftigten andererseits als mögliche Gründe für die Weitergabe der Kosten an die Kunden an.

Rubriklistenbild: © Rust/Imago

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