Fake-Nachrichten von DHL

Paket-Betrug via SMS: Neue Masche hat extrem üble Folgen

WhatsApp Messenger
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Über WhatsApp und SMS verbreiten sich immer wieder gefährliche Nachrichten.

Die Paket-Abzocke per SMS geht weiter. Die Folgen sind für die Geschädigten fatal – auch weil die Betrüger ihre Strategie ändern.

NRW - Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie genießen es vermutlich viele Personen, sich ihre Produkte online zu bestellen und liefern lassen zu können. Doch seit einiger Zeit machen dreiste Betrüger sich genau das zu Nutzen.

OrganisationVerbraucherzentrale
Rechtsformeingetragener Verein
Gründung2000
HauptstandortDüsseldorf
VorsitzKlaus Müller

Warnung vor Paket-SMS: Schlimme Folgen für Mann aus NRW

„Ihr Paket wurde gerade verschickt“, „Die von Ihnen gekaufte Ware wurde versendet. Bitte überprüfen Sie die Details“ oder „Ihre Sendung geht soeben in Zustellung, verfolgen Sie Ihre Sendung unter“, sind nur einige Beispiele von den Fake-SMS zu Paketlieferungen, vor denen Polizei und die Verbraucherzentrale NRW aktuell warnen.

Auf solche Nachrichten, die vermeintlich von Paketdiensten wie DHL oder UPS stammen, folgt anschließend ein Link, auf den die Adressaten klicken sollen. Aber Achtung: Dies dürfen Betroffene auf keinen Fall tun. Andernfalls drohen auch für das Umfeld üble Konsequenzen.

SMS-Betrug von vermeintlichen Paketdiensten: Mann aus NRW fällt fieser Masche zum Opfer

Die Polizei des Märkischen Kreises schildert unter anderem einen solchen Fall. So habe ein Mann aus Kierspe den Anweisungen in der vermeintlichen Paket-SMS Folge geleistet und direkt die Auswirkungen zu spüren bekommen.

Das Smartphone des 37-Jährigen aus NRW verschickte ohne sein Wissen 1700 SMS und veranlasste 77 Anrufe, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizeibeamten. So verbreitet sich die Schadsoftware rasant weiter. Nach dem Klick auf den Link sei der Herr auf einer Fake-Website der Betrüger gelandet.

Fake-SMS zu Paketen: Warum die Masche der Betrüger jetzt besonders gefährlich ist

Besonders gefährlich: Die Fake-SMS zu Paketen übernehmen automatisch die Namen der im Smartphone gespeicherten Kontakte. So erhalten diese Kontakte nach dem Klick auf den Link ebenfalls eine Nachricht, allerdings mit persönlicher Ansprache wie „Hallo Paulas Mutter“, oder „Hallo Stefan D2“.

Dadurch sollen die SMS noch vertrauenswürdiger wirken, wie auch ein Sprecher der Telekom gegenüber GMX bestätigt. Weiterer Nachteil: Durch den Zugriff auf das Telefonbuch des Smartphones verbreitet sich der Virus wie ein immer größer werdender Schneeball.

Betrug per SMS: Polizei warnt vor Smishing

Während die digitale Abzocke, auch bekannt als Pishing, noch vor einiger Zeit vor allem per E-Mail ihre Opfer fand, setzen die Betrüger inzwischen vermehrt auf SMS. Polizei und die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime in NRW haben dafür inzwischen auch einen Begriff: Smishing nennt sich die Betrugsmasche per SMS.

Auch auf der Webseite der Bundesregierung findet man eine Erklärung: Bei Smishing handele es sich um eine Wortschöpfung aus den Begriffen SMS (Kurznachrichten) und Phishing (Diebstahl von Zugangsdaten über gefälschte Nachrichten oder E-Mails). 

Fake-SMS im Umlauf: Betrüger ändern ihre Strategie

Die Täter haben dabei ihre Strategie geändert und sich an das Nutzerverhalten angepasst - Kurznachrichten statt E-Mail. Außerdem würden sich Cyberkriminelle oft Ausnahmesituationen zunutze machen, erklärt Staatsanwalt Christoph Hebbecker. In dem aktuellen Fall sei das eindeutig die Corona-Pandemie und der Zuwachs an Online-Bestellungen.  „Das ist eine außergewöhnlich große Häufung von Vorfällen, wir sprechen von einer Welle“, berichtet der Anwalt besorgt gegenüber GMX.

Doch auch wer nichts im Internet bestellt hat und damit dem SMS-Betrug vermutlich schneller auf die Schliche kommt, ist vor der Masche nicht geschützt. Denn die Betrüger ändern auch dahingehend ihre Strategie und lassen sich immer wieder neue Nachrichten einfallen. „Vielen Dank! Ihr Termin ist bestätigt“ ist dabei nur ein Beispiel. Im Internet berichten auch einige User bereits von SMS, die sie von vermeintlichen Lieferdiensten wie beispielsweise Lieferando bekommen würden.

Paket-SMS mit Virus: Wie sich Smartphone-Besitzer vor der Schadsoftware schützen können

Daher ist es umso wichtiger, dass Handy- und Smartphone-Besitzer schon vor dem Erhalt einer solchen SMS bestimmte Vorkehrungen treffen. So empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, in den Einstellungen von Messenger-Apps des Gerätes festzulegen, dass Nachrichten nur von den gespeicherten Kontakten empfangen werden und dementsprechend nicht von fremden Nummern. Denn auch über Anwendungen wie WhatsApp verbreiten sich immer wieder gefährliche Nachrichten.

Bei dem Öffnen von SMS ist aktuell große Vorsicht geboten.

Dabei ist es wichtig, auch vertrauenswürdige Service-Nummern wie etwa von der Bank ebenfalls als Kontakt einzuspeichern. Außerdem sollte die eigene Handynummer nur dort angegeben werden, wo es wirklich notwendig ist. Links aus den SMS eines unbekannten Absenders sollten grundsätzlich nicht angeklickt und geöffnet werden (weitere Digitale News bei RUHR24).

Auch Antworten auf dubiose Nachrichten sollten Handynutzer in jedem Fall vermeiden. Das zeige laut der Verbraucherzentrale NRW lediglich, dass die eigene Nummer aktiv genutzt wird. Stattdessen sollten diese Nachrichten fotografiert und danach direkt gelöscht werden. Die fremde Nummer zu blockieren, hilft nur bedingt, da die Betrüger diese oftmals wechseln.

Paket-SMS mit Virus: Was bei versehentlichem Link-Klick zu tun ist

Wer bereits auf den Link aus einer Fake-SMS geklickt hat, sollte sein Smartphone direkt in den Flugmodus schalten. So können die Kriminellen das Gerät nicht nutzen, um Schadsoftware über das Internet weiterzuleiten.

Über SMS verbreitet sich aktuell eine gefährliche Schadsoftware.

Die schädliche App sollte außerdem deinstalliert werden, indem das Smartphone im abgesicherten Modus neu gestartet wird. So ist es möglich, nach kürzlich installierten Programmen zu suchen. Um mehr Sicherheit zu haben, sollte das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Zudem ist es wichtig, Beweise durch Screenshots (Bildschirmfotos) zu sammeln und diese an die Polizei zu übergeben. Dort können Geschädigte auch Anzeige erstatten.

Sind durch den digitalen Virus finanzielle Schäden durch das unfreiwillige Versenden der SMS entstanden, kann der Mobilfunkanbieter einen Kostennachweis über die verschickten Nachrichten erstellen. Gibt es darüber hinaus finanzielle Einbußen, hilft ein Blick in die Versicherungen. Nützlich sind beispielsweise die Hausratsversicherung oder auch sogenannte Cyberversicherungen.

Video: Achtung vor Paket-SMS: Polizeistellen in Deutschland warnen Nutzer

Durch die rasende Verbreitung der Schadsoftware warnen mittlerweile Polizeistellen quer durch Deutschland vor den betrügerischen Paket.-SMS. Daher ist besondere Wachsamkeit bei der Verwendung des Smartphones geboten.