Viele Eier stammen aus Käfighaltung

Bunte Ostereier aus dem Supermarkt: Herkunft nicht erkennbar - darauf sollten Verbraucher achten

Die bunten Ostereier aus dem Supermarkt gehören genauso zu Ostern wie der Schokohase. Allerdings können Verbraucher nicht erkennen, woher die Eier stammen.

  • Coronavirus-Krise hin oder her - darauf werden wohl die wenigsten zu Ostern verzichten: Ostereier.
  • Die Eier kann man selber färben oder auch schon fertig gefärbt im Supermarkt kaufen.
  • Das allerdings ist nicht empfehlenswert - zumindest wenn man ein Herz für Tiere hat.

Dortmund - Zwar ist in diesem Jahr so ziemlich alles anders als sonst, da aufgrund des Coronavirus viele Maßnahmen auch an Ostern* greifen, aber eine Tradition wird wohl immer bleiben: buntgefärbte Eier. Die kann man entweder selber bunt anmalen und gestalten oder einfach schon fertig gefärbt im Supermarkt kaufen. Das ist allerdings nicht die beste Idee, berichtet RUHR24.de*.

Ostern: Bunte Ostereier stammen oft aus Käfighaltung

Nicht nur für Kinder ist es ein großer Spaß die langweiligen weißen und braunen Eier in ovale Kunstwerke zu verwandeln. Wer allerdings keine Zeit hat, Eier selbst zu bemalen, greift schnell mal im Supermarkt zu.

Die Eier sind bereits gekocht und sogar schon bemalt - in doppelter Hinsicht Zeit gespart, super! Allerdings sollten Verbraucher auf diesen Osterspaß besser verzichten, zumindest, wenn sie auf Eier aus Käfighaltung verzichten wollen. 

Ein Großteil der gefärbten Ostereier, die es im Supermarkt gibt, stammen aus Käfighaltung.

Ostereier müssen nicht gekennzeichnet werden - es ist nicht ersichtlich, woher die Eier stammen

Denn anders als bei ungekochten Eiern unterliegen die bunten Ostereier nicht der strengen Kennzeichnungspflicht, die in der EU Hinweise auf Herkunft, Haltung und Frische gibt. Produzenten und Händler müssen die Eier nicht kennzeichnen. So ist für den Verbraucher nicht ersichtlich, woher die Eier eigentlich stammen und wie die Tiere gehalten wurden.

Denn obwohl Eier aus Käfighaltung kaum noch in den Supermärkten zu finden sind, da die meisten Deutschen die nicht artgerechte Hühnerhaltung ablehnen, werden zu Ostern massenhaft Käfigeier verkauft. Wie Öko-Test berichtet, stammt ein Großteil der bunten Ostereier, die es zum Osterfest in den Supermärkten und Discountern gibt, aus Käfighaltung.

Kennzeichnungspflicht bei losen Ostereiern Fehlanzeige

Bei Ostereiern im Karton oder in der Plastikschale müssen lediglich Mindesthaltbarkeitsdatum (MDH), Stückzahl, verwendete Farbstoffe und Name sowie Anschrift des Anbieters angegeben sein. Noch undurchsichtiger sieht es bei bunten Eiern aus, die lose im Einzelhandel oder auf dem Wochenmarkt angeboten werden.

Bei losen Eiern reicht ein aufgestelltes Schild aus, auf dem das Mindesthaltbarkeitsdatum und der Hinweis "mit Farbstoff" angegeben ist. Wird das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht angegeben, ist dringend vom Kauf abzuraten.

Öko-Test rät zum "KAT"-Logo und zu Eiern aus dem Bruderhahn-Projekt

Wem Transparenz und Tierwohl wichtig sind, kann sich laut Öko-Test auf das "KAT"-Logo verlassen. Das Siegel des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen garantiert dem Verbraucher, dass die Eier nicht aus Käfighaltung stammen.

Generell sollte darauf geachtet werden, dass Eier nur in Bio-Qualität gekauft werden. Wer noch einen Schritt weitergehen will und sich gegen das Schreddern von Küken einsetzen möchte, sollte Eier aus Bruderhahn -Projekten kaufen und zu Hause selber bemalen.

Männliche Küken werden getötet, weil sie nicht wirtschaftlich sind

Denn Jahr für Jahr werden rund 50 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet - sie werden geschreddert* oder vergast. Männliche Küken können keine Eier legen und setzen weniger Fleisch an als ihre weiblichen Artgenossen, daher sind sie wirtschaftlich wertlos.

Auch bei der Produktion von Bio-Eiern werden männliche Küken getötet, somit sind auch Bio-Eier nicht immer die beste Wahl. Betriebe, die der Bruderhahn-Initiative angehören, ziehen männliche Küken auf und verwerten sie.

Öko-Test: Übersicht über Initiativen, die keine Küken schreddern

Öko-Test hat eine Übersicht über weitere Initiativen und Projekte erstellt, die garantieren, dass Bruderhennen mit aufgezogen und nicht nach dem Schlüpfen direkt getötet werden:

  • Eier der "Initiative haehnlein" in den Märkten von Alnatura, Edeka, Real, Rewe, tegut und in denn's Biomärkten.
  • Eier der "Alnatura Bruderküken-Initiative" in Alnatura-Märkten. 
  • Eier der "basic Bruderherz-Initiative": Sie werden in allen Basic-Biomärkten verkauft. 
  • Eier mit dem Label "Aus ökologischer Tierzucht": Die gibt es in Basic-Biomärkten und in den Läden von Ebl-Naturkost. 
  • Eier der "Initiative Bruder-Ei": Die Eier gibt es in allen SuperBioMärkten. 
  • "Herzbube-Eier" von Penny. 
  • Eier des Projekts "Sp itz und Bube" von Rewe. 
  • Eier des Projekts "Henne & Hahn" von Aldi.
  • Eier von "Huhn & Hahn" des Herstellers Bioland.

    Öko-Test: Das sind die Sieger im Eier-Test

Die "Bruderküken Eier" von Alnaturasowie die Eier der Initiative "Huhn & Hahn" von Bioland haben im vergangenen Jahr zusätzlich mit der Note sehr gut im Öko-Test abgeschnitten. Bio-Eier von Aldi und Real hingegen sind durch den Test durchgefallen. Da hat auch der Vorsatz von Aldi nicht geholfen, bis 2022 auf das Kükenschreddern* verzichten zu wollen.

Die "GutBio 6 frische Bio Eier" von Aldi Nord und die "Frische Deutsche Bio-Eier" von Real erhielten jeweils die Bewertung mangelhaft. Bei den Bio-Eiern von Aldi waren Dioxin-Spuren ausschlaggebend, der gesetzliche Grenzwert wurde zu 50 Prozent ausgeschöpft. Bei Kaufland wurde kritisiert, dass die Legehennen zu wenig Platz haben. mai

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Rubriklistenbild: © Martin Schutt dpa, obs/Deutscher Tierschutzbund e.V.; Collage: RUHR24

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