Unklare Kennzeichnung

Ostern 2021: Bunte Ostereier aus dem Supermarkt besser nicht kaufen

Bunte Ostereier aus dem Supermarkt gehören genauso zu Ostern wie der Schokohase. Allerdings sollten Verbraucher einiges vor dem Einkauf wissen.

Dortmund – In diesem Jahr ist Ostern wegen des Coronavirus anders wir es kennen. Osterfeuer und große Feste können nicht stattfinden. Eine Tradition bleibt aber trotzdem: buntgefärbte Eier. Die kann man mit einfachen Tricks entweder selber bunt anmalen und gestalten, berichtet HEIDELBERG24* oder einfach schon fertig gefärbt im Supermarkt kaufen. Das ist allerdings nicht die beste Idee.

FeiertagOstern
Datum 2021Sonntag, 4. April
BedeutungFest der Auferstehung von Jesus Christus

Ostereier kaufen: Bunte Eier stammen oft aus Käfighaltung

Nicht nur für Kindern macht es Spaß die langweiligen weißen und braunen Eier in ovale Kunstwerke zu verwandeln. Ostereier selbst färben ist ganz einfach und geht auch mit natürlichen Mitteln. Wer allerdings keine Zeit hat, Eier selbst zu bemalen, greift schnell mal im Supermarkt zu. Dort gibt es fertige, bunte Eier.

Diese Eier sind bereits gekocht und sogar schon bemalt, also spart man doppelt Zeit. Allerdings sollten Verbraucher auf diesen Osterspaß besser verzichten. Denn einige dieser Farben basieren auf umstrittenen Azo-Farbstoffen. Diese stehen unter anderem im Verdacht, Aufmerksamkeitsdefizite bei Kindern zu verursachen. Und auch wer keine Eier aus Käfighaltung kaufen will, sollte bereits gefärbte Eier meiden.

Ostereier müssen nicht gekennzeichnet werden – oft ist unklar, woher die Eier stammen

Denn anders als ungekochte Eier unterliegen die bunten Ostereier nicht der strengen Kennzeichnungspflicht, die in der EU Hinweise auf Herkunft, Haltung und Frische gibt. Produzenten und Händler müssen die Eier also nicht kennzeichnen. Für den Verbraucher ist dementsprechend nicht ersichtlich, woher die Eier eigentlich stammen und wie die Tiere gehalten wurden.

Denn obwohl Eier aus Käfighaltung kaum noch in den Supermärkten zu finden sind, da die meisten Deutschen die nicht artgerechte Hühnerhaltung ablehnen, werden zu Ostern massenhaft Käfigeier verkauft. Wie Öko-Test berichtet, stammt ein Großteil der bunten Ostereier, die es zum Osterfest in den Supermärkten und Discountern gibt, aus Käfighaltung.

Kennzeichnungspflicht bei losen, bunten Ostereiern Fehlanzeige

Bei Ostereiern im Karton oder in der Plastikschale müssen nur Mindesthaltbarkeitsdatum (MDH), Stückzahl, verwendete Farbstoffe und Name sowie Anschrift des Anbieters angegeben sein. Noch undurchsichtiger sieht es bei bunten Eiern aus, die lose im Einzelhandel oder auf dem Wochenmarkt angeboten werden.

Ein Großteil der gefärbten Ostereier, die es im Supermarkt gibt, stammen aus Käfighaltung.

Hier reicht ein aufgestelltes Schild aus, auf dem das Mindesthaltbarkeitsdatum und der Hinweis „mit Farbstoff“ angegeben ist. Wird das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht angegeben, ist dringend vom Kauf abzuraten.

Öko-Test rät zum „KAT“-Logo und zu bunten Ostereiern aus dem Bruderhahn-Projekt

Wem Transparenz und Tierwohl wichtig sind, kann sich laut Öko-Test auf das „KAT“-Logo verlassen. Das Siegel des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen garantiert dem Verbraucher, dass die Eier nicht aus Käfighaltung stammen.

Generell sollte darauf geachtet werden, dass Eier nur in Bio-Qualität gekauft werden. Wer noch einen Schritt weitergehen will und sich gegen das Schreddern von männlichen Küken einsetzen möchte, sollte Eier aus Bruderhahn-Projekten kaufen und die Ostereier zu Hause selber bemalen.

Männliche Küken werden geschreddert – auch für bunte Ostereier

Jedes Jahr werden rund 50 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet – sie werden geschreddert oder vergast. Männliche Küken können keine Eier legen und setzen weniger Fleisch an als ihre weiblichen Artgenossen, daher sind sie aus wirtschaftlicher Sicht wertlos.

Auch bei der Produktion von Bio-Eiern werden männliche Küken getötet, deswegen sind auch Bio-Eier nicht automatisch die beste Wahl. Betriebe, die der Bruderhahn-Initiative angehören, ziehen männliche Küken auf. Doch auch die werden früher oder später geschlachtet.

Bunte Ostereier: Übersicht über Initiativen, die keine Küken schreddern

Neben der Bruderhahn-Initiative gibt es mittlerweile noch einige andere, die sich gegen das Schreddern von männlichen Küken einsetzen. Öko-Test hat eine Übersicht über weitere Initiativen und Projekte erstellt, die garantieren, dass Bruderhennen mit aufgezogen und nicht nach dem Schlüpfen direkt getötet werden:

  • Eier der "Initiative haehnlein" in den Märkten von Alnatura, Edeka, Real, Rewe, tegut und in denn's Biomärkten.
  • Eier der "Alnatura Bruderküken-Initiative" in Alnatura-Märkten. 
  • Eier der "basic Bruderherz-Initiative": Sie werden in allen Basic-Biomärkten verkauft. 
  • Eier mit dem Label "Aus ökologischer Tierzucht": Die gibt es in Basic-Biomärkten und in den Läden von Ebl-Naturkost. 
  • Eier der "Initiative Bruder-Ei": Die Eier gibt es in allen SuperBioMärkten. 
  • "Herzbube-Eier" von Penny. 
  • Eier des Projekts "Spitz und Bube" von Rewe. 
  • Eier des Projekts "Henne & Hahn" von Aldi.
  • Eier von "Huhn & Hahn" des Herstellers Bioland.

Die „Bruderküken Eier“ von Alnatura sowie die Eier der Initiative „Huhn & Hahn“ von Bioland haben mit der Note sehr gut im Öko-Test abgeschnitten. Bio-Eier von Aldi und Real hingegen sind durch den Test durchgefallen.

Das Schreddern von männlichen Küken soll laut einem Gesetzesentwurf von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) Ende 2021 grundsätzlich untersagt werden. Eine bessere Kennzeichnung von bunt gefärbten Eiern geht damit allerdings nicht einher. *HEIDELBERG24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Martin Schutt dpa, obs/Deutscher Tierschutzbund e.V.; Collage: RUHR24

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