Bio-Produkte vorn

Oregano im Test bei Stiftung Warentest: Vernichtendes Urteil für bekannte Marken

Stiftung Warentest hat das beliebte Gewürz Oregano unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse enthüllen: Teure Bio-Produkte sind nicht unbedingt besser.

NRW - Wer seinen Gerichten einen besonderen Geschmack verleihen will, greift bei der Zubereitung zu unterschiedlichen Gewürzen. Und gerade bei Fans der italienischen Küche darf Oregano auf keinen Fall fehlen. Stiftung Warentest hat sich deshalb insgesamt 34 Kräuter genauer angeschaut – mit einem überraschendem Ergebnis.

Pflanze:

Oregano

Wissenschaftlicher Name:

Origanum vulgare

Familie:

Lippenblütler (Lamiaceae)

Synonyme:

Dost, Gemeiner Dost, Wilder Majoran

Verwendung:

Heil- und Gewürzkraut

Oregano im Test: Gewürz häufig mit Schadstoffen belastet

Zu Beginn des Jahres hatte ein Massen-Rückruf von Oregano für Furore gesorgt. Getrockneter Oregano der Marken Ostmann, Fuchs oder Gut & Günstig war so stark mit einem Pflanzengift belastet gewesen, dass Verbraucher darauf verzichten sollten. 

Nur kurze Zeit später hatte ein Test des WDR erneut bestätigt, dass in Oregano eine erhöhte Konzentration des Schadstoffs Pyrrolizidinalkaloide (PA) nachgewiesen werden kann. 

Das Pflanzengift steht im Verdacht, die Leber zu schädigen, Erbgut zu verändern und sogar Krebs erregend zu sein. Stiftung Warentest wollte deshalb in der aktuellen Ausgabe wissen: Was hat sich seitdem getan? Haben die Hersteller nachgerüstet und ist Oregano inzwischen weniger mit Schadstoffen belastet?

Oregano von Rewe, Lidl und Ostmann im Labor von Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat insgesamt 34 Kräuter von unterschiedlichen Marken überprüft. 21 Mal Oregano und 12 Mal Majoran – ein Gewürz, das zur selben Pflanzengattung gehört und auch in der Küche oft bei ähnlichen Gerichten zum Einsatz kommen kann. 

Unter den getesteten Produkten waren unter anderem Marken wie Ostmann, Fuchs oder die Eigenmarken von Rewe, Edeka, Lidl, Netto und Alnatura – darunter neun Bio-Oregano und drei Bio-Majoran

Das Verbrauchermagazin hat die Gewürze auf die besagten Pyrrolizidinalkaloide (PA) und Pestizide untersucht – und wurde fündig.

Stiftung Warentest hat Oregano und Majoran auf Schafstoffe überprüft. 

Oregano im Test: Bio-Qualität schneidet "gut" ab

Während bei vorherigen Untersuchungen von Stiftung Warentest oft Artikel vom Discounter das Rennen gemacht haben, sieht das Ergebnis nun etwas anders aus. Gleich mehrere Bio-Produkte können die Tester in vielerlei überzeugen. Und dabei müssen es nicht unbedingt die teuren Varianten sein.

Zu den Gewinnern im Oregano-Test gehören unter anderem Kräuter in Bio-Qualität von Azaran, Herbaria und Lebensbaum. Aber auch Rewe konnte mit seinem "Bio Oregano gerebelt" für 16,60 Euro je 100 Gramm die Tester überzeugen. Dieses Oregano bekam in der Gesamtbewertung die Note "gut", denn auch hier wurden gewisse PA-Rückstände gefunden (mehr Testberichte auf RUHR24.de).

Oregano im Test: Handlungsbedarf bei bekannten Marken 

Und wie sieht es bei den bekannten Gewürz-Herstellern aus? Bei dem Unternehmen Fuchs, das gleich mit den vier Marken Ostmann, Wagner, BioWagner und Fuchs im Test vertreten ist, besteht wohl Handlungsbedarf

Denn im Oregano von Ostmann und BioWagner konnten sehr hohe Mengen des gesundheitsgefährdenden Pflanzengifts nachgewiesen werden. Beide Marken bekamen die Note "ausreichend". 

Noch übler sieht es bei dem Gewürzhersteller Hartkorn aus. Neben HES und Europa Gewürze bekam er Note 5 , das heißt der Oregano ist gerade mal "mangelhaft". Grund für die schlechte Bewertung sind die nachgewiesenen Schadstoffe.

Majoran im Test: Zwei Gewürze überzeugen Stiftung Warentest

Immerhin: Bei kaum einem der getesteten Kräuter waren Pestizide ein Problem. Dennoch schnitt kein Oregano mit "sehr gut" ab. Anders sieht es bei Majoran aus. Hier konnten zwei Produkte voll und ganz überzeugen. Wieder ganz vorne mit dabei: Rewe

Die Traditionsmarken Fuchs, Ostmann oder Wagner bleiben auch beim Majoran im hinteren Feld. Zwar sehen die Testergebnisse mit "befriedigend" und "ausreichend" nicht ganz so übel wie beim Oregano-Test aus, aber es geht noch besser. 

Auf Nummer sicher: Oregano und Majoran selbst anbauen

Wer auf Nummer sicher gehen und unbelastete Gewürze genießen will, kann sowohl Majoran als auch Oregano ganz einfach selbst anpflanzen. Egal ob auf dem Balkon oder im heimischen Garten lassen sich die Gewürze anbauen.

Wenn die Pflanze groß genug ist, einfach etwas abernten und das reife Kraut kopfüber hängend eine Woche lang trocknen. Im Anschluss Blüten und Blätter von den Stielen befreien, zerkleinern und fertig ist das schmackhafte Gewürz.

Rubriklistenbild: © Jens Wolf/dpa