Gewürz fällt im Test durch

Warnung! Oregano mit Schadstoffen belastet - Leberschäden möglich

Oregano mit Schadstoffen belastet. Eine Untersuchung offenbart ein erschreckendes Ergebnis. Beim beliebten Gewürz gibt es Gesundheitsgefahren.

  • Die Ergebnisse einer Untersuchung zeigten, dass Oregano häufig mit Schadstoffen belastet ist.
  • Der Pflanzengiftstoff stellt eine Gefahr für die Gesundheit dar.
  • Zuletzt gab es schon einen Rückruf des beliebten Gewürzes.

Köln - Keine Pizza ohne Oregano: Das beliebte Gewürz bringt das mediterrane Flair in jede Küche. Eine Untersuchung brachte nun aber Erkenntnisse über Oregano ans Licht, die einem den Appetit verderben können - und zudem auch noch eine echte Gefahr für die Gesundheit sind. Denn Oregano ist häufig mit Schadstoffen belastet, wie RUHR24.de* berichtet

Oregano: Beliebtes Gewürz mit Schadstoffen belastet

Das WDR-Verbrauchermagazin "Markt" hatte Stichproben bei Oregano durchgeführt. Das Gewürz ist vor allem im Mittelmeerraum zu Hause, weshalb die dortige Küche auch geschmacklich davon geprägt ist. Aber auch in der deutschen Küche kommt Oregano häufig zum Einsatz. Bei den dafür verwendeten Produkten handelt es sich meist umImportware aus der Türkei, Peru oder Chile. 

Bei dem Test wurde diese jetzt genauer untersucht. Und die Ergebnisse lassen einem das beliebte Gewürz wahrlich im Hals stecken, denn sie sind alles andere als lecker, sondern vielmehr richtig gefährlich. Zwar weiß man schon lange, dass Gewürze häufig mit Schadstoffen aus Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln belastet sind, diese Untersuchung zeigte jedoch neue erschreckende Erkenntnisse. 

Gefährliche Stoffe in Oregano entdeckt

Die Stichproben des WDR zeigten: Diesmal war der getrocknete Oregano auch noch mit sogenannten Pyrrolizidinalkaloide (PA) belastet. Das ist ein Stoff, der vor allem in Unkraut zu finden ist. Zum Beispiel kommt PA in Jakobskreuzkraut und Natternkopf vor - das Mittel soll die Pflanze vor Fraßfeinden schützen. Aber wie gerät das Unkraut nun in den Oregano und warum ist das gefährlich?

Die Unkraut-Pflanzen werden oftmals versehentlich mit geerntet und mitverarbeitet - so landen die Schadstoffe dann im Oregano und später auch auf den Tellern der Verbraucher. Bislang konnte man PA nur in Tee oder in Honig nachweisen. Erstmals war er jetzt auch in Gewürzen zu finden. 

Pyrrolizidinalkaloide im Oregano ist eine Gefahr für die Gesundheit

Wer jetzt einmal eine Pizza mit belastetem Oregano verspeist, dürfte kaum mit Nebenwirkungen zu rechnen haben. Freunde der mediterranen Küche, bei denen das beliebte Gewürz häufig zum Einsatz kommt, sollten aufpassen. Denn bei Menschen, die die belasteten Produkte über einen längeren Zeitraum regelmäßig zu sich nehmen, kann sich die Schadstoffe im Körper anhäufen - mit gravierenden Folgen für die Gesundheit.

PA kann die Leber schädigen, Erbgut verändern und sogar Krebs erregen. Das Bundesamt für Risikobewertung hat es deshalb auch zum Anlass genommen, vor Lebensmittel zu warnen, in denen Pyrrolizidinalkaloide (PA) nachgewiesen wird. Aber die Sache hat einen Haken: Denn trotz der Warnung, gibt es immer noch keine Grenzwerte für den Schadstoff. 

Und das, obwohl bereits 2019 in vielen Lebensmitteln der gesundheitsgefährdende Stoff gefunden wurde. Aufgrund der fehlenden Grenzwerte kommt das aber immer nur durch Überprüfungen wie die vom WDR oder Öko-Test ans Licht. Eine allgemeine Lebensmittelüberwachung gestaltet sich bislang noch schwierig.

Rückruf: Oregano wegen Schadstoffen aus den Supermärkten verbannt

Einige Unternehmen, die das beliebte Gewürz vertreiben, achten daher inzwischen eigenständig auf Grenzwerte und erhöhte Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden. Das führte dazu, dass es im Februar dieses Jahres bereits einen deutschlandweiten Rückruf von Oregano gab. 

Die Teuto Markenvertrieb GmbH und die Fuchs Foodservice GmbH hatten Oregano in großem Stil zurückgerufen. Bekannte Produkte der beiden Firmen sind unter anderem Ostmann, Gut&Günstig oder Fuchs Professional, die es auch bei Edeka, Lidl und Tedi zu kaufen gibt. Die Hersteller warnten ihre Kunden vor dem Verzehr des "Oregano gerebelt". Sie hatten in einer Eigenkontrolle giftige Pflanzeninhaltsstoffe nachweisen können, die die Gesundheit schädigen können.

Welchen Oregano können Verbraucher noch kaufen?

Was sollen Verbraucher aber nun tun? Gänzlich auf Oregano verzichten? Oder auf Bio-Oregano zurückgreifen? Die Untersuchung zeigte, dass sowohl konventioneller als auch Oregano in Bio-Qualität mit den Schadstoffen belastet ist. Denn auch bei der Anzucht von Bio-Oregano kann das giftige Unkraut dazwischen wachsen und dadurch mit geerntet werden.

Gleiches traf übrigens auch auf eine kürzlich durchgeführte Untersuchung von Nudeln aus Vollkorn des Verbrauchermagazins Öko-Test zu. Hier konnten Bio-Vollkornnudeln ebenfalls nicht überzeugen, sie enthielten oftmals Schimmelpilze.

Wer ganz sicher gehen will, greift daher am besten zu frischem Oregano. Denn gibt in gut sortierten Supermärkten oder man pflanzt das beliebte Gewürz selbst im Garten an. Das ist nicht besonders schwer und schmeckt auch noch besser. Die Pflanze hat keine großen Ansprüche und passt sich gut an. So weiß man immer, was wirklich in seinem Essen drin ist. 

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Rubriklistenbild: © Ariesa / Pixabay, Collage: RUHR24

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