Fäulnis erkennen und bekämpfen

Orchidee fault: Irrer Gewürz-Trick rettet die Pflanze

Orchideen zählen zweifelsohne zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Viele Sorten gelten mittlerweile auch als pflegeleicht. Ein häufiges Problem bei Orchideen ist allerdings Fäulnis.

Deutschland – Mit ihren hübschen Blüten sind Orchideen echte Hingucker auf jeder Fensterbank. War die „Königin der Blumen“ früher eher anspruchsvoll und sensibel, gibt es mittlerweile zahlreiche Arten, die sich auch für Blumenfreunde ohne grünen Daumen eignen. Denn viele Sorten, wie beispielsweise die Phalaenopsis, benötigen keine aufwendige Pflege. Fängt die Pflanze an zu faulen, ist allerdings sofortiges Handeln gefragt.

OrchideePlural: Orchideen oder Orchideengewächse
wissenschaftlicher NameOrchidaceae
OrdnungSpargelartige

Faulende Orchideen – es wird zwischen zwei Arten von Fäulnis unterschieden

Will eine Orchidee nur nicht blühen, helfen einfache Tipps – ist sie allerdings verfault, benötigt sie besondere Zuwendung. Denn Fäulnis führe bei Orchideen leider meistens dazu, dass die Pflanzen absterben, verdeutlicht plantopia.de.

Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen:

  • Herzfäule
  • und Stammfäule bzw. Wurzelfäule

Der Unterschied: Während sich die Herzfäule von oben nach unten verbreitet, gelangt die Stammfäule durch den Stamm nach oben.

Orchideen faulen – so äußert sich die Herzfäule bei der Pflanze

Die Herzfäule kommt gerade bei der beliebten Phalaenopsis häufig vor. Wie plantopia.de erklärt, sei oftmals stehendes Wasser zwischen den Orchideen-Blättern die Ursache.

Von dort aus gelange das Wasser ins Innere („Herz“) der Pflanze, wo Bakterien sich binnen kürzester Zeit vermehren. Das Resultat: Die Orchidee fault – und ist zumeist nicht mehr zu retten.

Ein Problem dabei: Herzfäule erkennt man häufig erst dann, wenn es bereits zu spät ist. Dann fielen scheinbar gesunde Blätter auf einmal ab, erklärt plantopia.de. Weitere Blätter lösten sich bereits bei leichter Berührung von der Pflanze. Die von der Herzfäule betroffenen Stellen seien dabei zunächst gelb, dann schwarz verfärbt und matschig.

Herzfäule bei Orchideen – was man versuchen kann, um die Pflanze zu retten

Jegliche Hilfe käme bei dieser Art von Fäulnis in der Regel zu spät, heißt es laut plantopia.de weiter. Lediglich, wenn erst ganz wenige Stellen betroffen sind, sei die Orchidee überhaupt noch zu retten (weitere Gartentipps auf RUHR24).

Dann empfehle es sich, folgende Maßnahmen zu versuchen:

  • Sämtliche der faulen Pflanzenteile großzügig entfernen
  • und die Schnittstellen zur Desinfektion mit Kohle oder frischem Zimtpulver bestäuben.

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Stammfäule bei Orchideen – ist die Wurzel stark verfault, kommt Hilfe zu spät

Auch die Stammfäulnis führt oft zum Tod der Pflanze. Sie äußert sich ebenfalls durch dunkle, verfaulte Stellen sowie abfallende Blätter. Allerdings faulen die Blätter in diesem Falle nicht von innen nach außen – vielmehr faulen sie von der äußeren Spitze nach innen.

Eine solche Wurzelfäule lässt sich auch an schlaffen Blättern erkennen, weiß orchideen-pflege.net. Der Grund für dieses Phänomen: Die faulende Wurzel kann die Blätter nicht mehr ausreichend versorgen.

Verfaulte Wurzeln seien dunkelbraun bis schwarz gefärbt sowie hohl oder weich, erklärt das Portal. Wie der Blog phalaenopsis-meine-leidenschaft.de anmerkt, führe fortgeschrittene Stammfäule schließlich dazu, dass sich die komplette Pflanze im Topf mit einem leichten Fingerdruck ganz einfach wegkippen lasse. In diesem Stadium ist die Pflanze nicht mehr zu retten.

Fäulnis ist bei Orchideen oftmals ein Problem. Manchmal lassen sich betroffene Pflanzen aber noch retten. (Symbolbild)

Stammfäule – erste-Hilfe für befallene Orchideen

Ist die Fäulnis noch nicht so weit fortgeschritten, lässt sie sich noch bekämpfen. Dazu empfiehlt das Portal orchideen-pflege.net die folgende Erste-Hilfe-Maßnahme:

  • Zunächst die Pflanze aus dem Topf nehmen und den verfaulten Wurzelteil sowie altes Substrat komplett entfernen.
  • Dann die Pflanze auf ein mit Wasser gefülltes Glas (beispielsweise ein altes Marmeladenglas) setzen, sodass nur die untere Stammspitze mitsamt gesunder Wurzelreste befeuchtet wird.
  • Das Glas an einen hellen, warmen Platz (ca. 22 Grad) stellen.
  • So können Wurzeln nachwachsen – das dauere aber einige Monate, bemerken die Experten.

Wenn die Wurzeln von der Stammfäule noch nicht betroffen sind, können sich auch noch Ableger, sogenannte Stammkindel, von der Pflanze bilden, erklärt plantopia.de.

Dazu empfehle es sich, die fauligen Stellen mit pulverisierter Holzkohle oder frischem Zimtpulver zu bestreuen und die Orchidee in frisches, trockenes Substrat zu setzen. Nach einigen Wochen bis Monaten könne so ein gesunder, frischer Ableger entstehen.

Ursachen für Fäulnis bei Orchideen – beim Gießen Maß halten

Ursachen für Fäulnis sind unter anderen:

  • zu häufiges Gießen,
  • zu häufiges Tauchen oder Sprühen,
  • zu hohe Luftfeuchtigkeit oder zu wenig Frischluft.

Insbesondere Staunässe sollte bei Orchideen unbedingt vermieden werden. Wie Mein-Schöner-Garten.de weiß, ist daher bei der Orchideen-Pflege das richtige Maß beim Gießen der wichtigste Punkt.

Grundsätzlich sollten Pflanzen, die in voller Blüte stehen, ein bis zweimal pro Woche gegossen werden, erklären die Experten. In der Ruhephase genüge hingegen einmal pro Woche. Optimal sei dabei zimmerwarmes, kalkarmes Wasser. Besonders empfehlenswert – und zugleich kostengünstig – ist daher aufgefangenes Regenwasser.

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa

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