Auch Bio enttäuscht

Orangensaft im Öko-Test: Kein Ergebnis „sehr gut“ – viele Marken fallen durch

In der aktuellen Ausgabe hat Öko-Test Orangensaft geprüft. Als „sehr gut“ bewerten die Tester keinen der Säfte – einige fallen komplett durch.

Deutschland – In seinem Januar-Magazin hat Öko-Test offenbar unser Frühstück einem kritischen Blick unterzogen. Neben Früchte-Müsli testen die Prüfer darin auch Orangensaft – eines der beliebtesten Getränke am Morgen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Insgesamt können nur acht Produkte überzeugen – zahlreiche enttäuschen.

Öko-TestVerbrauchermagazin
Erstausgabe1985
HauptsitzFrankfurt am Main

Orangensaft bei Öko-Test: Diese Kriterien wurden überprüft

Für den Orangensaft-Test hat das Verbrauchermagazin insgesamt 20 Säfte gängiger Marken bewertet – darunter fünf zertifizierte Bio-Säfte. Im Labor wurden die Säfte auf Inhaltsstoffe, Vitamin-C-Gehalt und Geschmack hin untersucht.

Die Labortests waren aber nicht das einzige Bewertungskriterium. Öko-Test hat für den Testbericht auch geprüft, inwieweit die Anbieter Verantwortung übernehmen. Im Fokus standen beispielsweise faire Arbeitsbedingungen und Löhne für die Pflücker und weiteren Arbeiter aus den Herkunftsländern. Um die Produktionsbedingungen zu beurteilen, wurde Öko-Test von der Control Union Certifications Germany unterstützt. Zudem wurde auch die Umweltfreundlichkeit der Verpackung in das Ergebnis miteinbezogen

Orangensäfte bei Öko-Test – bekannte Marken fallen durch

Wirklich überzeugen kann der Orangensaft bei Öko-Test nicht. Insgesamt vergibt Öko-Test achtmal „gut“, zweimal „befriedigend“ und sechsmal „ausreichend“.

Drei Produkte fallen mit „mangelhaft“ durch – eines enthält sogar das vernichtende Urteil ungenügend. Das sind drei der großen Verlierer bei Öko-Test:

  • Produkt: Granini Trinkgenuss Orange mit Fruchtfleisch; Anbieter: Eckes-Granini; Preis pro Liter: 0,88 Euro; Ergebnis Inhaltsstoffe: sehr gut; Ergebnis Sensorik: gut; Ergebnis Produktion: mangelhaft; Ergebnis weitere Mängel: ausreichend (PET-Einwegflasche mit Rezyklat, PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung); Gesamturteil: mangelhaft
  • Produkt: Beutelsbacher Direktsaft Orangensaft, Demeter; Anbieter: Beutelsbacher; Preis pro Liter: 5,41 Euro; Ergebnis Inhaltsstoffe: ausreichend; Ergebnis Sensorik: gut; Ergebnis Produktion: mangelhaft; Ergebnis weitere Mängel: gut; Gesamturteil: mangelhaft
  • Produkt: Innocent Direktsaft Orange ohne Fruchtfleisch; Anbieter: Innocent; Preis pro Liter: 3,32 Euro; Ergebnis Inhaltsstoffe: sehr gut; Ergebnis Sensorik: sehr gut; Ergebnis Produktion: mangelhaft; Ergebnis weitere Mängel: mangelhaft (PET-Einwegflasche mit Rezyklat, Produkt ist kühlpflichtig); Gesamturteil: ungenügend
  • Alle Gewinner und Verlierer gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).
Orangensaft im Öko-Test – bekannte Marken fallen durch. (Symbolbild)

Orangensaft-Test: Öko-Test rückt Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern im Fokus

Was direkt auffällt: Der Testverlierer von Innocent ist sowohl geschmacklich als die Inhaltsstoffe betreffend laut Öko-Test „sehr gut“. Ebenso wie bei den weiteren Verlierern sind es hier insbesondere die Produktionsbedingungen, die zu der schlechten Bewertung führen.

Das Verbrauchermagazin erklärt in diesem Zusammenhang, die Bedingungen für die Arbeiter in den Herkunftsländern seien „teilweise bitter“. Wem eine faire Produktion wichtig ist, der setzt laut Öko-Test am besten auf Produkte mit dem Label Rainforest Alliance, die regelmäßigen, unabhängigen Kontrollen unterliegen.

Öko-Test ist damit auch deutlich kritischer als die Stiftung Warentest. In ihrem letzten Orangensaft-Test aus dem Jahr 2014 bewertete die Verbraucherorganisation noch 22 von insgesamt 26 Säfte mit „gut“ – nur ein Produkt fiel damals durch.

Überraschung im O-Saft-Test: Teure Marken und Bio-Produkte enttäuschen

Ebenfalls bemerkenswert: Die teuersten Produkte schneiden bei Öko-Test am schlechtesten ab. Bei den konventionellen Säften kostet der „ungenügende“ Innocent-Saft am meisten. Und unter den Bio-Säften enttäuscht laut Öko-Test insbesondere der teure und Demeter-zertifizierte Beutelsbacher Direktsaft Orangensaft. Dieser schneidet in puncto Inhaltsstoffe sogar schlechter ab als die konventionellen Säfte.

Überhaupt erhalten lediglich zwei der fünf geprüften Bio-Säfte die Note „gut“. Erfreulicherweise kann das Verbrauchermagazin aber weder in Bio- noch in konventionellen Säften Pestizide nachweisen. Gemäß diesem Test lohnt es sich bei Orangensaft offenbar also nicht, auf teure Bio-Säfte zu setzen.

Rubriklistenbild: © Maksim Lashcheuski/dpa, Öko-Test; Collage: RUHR24

Mehr zum Thema