Warnung vor Abzocke

Vorsicht vor Betrug bei Online-Banking: Kunden droht Verlust von 45.000 Euro

Bank-Kunden, die eine E-Mail mit der Information erhalten, dass das Tan-Verfahren abläuft, sollten aufpassen. Es könnten Betrüger ihre Finger im Spiel haben.

Stralsund – iTan, mTan, eTan, pushTan, chipTan oder photoTan – es gibt viele unterschiedliche Tan-Verfahren. In der Regel dient die Transaktionsnummer neben dem Passwort als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme, um beispielsweise Überweisungen beim Online-Banking auszuführen. Betrüger haben sich das nun zunutze gemacht und bringen Bankkunden mit einer neuen Masche um ihr Geld.

TransaktionsnummerSicherheitsmaßnahme beim Online-Banking
AusführungEinmalpasswort, das in der Regel aus sechs Ziffern besteht
Tan-VerfahreniTan, mTan, eTan, pushTan, chipTan oder photoTan

Online-Banking: Warnung wegen perfider Betrugs-Masche mit Tan-Verfahren

Betrugsfälle im Internet häufen sich, immer mehr neue Sicherheitsstandards werden in der digitalen Welt eingeführt, um dem entgegenzuwirken. Aufgrund von EU-Vorgaben für das Online-Banking sind deshalb beispielsweise Tan-Listen auf Papier seit 2019 nicht mehr erlaubt.

Über eine E-Mail, dass das aktuelle Tan-Verfahren nun ebenfalls abläuft, dürften sich daher einige Bankkunden wenig wundern. Doch Achtung. Hinter der E-Mail könnte möglicherweise dreister Betrug stecken. Denn Kriminelle haben sich eine neue Masche einfallen lassen, um an das Geld und die Daten der Bankkunden zu kommen. Die Abzocke ist besonders ausgeklügelt und perfide (mehr Warnungen bei RUHR24).

Abzocke beim Online-Banking: Kunden droht Verlust bis zu 45.000 Euro

Im Norden Deutschlands sind bereits erste Bankkunden dem Tan-Betrug zum Opfer gefallen. Das meldete die Polizei in Stralsund. Mehrfach sollen Geldsummen bis zu 45.000 von ahnunglosen Kunden vom Konto abgebucht worden sein. Betroffen waren vor allem Kontoinhaber bei der Sparkasse und der Volksbank in der Region Vorpommern-Rügen. Die Betrüger gingen in allen Fällen ähnlich vor.

Nach Polizeiangaben gehen die Kriminellen dabei folgendermaßen vor: Die Kontoinhaber erhalten eine E-Mail ihrer vermeintlichen Bank mit der Information, dass das Tan-Verfahren ablaufen würde. Dafür müssten sie ihre Daten überprüfen und personalisieren. Über einen Link oder einen Button gelangen die Kunden, die der Aufforderung folgen wollen, auf die Internetseite ihrer Bank – doch hinter dieser verbirgt sich nicht das Original, sondern eine betrügerische Kopie.

Bankkunden aufgepasst: Kriminelle versuchen mit Tan-Betrug an viel Geld zu kommen.

Cyber-Betrug beim Online-Banking: Kriminelle bedienen sich besonders dreister Masche

Da das für viele Kunden nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist, loggen sie sich wie gewohnt bei ihrem Online-Banking ein. Und schon befinden sie sich in den Fängen der Cyberkriminellen. In einigen Fällen konnten die betroffenen Kunden schon kurze Zeit später nicht mehr auf ihr Online-Banking zugreifen und es wurden mehrere Abbuchungen im vierstelligen Bereich auf verschiedene Konten im Ausland überwiesen.

Wie die Polizei Stralsund außerdem angibt, sollen die Betrüger noch zu einem weiteren Trick gegriffen haben, um an das Geld zu kommen. So soll es in einigen Fällen sogar ein Telefonat mit einem angeblichen Bank-Mitarbeiter gegeben haben. Dieser habe den Kunden das weitere Vorgehen erklärt und ihnen einen vermeintlichen Sicherheitspin geschickt. Diesen sollten die Kunden beim Login ihres Online-Bankings angeben, um sich dort erneut zu registrieren (mehr digitale News bei RUHR24).

Betrug beim Online-Banking: So können sich betroffene Kunden vor der Abzocke schützen

Die Betroffenen ahnten zu diesem Zeitpunkt nicht, dass sie damit bereits Opfer eines großangelegten Betrugs geworden sind. Sowohl bei der Internetseite, dem Login als auch bei dem Mitarbeiter handelte es sich um eine fälschliche und betrügerische Kopie. Besonders dreist: Auf dem Handydisplay der Bankkunden erschien laut Polizeiangaben sogar exakt die gleiche Telefonnummer, die sie von ihrem eigentlichen Bankberater kennen.

Ob die Kunden ihr Geld wieder zurückbekommen haben, ist unklar. Dennoch mahnt die Polizei Bankkunden dazu an, ihr Online-Banking vor Betrügern zu schützen. Banken verschicken in der Regel keine E-Mails, in denen sie Kunden dazu auffordern, ihre Kontodaten anzugeben. Auch empfiehlt es sich, keine Links anzuklicken oder Dateianhänge zu öffnen – dahinter verbirgt sich oftmals dreister Betrug. Die Verbraucherzentrale gibt dazu Tipps, wie Fake-Mails zu erkennen sind.

Sollten Betroffene unsicher sein, ob es sich bei einer Nachricht um Betrug oder um eine echte E-Mail handelt, sollte man lieber einmal bei der Bank anrufen und sich rückversichern.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/DPA; Collage: RUHR24