Fussball-WM

Trotz Skandal um die WM: Coca Cola will weiter mit DFB zusammenarbeiten

Rewe hat seine Zusammenarbeit mit dem DFB beendet. Coca Cola geht anders mit der Debatte um die Regenbogen-Binden um.

Dortmund – Der Hashtag „One Love“ geht gerade um die Welt. Hintergrund sind die verbotenen Regenbogen-Armbinden bei der Fußball-WM in Katar. Moderatoren, Fans und Stars machen sich unter dem Hashtag stark für die LGBTQ-Community. Auch Rewe hat sich auf die Seite der Protestanten gestellt und kurzerhand seine Zusammenarbeit mit dem DFB gekündigt. Coca Cola geht einen anderen Weg.

Rewe steigt bei WM in Katar aus – Coca Cola will Zusammenarbeit mit DFB stärken

Wie die Lebensmittel Zeitung (LZ) berichtet, macht sich der Cola-Konzern stark für eine langfristige Partnerschaft mit dem deutschen Fußballbund, aber auch mit der FIFA. Damit setzt das Unternehmen eine lange Tradition fort. Seit mehr als 40 Jahren steht Cola bereits als Kooperationspartner an der Seite des DFB (mehr Service-News bei RUHR24).

Gegenüber der LZ meint ein Unternehmenssprecher von Coca Cola: „Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Veränderungen Zeit brauchen und durch nachhaltige Zusammenarbeit und aktives Engagement erreicht werden können. Wir unterstützen die LGBTQI+-Gemeinschaft seit Langem und werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass diese Werte weltweit respektvoll vertreten werden“.

Auch die anderen Sponsoren gehen nicht denselben Weg wie Rewe. Zu ihnen gehören die Telekom, Volkswagen sowie Adidas. Rewe dagegen hat seinen Vertrag mit sofortiger Wirkung für nichtig erklärt. Das bedeutet, dass der Supermarkt-Riese auf sein Recht auf Werbung bei der WM in Katar verzichtet. Der Vertrag mit dem DFB läuft im Dezember 2023 aus.

Coca Cola setzt trotz Menschenrechtsverletzungen vor WM weiter auf DFB und FIFA

Katar steht gleich wegen mehrerer Themen internationalen in der Kritik. Zum einen hatte es viele negative Schlagzeilen wegen des Todes von Arbeitern gegeben, die unter anderem am Stadionbau für die WM in Katar beteiligt waren.

Amnesty International spricht von mehr als 15.000 Todesfällen von Nicht-Staatsbürgern in Katar zwischen 2010 und 2019. Wie viele hiervon Arbeitsmigranten waren, ließe sich nicht sicher sagen, auch weil diese Daten nicht erhoben würden.

Coca Cola gehört zu den großen Sponsoren der WM 2022 in Katar.

Die Menschenrechtsorganisation geht davon aus, dass vieler dieser Migranten wegen der Arbeitsbedingungen umgekommen sind. Für die Arbeiter gab es auf den Baustellen wenig Schutz. „Indem die FIFA Katar den Zuschlag für die Fußball-Weltmeisterschaft erteilt hat, ohne dies an Bedingungen zum Schutz der Arbeitsrechte zu knüpfen, hat der Fußballverband zu erheblichen Menschenrechtsverstößen beigetragen“, heißt es von Amnesty International.

Homophobie in bei WM in Katar – Rewe zieht Konsequenzen, Coca Cola nicht

Zum anderen war der One-Love-Debatte eine Vielzahl homophober Aussagen des Wüstenstaates vorausgegangen. Katar gilt als sehr konservatives arabisches Land. Schwule und Lesben müssen hier mit Gefängnis oder sogar der Todesstrafe rechnen. Eigentlich hatte Katar den WM-Touristen eine Reise-Sicherheit gewährt.

Nun werden allerdings Fälle bekannt, in denen Fans ihre bunte Kleidung ablegen müssen und von der Justiz beobachtet würden. Wie der MDR berichtet, hatte der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) sogar eine Reisewarnung vom auswärtigen Amt für queere Menschen gefordert.

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