Nicht zum Verkehr geeignet

Großer Oliven-Rückruf: Hersteller warnt vor gleich mehreren Produkten

Freunde der mediterranen Küche aufgepasst. Aktuell gibt es einen großen Oliven-Rückruf. Bei sechs Produkten wurden Verunreinigungen festgestellt.

Dortmund – Es ist der zweite Rückruf, von dem die Ciloglu Handels GmbH innerhalb kurzer Zeit betroffen ist. Erst Anfang Juni 2021 musste der Hersteller zwei Sorten Oliven zurückrufen. Nun, nur einen Monat später, warnt das Unternehmen seine Kunden erneut vor verunreinigten Lebensmitteln.

LebensmittelhändlerCiloglu Handels GmbH
HauptsitzGärtringen
FokusTürkische Spezialitäten

Großer Rückruf: Hersteller muss gleich mehrere Produkte aus dem Verkauf nehmen

So informiert die Ciloglu Handels GmbH, mit Sitz im baden-württembergischen Gärtringen, aktuell über einen Rückruf von Backwaren. Doch das ist nicht die einzige Warnung, die der Lebensmittelhändler aussprechen muss. Erneut warnt die Ciloglu Handels GmbH vor Oliven. Diesmal sind gleich sechs Produkte von dem Rückruf betroffen, teilweise auch mit mehreren Mindeshaltbarkeitsdaten.

Konkret geht es um folgende Oliven:

  • Schwarze Oliven Mucize in der 700 Gramm-Packung, MHD 27.01.2023, Losnummer 444
  • Schwarze Oliven Mavi (Duble) in der 700 Gramm-Packung, MHD 26.02.2023 und 15.02.2023, Losnummer 465 und 461
  • Schwarze Oliven Sari Istanbul in der 500 Gramm-Packung, MHD 03.12.2022, Losnummer 419
  • Schwarze Oliven Gold in der 700 Gramm-Packung, MHD 01.02.2023, Losnummer 448
  • Schwarze Oliven Kupa Uslu in der 1500 Gramm-Packung, MHD 04.01.2023, Losnummer 429
  • Schwarze Oliven Izmir (Turuncu) in der 700 Gramm-Packung, MHD 27.01.2023, Losnummer 443

Was ist eine Losnummer?

In Deutschland dürfen nur solche Lebensmittel in Verkehr gebracht werden, die mit einer Losnummer versehen sind. Das regelt die deutsche Los-Kennzeichnungs-Verordnung (LKV). Mit der Kennzeichnung muss das Produkt eindeutig dem Los zugeordnet werden können, aus dem es stammt. Ein Los ist die Menge aller in einem gleichen Produktionsdurchgang hergestellter Produkte.

Oliven-Rückruf: In sechs Produkten wurden Schimmelpilze nachgewiesen

Wie das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt gibt, „kann nicht ausgeschlossen werden, dass die oben genannten Produkte mikrobielle und substantielle Abweichungen aufweisen.“ Bei den Oliven wurden Schimmelpilze festgestellt. Sie seien daher nicht mehr zum Verzehr geeignet, heißt es weiter.

Hinweis auf mikrobielle Abweichungen bei dem Oliven-Rückruf deutet darauf hin, dass bei der Produktion mikrobiologische Verunreinigungen wie Keime, Viren oder Bakterien in das Produkt gelangt sind und es zu einer Schimmelpilzbildung gekommen ist. Das ist einer der häufigsten Gründe für Rückrufe in Deutschland (mehr Rückrufe bei RUHR24).

Gleich sechs Oliven-Produkte werden aktuell zurückgerufen.

Aktueller Oliven-Rückruf: Hersteller lässt viele Fragen von Kunden offen

Weitere Informationen zu dem Rückruf liefert der Hersteller allerdings nicht. Er lässt seine Kunden im Dunkeln, ob möglicherweise eine Gesundheitsgefahr von den Produkten ausgeht oder was es zur Folge haben kann, wenn man die Oliven trotz Verunreinigung isst.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist das einmalige Verspeisen von Schimmel in der Regel unproblematisch. Es können zwar Übelkeit, Magenbeschwerden oder Durchfall auftreten, allerdings sollten die Symptome nach kurzer Zeit wieder abklingen.

Häufiger Konsum von Produkten mit Schimmelpilzen kann jedoch zu akuten Schäden der Leber, Nieren und dem Immunsystem führen. Außerdem stehen die Stoffwechselprodukte aus Schimmelpilzen, sogenannten Mykotoxine, im Verdacht krebserregend zu wirken.

Rückruf von Oliven: Hersteller wird für dürftige Informationslage kritisiert

Das Verbraucherportal produktwarnung.de kritisiert die Ciloglu Handels GmbH für die unzureichenden Informationen zu dem Oliven-Rückruf. So heißt es: Der „Hersteller, der betroffenen Produkte informiert Endkunden unserer Meinung nach nicht ausreichend. So ist nicht gewährleistet, dass möglichst viele Endverbraucher diese Information auch erhalten.“

Auch für den Oliven-Rückruf im Juni 2021 hatte das Unternehmen bereits deshalb eine Rüge erhalten – scheinbar ohne Erfolg. Denn bei dem aktuellen Rückruf bleiben erneut viele Fragen offen. Immerhin gibt das Unternehmen an, dass Kunden, die die Oliven gekauft haben, die Produkte dort zurückgeben können, wo sie gekauft wurden. Auch ohne Vorlage des Kassenbons sollen sie dann ihr Geld zurückbekommen. Außerdem entschuldigt sich der Lebensmittelhändler für die Unannehmlichkeiten.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/afp; Collage: RUHR24

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