Auch Augen müssen atmen

Kontaktlinsen im Test: Öko-Test lässt beliebte Drogerie-Produkte durchfallen

Kontaktlinse
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Kontaktlinsen im Test – viele lassen zu wenig Sauerstoff durch

In der aktuellen Ausgabe hat Öko-Test Monatslinsen auf den Prüfstand gestellt. Das Ergebnis: Nicht alle lassen die Augen ausreichend atmen – auf die Art der Linse kommt es an.

Deutschland – Monatslinsen für den täglichen Gebrauch müssen zuverlässig funktionieren und dürfen zugleich nicht schädlich für das Auge sein. Neben dem Praxistest haben die Prüfer von Öko-Test daher einen Fokus auf die Sauerstoffdurchlässigkeit gelegt, denn diese ist wichtig für die Augengesundheit. Das klare Fazit: Viele lassen nicht genug Sauerstoff durch. Beim Kauf sollten Kontaktlinsenträger daher auf das Material achten (weitere Testberichte auf RUHR24).

VerbrauchermagazinÖko-Test
Verkaufte Auflage119.851 Exemplare
HauptsitzFrankfurt

Kontaktlinsen bei Öko-Test – Produkte aus Drogerien, Optikerläden und online

Für den großen Kontaktlinsen-Test hat Öko-Test insgesamt 16 weiche Monatskontaktlinsen in Drogerien, Optikerläden sowie online gekauft. Davon sind neun Linsen aus Silikon-Hydrogel und sieben aus Hydrogel.

Im Labor kontrollierten die Prüfer die Sauerstoffdurchlässigkeit. Die Aufbewahrungsflüssigkeit wurde zudem auf bedenkliche Stoffe untersucht.

Auch kontrolliert wurde der UV-Schutz, wenn vorhanden. Insgesamt acht der getesteten Produkte verfügen über einen zuverlässigen UV-Schutz. Da Kontaktlinsen nicht das ganze Auge bedecken, sollten Träger bei Sonnenschein allerdings unbedingt zusätzlich eine Sonnenbrille tragen.

Kontaktlinsen überzeugen im Praxistest – zwei Produkte sind allerdings zu groß

Um die Produkte miteinander zu vergleichen, wurden bei allen Marken Linsen mit einem Brechwert von –2,00 Dioptrien (dpt) ausgewählt. Im Praxistest, der ausschlaggebend für das Gesamtergebnis war, wurde geprüft, ob die Linsen der Kontaktlinsennorm DIN EN ISO 18369 entsprechen und die Angaben zu Durchmesser, Brechwert (Dioptrien) und Basiskurve stimmen.

Das hört sich erst einmal selbstverständlich an. Aber tatsächlich werden nicht alle der genannten Werte von jedem Hersteller richtig angegeben: Die Linsen zweier Hersteller hatten einen um 0,2 Millimeter zu großen Durchmesser. An Dioptrien und Basiskurve haben die Prüfer aber nichts auszusetzen.

Kontaktlinsen im Test – Flüssigkeit enthält oft bedenkliches Bor

Das sieht bei der Kontaktlinsenflüssigkeit schon anders aus: In insgesamt zehn Flüssigkeiten finden die Tester Bor. Wie die Verbraucherschützer erklären, sorgen Borsäure und Borate für einen stabilen ph-Wert.

Bor ist aber nicht unbedenklich – es gilt als fruchtbarkeitsschädigend. So wurde Bor von den Prüfern aus Frankfurt auch im Mineralwassertest bereits bemängelt. Besonders ärgerlich für Verbraucher: Viele Monatslinsen-Hersteller geben den Stoff nicht auf der Liste der Inhaltsstoffe an.

Video: 9 typische Fehler im Umgang mit Kontaktlinsen

Klare Kaufempfehlung von Öko-Test: Silikon-Hydrogel-Linsen punkten in Sachen Augengesundheit

Besonders wichtig ist es bei Kontaktlinsen, dass sie Sauerstoff ans Auge lassen – insbesondere dann, wenn sie lange getragen werden. Denn Sauerstoff ist für die Augengesundheit unerlässlich, wie auch Ökotest betont. Dauerhafter Sauerstoffmangel könne zu Bindehautentzündungen oder sogar einer Schädigung der Hornhaut führen.

Die Prüfer kommen zu dem Schluss, dass die weichen Silikon-Hydrogel-Linsen deutlich augenfreundlicher sind. Sie erreichen sehr gute Werte bei der Sauerstoffdurchlässigkeit. Hydrogel-Linsen schneiden hier schlechter ab. Damit kann Öko-Test auch sämtliche der getesteten Hydrogel-Linsen von bekannten Marken wie Lenscare, Acuvue oder True Lens empfehlen. Auch zwei Produkte aus dem Drogeriemarkt erreichen die Note „Gut“.

Die großen Verlierer bei Öko-Test – von diesen Monatslinsen besser die Finger lassen

Von den Hydrogel-Linsen weisen einiger allerdings so „deutliche Mängel“ bei der Sauerstoffdurchlässigkeit auf, dass sie nicht zu empfehlen sind, wie auch 24vita.de* berichtet. Das sind die großen Verlierer:

  • Produkt: Best View weiche Monatslinse -2,00 dpt; Anbieter: Rossmann; Preis: 4,99 Euro; Angaben zu Brechwert, Basiskurve und Durchmesser: in Ordnung; Sauerstoffdurchlässigkeit: deutliche Mängel; Bor in der Aufbewahrungsflüssigkeit: ja; Gesamtnote: ausreichend
  • Produkt: Eyelike Monatskontaktlinse -2,00 dpt; Anbieter: Eyelike; Preis: 4,99 Euro; Angaben zu Brechwert, Basiskurve und Durchmesser: Durchmesser weicht ab; Sauerstoffdurchlässigkeit: deutliche Mängel; Bor in der Aufbewahrungsflüssigkeit: ja; Gesamtnote: mangelhaft
  • Produkt: Visiomax Monats Kontaktlinse -2,00 dpt; Anbieter: Dm; Preis: 4,95 Euro; Angaben zu Brechwert, Basiskurve und Durchmesser: Durchmesser weicht ab; Sauerstoffdurchlässigkeit: deutliche Mängel; Bor in der Aufbewahrungsflüssigkeit: ja; Gesamtnote: mangelhaft
  • Alle Gewinner und Verlierer gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).

Großer Verlierer ist damit das beliebte Produkt von Dm. Aber auch die Linse von Eyelike und Rossmann (sowie vier weitere Hydrogel-Linsen) lassen die Augen nicht ausreichend atmen. Bei allen genannten Produkten ist die Aufbewahrungsflüssigkeit zudem mit Bor verunreinigt. Das Fazit der Frankfurter Tester: Statt auf harte Linsen sollten Verbraucher beim Kontaktlinsen-Kauf auf Silikon-Hydrogel-Linsen setzen – am besten mit zusätzlichem UV-Schutz. *24vita.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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