Warnung für Eltern

Gefahr für Babys: Öko-Test warnt vor Flaschen - drastische Folgen drohen

Ein Baby greift die Hand einer erwachsenen Person.
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Durch bestimmte Flaschen nehmen Babys zu viel Mikroplastik auf.

Baby-Flaschen sollen auf die Bedürfnisse vom Nachwuchs abgestimmt sein. Doch aktuell warnt Öko-Test vor einigen Produkten.

Nordrhein-Westfalen - Der Kauf einer Flasche für das Baby sollte gut überlegt sein. Das haben Wissenschaftler nun herausgefunden. Denn die falsche Wahl könnte die Gesundheit des Sprösslings beeinflussen. Deshalb schlägt auch Öko-Test Alarm.

UnternehmenÖko-Test
Verkaufte Auflage103.397 Exemplare
Verbreitete Auflage103.809 Exemplare
VerlagÖKO-TEST AG (Deutschland)
BeschreibungVerbrauchermagazin

Babyflaschen aus Plastik: Öko-Test warnt vor Mikroplastik

In vielen der Milchfläschchen soll zu viel Mikroplastik enthalten sein. Davor warnen aktuell die Experten von Öko-Test, die kürzlich bei der Untersuchung von Haferflocken ein schockierendes Ergebnis erhalten haben. Dabei berufen sie sich auf eine Studie von Forschern der Universität Dublin. Demnach sollen sich durch die warme Milch kleine Partikel vom Kunststoff Polypropylen ablösen - mit drastischen Folgen.

Denn dadurch sollen Babys, die neben dem Stillen auch mit einer solchen Flasche die Milch trinken, etwa zwischen ein und zwei Millionen Plastikpartikel in Nanogröße pro Tag zu sich nehmen. Das sei laut Schätzungen etwa 300 Mal mehr Plastik als Erwachsene täglich aufnehmen. Bei denen liege der Wert nämlich bei 600 Partikeln von Mikroplastik.

Für den Test haben die Forscher der Universität Dublin zehn verschiedene Polypropylen-Fläschchen mit 70 Grad Celsius heißem Wasser befüllt. Daraufhin wurden die Produkte eine Minute lang geschüttelt. So stehe es in den Vorgaben der WHO, um die Kindernahrung keimfrei zuzubereiten. Der Inhalt wurde durch eine Membran gefiltert, sodass die Wissenschaftler die gefundenen Kunststoffpartikel zählen konnten.

Mikroplastik in Fläschchen: Öko-Test warnt vor Langzeitfolgen

Besonders problematisch sei es, dass durch die heiße Flüssigkeit die Innenflächen der Baby-Flaschen aus Polypropylen „stark belastet“ werden würden, wie Öko-Test online schreibt. Eine weitere Gefahr bei der Freisetzung der Plastikteilchen stelle das Schütteln der Flasche dar.

Dies könne auch nach längerer Zeit noch der Fall sein. In der Untersuchung sollen auch nach drei Wochen noch Teile vom Mikroplastik freigesetzt worden sein. Wie genau sich das auf die Gesundheit der Neugeborenen auswirkt, ist aktuell noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt. Fest steht hingegen, dass der in der Flasche enthaltene Schadstoff die Umwelt erheblich belastet.

Im Video: Öko-Test enthüllt: Mikroplastik auch im Mineralwasser nachgewiesen

Tipps von Öko-Test: Gefahr von Mikroplastik bei Babyflaschen ganz leicht minimieren

Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte, kann einige Tipps zur Verwendung von Babyflaschen berücksichtigen. Die vermutlich beste Option ist es, auf solche Plastikflaschen zu verzichten und stattdessen lieber Alternativen aus Glas zu verwenden.

Sind bereits Baby-Flaschen aus Polypropylen vorhanden, sollten diese nach dem Sterilisieren zunächst abkühlen. Vor der Verwendung sollten sie zudem dreimal mit kaltem, abgekochten Wasser ausgespült werden. Außerdem sei es wichtig, die Milch separat in einem Gefäß zuzubereiten, das frei von Plastik ist. Zur Aufbereitung sollte heißes Wasser mit einer Temperatur von 70 Grad Celsius genutzt werden.

In das Fläschchen aus Plastik gehört die Milch erst, wenn sie komplett fertig zubereitet ist und dazu die passende Temperatur erreicht hat. Will man den Inhalt aufwärmen, sollte dies nicht in der Plastikflasche geschehen. Dabei soll möglichst kein Wasserkocher aus Kunststoff verwendet werden. Werden diese Hinweise berücksichtigt, müssen die Babyflaschen aus Polypropylen nicht direkt in den Müll wandern.

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