Öko-Test untersucht Jeans für Frauen: Das Ergebnis von Levi's und Co. ist schockierend

Ökotest untersucht Jeans für Frauen. Foto: Fredrik von Erichsen dpa/
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Ökotest untersucht Jeans für Frauen. Foto: Fredrik von Erichsen dpa/

Öko-Test hat die Textilbranche auf den Prüfstand gestellt und kam zu unerfreulichen Ergebnissen. Jeans für Frauen schnitten durchschnittlich schlecht ab.

Öko-Test hat 21 Jeans für Frauen getestet. Darunter waren auch bekannte Marken wie Diesel, Levi's oder G-Star. Das Ergebnis war ist schockierend.

Öko-Test wollte es wissen: Woher stammen die Jeans? Wie steht es um die Produktionsbedingungen? Wie robust sind die Hosen?

H&M, Esprit, Levi's oder Diesel: Die Experten untersuchten teure Markenprodukte, Billigmode aber auch Jeans von Firmen, die mit fairen Bedingungen werben. Der Test in der August-Ausgabe kommt zu keinem guten Ergebnis.

Zu ähnlich schlechten Ergebnissen kam die die Öko-Test-Untersuchung von Duschgels für Männer - ebenfalls in der August-Ausgabe. Hier fiel jedes Dritte Reinigungsprodukt durch.

Öko-Test: 15 Hosen fallen durch

Die Jeanshose gehört zu den beliebtesten Kleidungsstücken der Welt. Nun rät Öko-Test vom Kauf ab. Denn vor allem Produktionsbedingungen sind bei 15 Marken mehr als bedenklich. Faktoren wie Umweltschutz oder Arbeitssicherheit wird bei den meisten Unternehmen entlang der kompletten Lieferkette vernachlässigt.

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Öko-Test wollte für jede Angabe hieb- und stichfeste Belege - und musste darauf lange warten. Keine Firma wollte die komplette Lieferkette transparent machen.

Bio-Jeans schneiden "befriedigend" bei Öko-Test ab

Bei Firmen, die mit hohen Standards werben, sah das immerhin schon etwas besser aus: Marken wie Armedangels oder Hess Natur belegten, dass sie sich um sozialverträgliche und umweltschonende Bedingungen bemühen. Die meisten ihrer Jeans sind GOTS-zertifiziert - ein Siegel, das für hohe Standards steht.

Nicht so bei dem Öko-Label Kings Of Indigo - diese wirbt zwar mit ökologischen Standards und Baumwolle aus biologischem Anbau, wollte dies allerdings nicht nachweisen. Ein Manko gibt es aber auch bei den Bio-Marken.

Kein Unternehmen zahlt faire Löhne

Keines der getesteten Unternehmen konnte eine faire Bezahlung der Arbeiter in den Produktionsländern nachweisen.

Bekannte Marken wie Diesel oder Mustang reagierten erst gar nicht auf diese Frage. Andere gaben zumindest an, dass sie sich mit dem Thema einer existenzsichernden Bezahlung befassen würden.

Immerhin: Jeans bestehen den Praxistest

Ein erfreuliches Ergebnis gab es am Ende aber doch noch: Alle Hosen bestehen den Praxistest.

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Öko-Test gibt an, dass "alle Jeans ziemlich robust sind und sich beim Waschen nicht wesentlich verändern". Das könnte wiederum an der chemikalienintensiven Produktion liegen.

Die markante Jeans-Farbe ist giftig

Der Einsatz vieler Chemikalien ist typisch für die Herstellung von Textilien - insbesondere die Farbe gilt als umwelt- und gesundheitsschädlich. Das ist auch bei der markanten Jeansfarbe so.

Bei einem Bestandteil der blauen Farbe liegt der Verdacht vor, krebserregend zu sein: der Schadstoff Anilin. Und ausgerechnet dieser wurde in 15 Hosen nachgewiesen. Auch bei den Jeans der Öko-Labels.

Ähnliches ergab eine Untersuchung von Stiftung Warentest: Bambusbecher, die lange als eine umweltfreundliche Alternative zu To-Go-Bechern galten, enthalten viele gesundheitsschädliche Stoffe.

Übrigens: Öko-Test hat jetzt auch 22 verschiedene Sorten Kaffee getestet – und in allen einen Stoff gefunden, der womöglich krebserregend ist.