Mögliche Gefahr für die Gesundheit

Öko-Test testet Selbstbräuner: Schockierendes Ergebnis - fast alle Produkte fallen durch!

Die Sommerbräune aus der Tube: Selbstbräuner sind beliebt - Öko-Test hat sie untersucht.
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Die Sommerbräune aus der Tube: Selbstbräuner sind beliebt - Öko-Test hat sie untersucht.

Öko-Test hat Selbstbräuner untersucht, das Ergebnis ist enttäuschend. Kaum eine Marke, die die Sommerbräune aus der Tube verspricht, kann überzeugen.

  • Urlaubsbräune aus der Tube - das kommt in der Corona-Krise gerade recht, denn Urlaub am Strand ist erst einmal nicht in Sicht.
  • Allerdings gibt es laut Öko-Test nur wenige Selbstbräuner, die wirklich zu empfehlen sind.
  • Von 20 getesteten Selbstbräunern fallen 16 durch - diese Produkte kann Öko-Test empfehlen.

Frankfurt am Main - Braune Haut - das ist schon seit Jahren ein Schönheitsideal, dem viele Menschen nacheifern. Wer die Sommerbräune bis in den Herbst behalten will, der greift zu verschiedenen Methoden - oder benutzt schlicht Selbstbräuner. Die Creme ist der Sommerteint aus der Tube, wie RUHR24.de* berichtet. Doch Öko-Test warnt: Mehr als drei Viertel der Selbstbräuner fallen durch (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de*).

Öko-Test: Selbstbräuner im Test - nicht zum ersten Mal

Gerade in der Coronavirus-Krise, in der der geplante Sommerurlaub* ins Wasser fällt, kommt die Tubenbräune gerade recht. Urlaubsbräune trotz Ausgangssperre - immerhin etwas.

Allerdings sollten Verbraucher beim Selbstbräuner-Kauf genau hinsehen. Öko-Test hat 20 Selbstbräuner getestet - und das nicht zum ersten Mal. Bereits in der Vergangenheit haben die Tester sich Bräunungsmittel vorgenommen und damals war das Ergebnis enttäuschend. Daran hat sich nicht viel geändert.

Öko-Test: Selbstbräuner fallen reihenweise durch - selbst Naturkosmetik

Nur drei Selbstbräuner haben es geschafft mit der Note "gut" abzuschneiden. Bis auf eine Ausnahme, die noch ein "ausreichend" abstauben konnte, fällt der Rest der Selbstbräuner komplett durch. 

Selbst Naturkosmetik fällt durch. Dabei schneidet Naturkosmetik bei Öko-Test, die auch Pesto untersucht haben*, in der Regel recht gut ab. Bei den Selbstbräunern gibt es nur "mangelhaft" oder "ungenügend". Auch hatte Öko-Test Mängel bei einigen Sorten Duschgel entdeckt.

Selbstbräuner im Öko-Test: krebsverdächtiger Stoff gefunden

Das Problem ist kein neues, bereits im vorangegangenen Öko-Test, der jetzt auch die Inhaltsstoffe von Ketchup untersucht hat, haben die Tester den Inhaltsstoff Dihydroxyaceton (DHA) bemängelt. Der Stoff in den Selbstbräunern ist für die Bräune zuständig.

Allerdings ist DHA laut Öko-Test-Experten, die auch Apfelmus untersucht haben*, auch recht instabil und zerfällt mit der Zeit. Dabei kann unter Einwirkung von Wärme nach und nach Formaldehyd freigesetzt werden. Dieser Stoff gilt als hautreizend und über die Atemluft sogar als krebsverdächtig.

Punktabzug für Selbstbräuner mit Duftstoffen im Öko-Test

Zwar werden bei der Abspaltung keine Grenzwerte überschritten, aber Öko-Test, die auch in Fischstäbchen erhebliche Schadstoffe* gefunden haben, meint, dass ein krebsverdächtiger Stoff nichts in kosmetischen Produkten zu suchen hat. Ebenso wenig wollen die Tester Polyethylenglykole und ihre Abkömmlinge (PEG/PEG-Derivate) in Kosmetika sehen.

Diese Stoffe können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Die gute Nachricht: In Naturkosmetik sind diese Stoffe sowieso tabu und auch einige konventionelle Hersteller haben bereits reagiert.

Nachgewiesene Duftstoffe, die Allergien auslösen können, haben zusätzlich für Punktabzüge bei den Selbstbräunern gesorgt.

Ähnliche Gefahren haben die Tester von Öko-Test auch bei Deo ausgemacht. Die Testsieger waren recht günstig zu haben, bei Markenprodukten gab es Warnungen. Außerdem untersucht das Verbrauchermagazin nicht nur Nahrungsmittel und Kosmetik, sondern auch Haushaltsgegenstände. So hat Öko-Test Kopfkissen untersucht und in einigen Modellen gefährliche Schadstoffe gefunden

Selbstbräuner schützen nicht vor UV-Strahlung

Zudem fehlt bei drei Herstellern ein wichtiger Hinweis auf der Verpackung: Selbstbräuner schützen nicht vor UV-Strahlungen. Die gebräunte Haut könnte über diesen Fakt hinwegtäuschen, aber dabei handelt es sich lediglich um eine Farbschicht.

Der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) und Öko-Test empfehlen, einen entsprechenden Hinweis auf der Packung des Selbstbräuners anzubringen. Bei drei Herstellern fehlt der Warnhinweis - das gibt Punktabzug.

Auch wenn es den Eindruck erwecken mag: Selbstbräuner schütz nicht vor UV-Strahlung.

Öko-Test: Diese Selbstbräuner sind zu empfehlen

Von 20 getesteten Selbstbräunern konnten lediglich drei so sehr überzeugen, dass Öko-Test sie mit der Note "gut" bewertet. Testsieger sind:

  • "Lavozon Pflegende Selbstbräunungsmilch" von Müller
  • "Natuvell Sun Selbstbräunungsmilch Sommer Teint" von Globus
  • "Sun Ozon Selbstbräunungsmilch" von Rossmann

Nur noch ein weiterer Selbstbräuner hat den Test mit "ausreichend" knapp bestanden. Die restlichen 16 Selbstbräuner sind mit "mangehalft" oder sogar "ungenügend" durchgefallen. Darunter sind neben konventionellen Marken wie Dove, Nivea oder L‘Oréal auch einige Naturkosmetikprodukte vertreten. 

Video: Öko-Test prüft Gesichtscremes - Markencremes fallen mit "ungenügend" durch

Das gesamte Ergebnis gibt es bei online Öko-Test (Bezahlartikel) oder im neuen Magazin (Mai). Außerdem gibt Öko-Test noch Tipps, wie der Selbstbräuner am besten aufgetragen wird, ohne dass es am Ende fleckig und streifig wird. So sollte Knie und Ellenbogen vor der Behandlung am besten gepeelt werden. Dann wird das Ergebnis auch auf dickeren Hornschichten gleichmäßiger. mai

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.