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Schlechte Tierhaltungsbedingungen und zu hohe Mineralölgehalte sorgen dafür, dass etliche Parmesan-Käse den Öko-Test nicht bestanden haben. Eine Bio-Sorte wurde Testsieger.

  • Ökotest hat Parmesan vor allem auf die Tierhaltung der Milchkühe geprüft.
  • Nur einer von 16 Sorten bekam die Note „Gut“.
  • Viele Käse waren außerdem mit Mineralöl belastet.

Er gehört auf Pasta, verfeinert Salate und landet auch gerne mal auf Pizza: Parmesan-Käse. Die italienische Leckerei wertet mit seinem würzigen Geschmack viele verschiedene Gerichte auf. Dabei hat sie eine lange Tradition und darf nur in bestimmten Regionen Italiens hergestellt werden.

Doch gerade die Produktion des Parmesans wird zum Problem. Denn um Tierwohl scheinen sich die Hersteller keine Gedanken zu machen. Nur in wenigen Fällen leben die Kühe einigermaßen artgerecht – das fand Öko-Test nun heraus.

Immer wieder untersucht das Verbraucher-Magazin Lebensmittel. Zuletzt wurde dieser Test über Mineralwasser publik. Bei einem anderen Test kam heraus, dass viele Olivenöle mangelhaft sind.

Öko-Test hat 16 Käse geprüft – davon vier Bio-Sorten

Insgesamt 16 verschiedene Parmesan-Käse hat Öko-Test untersucht. Vier von ihnen sind Bio-Sorten. Das Verbrauchermagazin wollte von den Herstellern vor allem wissen, wie die Milchkühe leben, ob sie auf die Weide dürfen und ob sie ohne Betäubung enthornt wurden.

Das Heftige: Nur wenige Hersteller lassen sich in die Karten gucken und geben sich transparent. Viele verweigern die Auskunft zur Lieferkette. Wo kommt die Milch her? Wurde sie wirklich in der Parmigiano-Reggiano-Region produziert? Wurden die Kühe artgerecht behandelt? Auf viele der Fragen bekam Öko-Test keine Antworten.

Kühe dürfen nicht raus und leben in Ställen

Besonders kritisch ist auch, dass von den 70 von Öko-Test befragten Milcherzeugern nur ein einziger Betrieb seine Kühe auf die Weide lässt. Die meisten Betriebe halten ihre Kühe in Ställen.

Den Tieren der befragten Bio-Höfe geht es etwas besser. Sie bekommen in Laufhöfen etwas mehr Bewegung. Alle Kühe im Öko-Test wurden enthornt. Bio-Höfe müssen die Tiere vorher betäuben, in der konventionellen Tierhaltung ist das bei Kälbern unter sechs Wochen nicht der Fall.

Nur ein Parmesan bekam die Note „gut“ von Öko-Test

Nur einer von 16 Parmesan-Käse schnitt bei dem Öko-Test mit der Note „gut“ ab. Testsieger ist der Bio-Käse „Alnatura Parmigiano Reggiano“. Der Hersteller kann seine komplette Lieferkette benennen und belegen. Er punktete bei den Prüfern mit seiner Transparenz.

Laut offizieller Regularien müssen Parmesan-Kühe viel Heu und Gras fressen, nur so enthält der spätere Käse wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Immerhin: Wie Laboranalysen bestätigen, haben die Kühe ihr Futter immer nach Vorschrift bekommen. Allerdings wäre theoretisch auch noch Soja als Futtermittel erlaubt, doch der ist oft gentechnisch verändert.

Parmesan ist ein beleibter italienischer Käse und verfeiert viele Gerichte. Foto: dpa

Viele Hersteller haben im Test abgestritten, dass sie gentechnisch verändertes Futter verwenden. Belegen lässt sich das aber nicht.

Mineralöl im Käse – diese Supermärkte verkaufen belasteten Parmesan

Wie Öko-Test schreibt, sind viele der Parmesan-Käse mit Mineralöl belastet. In zehn Sorten waren die Werte „stark“ oder sogar „sehr stark“ erhöht.

Die betroffenen Produkte sind vor allem von Lidl, Rewe, Ferrari und Terre di Montagna. Woher die Belastungen kommen, ist nicht ganz klar. Denkbar wäre aber eine Verunreinigung durch Schmieröle in der Herstellung. Auch beim Versiegeln der Verpackungen könnte das Öl in den Käse gelangen.