Schädliche Chemikalien

Öko-Test warnt: Diese Küchenrollen sollten keine Lebensmittel berühren

Küchenrollen in der Produktion
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Küchenrollen im Öko-Test: Schadstoffe sind „problematisch“. (Symbolbild)

In seiner aktuellen Ausgabe stellt Öko-Test Küchenrollen auf den Prüfstand. Das Ergebnis: Nicht alle sollte man für Lebensmittel verwenden.

Frankfurt – Küchenrollen sind für viele aus dem Alltag gar nicht wegzudenken. Denn sie lassen sich vielseitig verwenden und sind einfach extrem praktisch. Das Verbrauchermagazin Öko-Test bescheinigt Küchenrollen in seinem aktuellen Magazin tatsächlich einen hohen Praxisnutzen. So können die meisten Küchenkrepps in Sachen Festigkeit und Saugfähigkeit überzeugen. Die Inhaltsstoffe sind allerdings teilweise bedenklich. Öko-Test hält daher den Kontakt mit Lebensmitteln bei einigen Produkten für „problematisch“ (mehr Testberichte auf RUHR24.de).

Öko-TestVerbrauchermagazin
ChefredakteurHans Oppermann
verbreitete Auflage113.248 Exemplare

Küchenrollen bei Öko-Test auf dem Prüfstand – so wurde getestet

Die Prüfer haben insgesamt 20 Küchenrollen in Drogerien, Supermärkten und bei Discountern gekauft. Im Praxislabor wurde zunächst getestet, wie saugfähig und wie reißfest die Tücher sind. Außerdem wurde geschaut, wie gut sich die einzelnen Blätter abreißen lassen.

Daneben sind sämtliche Produkte aus dem Küchenrollen-Test von Öko-Test auf Schadstoffe hin überprüft worden. Ein weiteres Augenmerk der Tester lag auf der Nachhaltigkeit. So hat Öko-Test bewertet, ob die Küchenrollen aus Altpapier hergestellt wurden und welche Holzarten in den Zellstoffpapieren stecken. Dabei floss die Bewertung der Inhaltsstoffe zu 60 Prozent, der Praxistest zu 40 Prozent in das Gesamtergebnis mit ein.

Öko-Test prüft Küchenrollen – diese Noten erhalten die Haushaltshelfer

Insgesamt ist das Ergebnis gar nicht so schlecht. So erhalten 13 der Produkte die Note „gut“, weitere fünf die Note „befriedigend“. Überzeugen kann der Küchenkrepp dabei vor allem im Praxistest – hier sind fast alle Produkte empfehlenswert.

Bei den Inhaltsstoffen gibt es allerdings erhebliche Abzüge. So erhält auch nur ein Produkt die Bestnote „sehr gut“. Eines fällt komplett „aus der Rolle“. Es enthält eine gefährliche Chemikalie und erhält „mangelhaft“.

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Öko-Test: Einige Küchenrollen besser nicht für Lebensmittel verwenden

Konkret ist der Küchenkrepp mit dem Chlorpropanol 3-MCPD belastet. Dabei handelt es sich um eine halogenorganische Verbindung, die die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ einstuft, wie Öko-Test erklärt. Im Tierversuch wirkte die Substanz außerdem nierenschädigend.

Tatsächlich wiesen die Prüfer diesen Stoff sogar in 12 (!) der getesteten Küchenrollen nach. Allerdings nur in einem der Produkte in einer Menge, die über dem vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) festgelegten Richtwert liegt. Insgesamt kommen die Prüfer dabei zu dem Ergebnis, es bestehe zwar kein Grund zur Panik, aber „zur Vorsicht schon“. So sei es auch noch unklar, wie viel Chlorpropanol tatsächlich bei nur kurzem Kontakt von Küchenrollen-Papier in ein Lebensmittel übergehe.

Küchenrollen bei Öko-Test: Schadstoffe in Produkten sind bedenklich

Neben Chlorpropanol können laut Öko-Test auch noch andere halogenorganischen Verbindungen in den Küchenrollen stecken. Sie könnten zum Beispiel aus der Chlorbleiche oder aus dem verwendeten Altpapier in das Krepp gelangen, so die Tester. Halogenorganische Verbindungen sind auch ein problematischer Stoff in Seifen, die Öko-Test ebenfalls in diesem Jahr getestet hatte.

Viele solcher Verbindungen gelten als Allergie auslösend, umweltschädlich sind sie alle. So sind die Küchentücher zwar praktisch, aber auch eine Umweltsünde.

Küchenrollen auf dem Prüfstand – das sind die Verlierer im Öko-Test

Die drei Produkte, die im Test am schlechtesten abschneiden, sind die folgenden:

  • Produkt: Floralys 3-lagige Küchentücher min. 20 Prozent Recycling-Faser (Lidl); Gesamtnote: befriedigend; 3-MCPD: enthält Spuren; Halogenorganische Verbindungen: ja; Testergebnis Inhaltsstoffe: ausreichend
  • Produkt: Regina Haushaltstücher weiß, Papierverpackung; Gesamtnote: befriedigend; 3-MCPD: nein; Halogenorganische Verbindungen: Spuren; Testergebnis Inhaltsstoffe: ausreichend
  • Produkt: Budni Küchentücher Recycling; Gesamtnote: mangelhaft; 3-MCPD: über Richtwert; Halogenorganische Verbindungen: ja; Testergebnis Inhaltsstoffe: mangelhaft
  • Alle Verlierer und Gewinner im Test gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).

Öko-Test: Küchenrollen haben schlechte Umweltbilanz – Produkte aus Altpapier sind vorzuziehen

Da es sich bei Küchenkrepp um ein Wegwerfprodukt handelt, haben Küchenrollen laut Öko-Test insgesamt keine gute Umweltbilanz. Daher raten die Tester dazu, lieber den „guten alten Putzlappen“ zum Wegwischen – und ein sauberes Handtuch zum Abtrocknen von Lebensmitteln zu verwenden.

Wer das unpraktisch findet und auf keinen Fall auf Küchenrollen verzichten möchte, sollte laut den Frankfurter Testern auf Produkte aus Altpapier setzen. Diese haben deutliche Vorteile für die Umwelt – insbesondere müssen für die Produktion weniger Bäume gefällt werden.