51 Produkte getestet

Überraschung bei Öko-Test: In fast jeder zweiten Gesichtsmaske steckt lösliches Plastik - das sind die Verlierer

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Öko-Test hat 51 Masken getestet

Gesichtsmasken sollen die Haut pflegen und uns ein bisschen schöner machen. Allerdings hat Öko-Test in vielen Masken Plastik gefunden.

  • Öko-Test testet anonym Produkte und Dienstleistungen - diesmal haben die Tester Gesichtsmasken unter die Lupe genommen.
  • 51 Creme- und Tuchmasken haben sie getestet.
  • Nach dem Test können allerdings nicht alle Masken empfohlen werden. 

Frankfurt am Main - Es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und Formen. Inhaltsstoffe wie Kokos, Aloe Vera oder Hyaluron sollen uns ein bisschen schöner machen und die Haut pflegen. Kurzum: Gesichtsmasken stehen in vielen Badezimmerschränken, denn die Versprechen sind verheißungsvoll. Allerdings sind laut Öko-Test nicht alle Masken zu empfehlen. In einigen haben die Tester lösliches Plastik und allergieauslösende Stoffe gefunden. 

Öko-Test untersucht 51 Gesichtsmasken - darunter Creme- und Tuchmasken

Öko-Test hat in den letzten 30 Jahren rund 100.000 Produkte und Dienstleistungen untersucht. Die Produkte werden anonym auf dem Markt eingekauft und Labore werden beauftragt, sie zu untersuchen und zu bewerten. So haben die Tester kürzlich verschiedene Sorten Hummus untersucht

Gesichtsmasken versprechen die Extra-Portion Feuchtigkeit oder glatte und straffe Haut. Öko-Test hat insgesamt 51 Produkte getestet, darunter Naturkosmetik und auch klassische Feuchtigkeitsmasken. 30 Gesichtsmasken-Cremes sowie 21 Hydrogelmasken und Tuchmasken haben sich die Tester vorgenommen. Tuchmasken bestehen in der Regel aus Baumwolle, Zellulose, Bambusfasern oder Hydrogel und sind mit einem Pflegeserum getränkt.

Insgesamt sind 10 Masken bei Öko-Test durchgefallen

Öko-Test hat die Inhaltsstoffe der getesteten Masken auf problematische Stoffe untersucht und die Masken in verschiedene Labore zur Untersuchung gegeben. Untersucht wurden die Masken auf Stoffe wie Mineralölbestandteile oder Konservierungsmittel. 

Die gute Nachricht vorweg: 29 der getesteten Masken konnte Öko-Test mit der Note "sehr gut" oder "gut" bewerten. Allerdings gibt es auch Gesichtsmasken, die im Test mit "mangelhaft" und "ungenügend" bewertet werden mussten. Insgesamt 10 Masken sind durchgefallen.

Öko-Test hat in insgesamt 20 Masken lösliches Plastik gefunden

Hauptkritikpunkt der Tester: lösliches Plastik. In insgesamt 20 Masken konnten Kunststoffverbindungen gefunden werden - sie können eine Belastung für die Umwelt darstellen. Außerdem bemängelt Öko-Test Stoffe wie die umstrittenen PEG-Verbindungen. Zwar haben sie eine wichtige Funktion in den Masken, sie sollen Fette und Wasser miteinander verbinden, allerdings können sie auch Fremdkörper in die Haut einschleusen. Außerdem kritisieren die Tester hautreizende Inhaltsstoffe, Duftstoffe, falsche Versprechungen und viel zu viel Müll. Gefährliche Duftstoffe hat Öko-Test auch bei Haarspülungen kritisiert. Aber nicht nur da: Auch in Peelings fand Öko-Test den Schadstoff.

So wurden in den Crememasken von den bekannten Marken Merz und La Roche-Posay größere Mengen an Silikonen und Paraffinen gefunden. Zwar sollen sie für ein angenehmes Hautgefühl sorgen, doch hautpflegend sind die Stoffe nicht. Fette und Öle würden sich viel besser ins Gleichgewicht der Haut einfügen.

Öko-Test findet Stoffe in Gesichtsmasken, die Allergien auslösen können

Noch problematischer sind aber wohl Stoffe, die Allergien auslösen können. So ist laut dem Verbrauchermagazin Öko-Test, das auch giftige Schadstoffe in Modeschmuck gefunden hat, der Durftstoff Hydroxycitronellal in der Gesichtsmaske von Judith Williams enthalten. Ein anderer Stoff, der gefunden wurde, soll sogar im Verdacht stehen, die Fortpflanzung zu beeinträchtigen. Plastik in Form von löslichen Polymeren oder Silikonverbindungen sind außerdem eine Belastung für die Umwelt.

Einzelverpackungen von Masken und Tuchmasken, die viel Müll verursachen, wurden zwar nicht abgewertet. Aber Öko-Test rät zu Masken, die in Tuben oder Tiegeln verkauft werden, um unnötigen Müll zu vermeiden. Denn wird die Packung einer Maske aufgerissen, landet sie nach zwei Anwendungen oft im Müll. 

Testsieger bei Öko-Test sind unter anderem günstige Drogerie-Produkte

Kosmetika versprechen viel: jugendliche Haut, kleine Fältchen sollen geglättet werden und strahlende Frische. Auch Gesichtsmasken halten sich mit ihren Versprechungen nicht zurück. Die getesteten Marken Alterra, Eucerin, Garnier, Judith Williams und Logona werben mit dem Anti-Aging-Versprechen. Die Beauty-Firmen konnten allerdings keine aussagekräftigen Studien vorlegen, die dieses Versprechen stützen könnten. 

Überraschend: Einige der Testsieger sind günstige Drogerie-Eigenmarken. So haben die Tester die Masken von Alverde (dm), Balea (dm), CV (Müller) oder Isana (Rossmann) mit "sehr gut" ausgezeichnet. 

Video: Öko-Test prüft Gesichtscremes - Markencremes fallen durch

Testverlierer sind auch konventionelle Marken. Mit "mangelhaft" wurden unter anderem diese Gesichtsmasken bewertet: Neutrogena Hydro Boost Hydrogel Maske, Garnier Skin Active Hydra Bomb Tuchmaske oder La Roche-Posay Hydraphase Intense Masque. Am schlechtesten mit "ungenügend" sind Masken Douglas, Have & Be, Jiinju Beauty, Kiss Products und Sugu Beauty bewertet worden. 

Generell rät Öko-Test zu Naturkosmetik und zu konventionelle Masken aus der Drogerie, sie wurden mit am besten bewertet. Wer es aber ganz natürlich und sehr günstig haben möchte greift zu Gurke und Quark. Ein Stück Gurke solle püriert werden und mit einem Esslöffel Quark vermengt werden. 

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