Plastik und Wasser

Öko-Test testet Feuchttücher für Babys: Beliebte Marke nur "ausreichend"

Öko-Test hat Feuchttücher für Babys auf Schadstoffe und mehr untersucht.
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Öko-Test hat Feuchttücher für Babys auf Schadstoffe untersucht.

Pflegemittel sollten sich einem sensiblen Babypo anpassen. Öko-Test hat deshalb Feuchttücher für Babys untersucht. Eine beliebte Marke ist nur "ausreichend".

  • Feuchttücher gehören für viele dazu, wenn es darum geht, Babys oder Kleinkinder zu wickeln.
  • Öko-Test hat nun 28 Produkte dieser Art unter die Lupe genommen.
  • Sicher ist: Die Feuchttücher sind ein vermeidbares Wegwerfprodukt.

NRW - Beim Wickeln und sauber machen des Babypos schnell zu Feuchttüchern greifen, kann äußerst praktisch sein. Die kleinen Tücher bleiben in der Plastikverpackung nass und scheinbar frisch. Doch eigentlich sind sie absolut vermeidbar, berichtet RUHR24.de*. Öko-Test (Ausgabe 7/2020) hat 28 verschiedene Feuchttücher untersucht.

Magazin

Öko-Test

Verkaufte Auflage

106.876 Exemplare

Verlag

Öko-Test AG

Chefredakteur

Hans Oppermann

Feuchttücher bei Öko-Test: Die meisten schneiden mit "sehr gut" ab

Für Fans der Feuchttücher gibt es insgesamt aber gute Nachrichten: Laut Öko-Test sind bedenkliche Konservierungsstoffe aus den Baby-Tüchern verschwunden. Die Hersteller haben ihre Produkte demnach verbessert. In einer Untersuchung vor drei Jahren fanden die Tester noch viele Stoffe, die für Kinderhaut problematisch sein können.

Völlig frei von umstrittenen Stoffen sind die Feuchttücher allerdings noch nicht. In fünf von 28 getesteten Produkten stecken sogenannte halogenorganische Verbindungen.

Feuchttücher für Babys: Öko-Test findet Spuren von krebserregender Bleiche

Das sind Verbindungen aus tausenden von Stoffen, von denen manche als krebserregend und viele als allergieauslösend gelten. Im Falle der Feuchttücher könnte es sich laut Öko-Test bei den Verbindungen um Überbleibsel aus der Bleiche des Vliesstoffs handeln. Bei einigen Verfahren setzten die Hersteller möglicherweise noch Chlorverbindungen ein, was die Rückstände erklären könnte.

Insgesamt sind viele der Feuchttücher aber empfehlenswert und schneiden mit "Sehr gut" ab. Darunter sind auch günstige Eigenmarken-Produkte aus Drogerien. Einige teurere Produkte konnten Öko-Test allerdings nicht überzeugen (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de*).

Die meisten Feuchttücher sind laut Öko-Test empfehlenswert. Dennoch ist das Produkt eher unnötig.

Feuchttücher für Kinder: "Pampers" und "Huggies" sind die Verlierer bei Öko-Test

Darunter auch der wohl bekannteste Hersteller, wenn es um Windeln und Baby-Hygiene geht: Die Pampers Sensitive Feuchttücher sind gerade mal mit einem "ausreichend" davon gekommen. Grund dafür sind unter anderem die darin enthaltenden PEG/PEG-Derivate.

Diese sollen die Haut der Babys laut Öko-Test, die auch stilles Wasser unter die Lupe genommen haben*, durchlässiger für Fremdstoffe, die wiederum gesundheitsschädigend sein können, machen. Das Schlusslicht der Untersuchung kombiniert gleich mehrere der Problemstoffe: Neben den PEG/PEG-Derivaten stecken in den Huggies Pure Baby Feuchttüchern noch halogenorganische Verbindungen.

Öko-Test: Der Trend bei Feuchttüchern geht über zu sensitiven Produkten

Insgesamt konnte Öko-Test* außerdem einen Trend beobachten, der scheinbar vor allem Werbezwecke betrifft. So geht der Trend bei Feuchttüchern zu dem Vermerk "99 Prozent Wasser". Elf Produkte im Test trugen diese Aufschrift und enthielten tatsächlich oft weniger reinigende oder pflegende Zusätze als andere Artikel im Test.

Doch wo viel Wasser im Spiel ist, kann auch schneller ein Nährboden für Keime entstehen, die etwa eine Harnwegsinfektion auslösen können. Hier gibt das Verbrauchermagazin Entwarnung, in diesem Punkt seien alle getesteten Marken einwandfrei gewesen.

Feuchttücher sind laut Öko-Test ein vermeidbares Produkt, dass nur Müll verursacht

Die Beurteilung des Produktes Feuchttuch an sich fällt dafür härter aus. Die Kritik von Öko-Test: Die Feuchttücher für Babys sind im Grunde nur vermeidbarer Müll, der sich einfach und kostengünstig ersetzen lässt. 

Denn längst hinterlässt der scheinbar praktische Helfer seine Spuren in der Umwelt. Der Vliesstoff vermüllt Strände und verstopft Kläranlagen.

Video: Stoffwindeln vs. Wegwerfwindeln: Eine Beraterin gibt Tipps

Zudem bestehen die meisten Feuchttücher zum Teil aus Plastik. Viele Hersteller steigen derzeit zwar auf Vliese um, die sie als "biologisch abbaubar" ausloben dürfen. 

Wie groß der ökologische Nutzen solcher Produkte ist, gilt jedoch als umstritten. Feuchttücher sind zwar bequem, ein feuchter Waschlappen wäre aber in vielerlei Hinsicht die bessere Lösung. lz *RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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