Wind- und Wettercreme im Visier

Creme-Test: Top-Marke versagt im Öko-Test – günstige Produkte überzeugen

Öko-Test hat erneut Creme getestet. Diesmal wurde Wind- und Wettercreme für Kinder auf den Prüfstand gestellt. Hier die Ergebnisse.

Frankfurt am Main – Erst Allzweckcreme im Test, jetzt Wind- und Wettercreme. Nachdem Öko-Test in der Oktober-Ausgabe viele bedenkliche Stoffe in Cremes nachweisen konnte, hat sich das Verbrauchermagazin nun das nächste Kosmetikprodukt vorgeknöpft. Insgesamt 20 Wind- und Wettercremes hat Öko-Test auf den Prüfstand gestellt. Das Ergebnis kann sich mit wenigen Ausnahmen sehen lassen.

Verbraucher­magazin:Öko-Test
HauptsitzFrankfurt am Main
Chefredakteur und Geschäftsführer:Hans Oppermann
Verkaufte Auflage:112.433 Exemplare
Reichweite:1,20 Mio. Leser

Creme im Test: Wind- und Wettercreme bei Öko-Test auf dem Prüfstand

Insbesondere im Herbst und Winter wird die Haut Strapazen wie Kälte und Nässe ausgesetzt. Das kann – insbesondere bei Babys und Kindern – dazu führen, dass die Haut austrocknet. Mit Wind- und Wettercreme soll der natürliche Schutzfilm der Haut gestärkt werden. Die Zutaten dienen dazu, die Haut feucht zu halten, zu schützen und strapazierfähig zu machen.

Öko-Test wollte wissen, ob diese Zutaten tatsächlich so gut sind, wie die Hersteller sie anpreisen. Dafür wurden 20 Schutzcremes von Apotheken, Drogerien, Discountern, Supermärkten und Biomärkten gekauft und in einem Labor auf problematische Inhaltsstoffe hin untersucht. Sechs der getesteten Cremes sind als Naturkosmetik zertifiziert (mehr Testberichte bei RUHR24).

Öko-Test prüft Wind- und Wettercreme: Verlierer ist eindeutig – nicht zum ersten Mal

Im Allgemeinen ist das Ergebnis des Creme-Test überraschend positiv. Allerdings gibt es auch zwei Produkte, die schlecht bis miserabel im Test abgeschnitten haben. Eine Marke ist dabei nicht zum ersten Mal unter den Verlierern. Bereits beim Creme-Test im Oktober musste Nivea eine schlechte Note einstecken. Nun gehört die Kosmetikmarke des Unternehmens Beiersdorf erneut zu den Verlierer – und zwar mit Abstand.

Das sind die beiden Cremes, die bei Öko-Test am schlechtesten abgeschnitten haben:

  • Doctor Duve: „Doctor Duve Babies & Kids Wind- & Wettercreme“, 16,67 Euro pro 50 Milliliter. Probleme: Paraffine, MOAH und fehlende Angaben zum Rezyklatanteil in der Kunststoffverpackung. Note: „mangelhaft“
  • Beiersdorf: „Nivea Baby Wind & Weather Creme“, 2,99 Euro pro 50 Milliliter. Probleme: Paraffine, MOAH, BHT und kein Recycling-Anteil in der Verpackung. Note: „ungenügend“
  • Alle Verlierer und Gewinner im Creme-Test von Öko-Test hier nachlesen (Bezahlartikel)
Nivea hat bei Öko-Test nicht zum ersten Mal ein schlechtes Ergebnis kassiert (Symbolbild).

Creme im Test: Nivea versagt erneut – andere Marken überraschen positiv

Bei beiden Testverlierer konnten im Labor aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen werden. Diese stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Weiterhin ist es möglich, dass Butylhydroxytoluol (BHT), wie es in der Nivea-Creme gefunden wurde, wie ein Hormon wirkt. Es sollte daher besser nicht auf die Haut aufgetragen werden.

Ebenso wie Paraffine. Das sind Fette auf Mineralölbasis, die sich laut Öko-Test jedoch nicht so gut in das natürliche Gleichgewicht der Haut integrieren können. Sie sind daher für Kosmetikprodukte nicht nötig. Das beweist auch ein Blick auf die Gewinner im Creme-Test. Keine der restlichen 18 getesteten Cremes enthielt den Stoff.

Creme zum Schutz vor Wind und Wetter: Öko-Test vergibt viele Bestnoten

So kommt es auch, dass nur die beiden genannten Marken schlechte Noten im Creme-Test kassieren. Alle anderen Produkte werden mit „gut“ oder sogar „sehr gut“ belohnt. Insgesamt 14 Wind- und Wettercremes erhielten die Bestnote. Darunter Produkte von DM, Drogeriemarkt Müller, Edeka, Weleda oder Penaten. Vier Schutzcremes schnitten mit „gut“ ab.

Ein großer Kritikpunkt hierbei war der fehlende Anteil an recyceltem Kunststoffanteil in den Verpackungen. Die EU-Kommission hat das Ziel, bis 2030 einen verpflichtenten Anteil von 30 Prozent einzuführen. Wie einige Firmen beweisen, ist das bereits jetzt schon – auch ohne gesetzliche Vorgabe – möglich.

Eltern, die ihre eigene Haut oder die ihrer kleinen Kinder schützen wollen, haben also eine große Auswahl an Wind- und Wettercremes, die mit Bestnote im Test abgeschnitten haben. Von Produkten mit Paraffinen sowie von den Testverlierern können Kunden somit getrost einen großen Bogen machen und zu besseren Alternativen greifen.

Rubriklistenbild: © Caroline Seidel/dpa

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