Öko-Test untersucht Bodylotion - das Ergebnis: Finger weg von Nivea, Dusch Das & Co

Öko-Test prüft Bodylotion. Beliebte Marken wie Nivea, Dusch Das und Co fallen durch.
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Öko-Test prüft Bodylotion. Beliebte Marken wie Nivea, Dusch Das und Co fallen durch.

Öko-Test hat Bodylotion unter die Lupe genommen. Das Ergebnis zeigt: Produkte von beliebten Marken sind teilweise gesundheitsgefährdend.

Der Markt rund um Bodylotion und Körperpflege ist groß. Wie soll man da das richtige Produkt für seine Haut finden? Öko-Test hat 51 Lotionen getestet. Das Ergebnis ist bis auf wenige Ausnahmen erfreulich.

  • Öko-Test hat Bodylotion von verschiedenen Marken unter die Lupe genommen.
  • Das Augenmerk der Untersuchung lag auf schädlichen Inhaltsstoffen.
  • Beliebte Marken wie Nivea, Garnier und Dusch Das fielen bei dem Test durch.

Öko-Test: Mehr als die Hälfte der Bodylotions sind empfehlenswert

Schaut man aus dem Fenster, wird schnell klar: Der Sommer ist vorbei, der Herbst steht vor der Tür. Es ist deutlich kühler - und das bedeutet für viele Menschen, dass auch ihre Haut trockener wird. Mit Bodylotion, die dem Körper Feuchtigkeit spendet, versucht man Abhilfe zu schaffen.

Doch welches Produkt ist das Richtige? Öko-Test hat dafür 51 verschiedene Lotionen getestet, darunter 20 Naturkosmetik-Produkte und 31 konventionelle.

Der Test sollte Aufschluss darüber geben, ob die Bodylotion schädliche Inhaltsstoffe wie etwa Silikone, Paraffine oder Duftstoffe enthält. Das Ergebnis ist erfreulich: 34 Körperlotionen schneiden mit "sehr gut" und "gut" ab.

15 Prozent fallen beim Bodylotion-Test durch

Öko-Test ist der Meinung, dass zum Beispiel Mineralöl, Silikon und der Duftstoff Lilial nichts in Bodylotion zu suchen hat. Vor allem, weil letzteres möglicherweise fortpflanzungsschädigend ist. Doch finden sich die Schadstoffe nicht nur immer wieder in Kosmetik, sondern auch in Lebensmitteln wie Schokolade,  Kokosmilch und Kokosöl. Erst kürzlich konnte Öko-Test unerwünschte Stoffe zum Beispiel auch in Peelings nachweisen.

Zum Erschrecken der Verbraucher ergab die Untersuchung: Diese gesundheitlich riskanten Inhaltsstoffe sind in rund 15 Prozent der Produkte zu finden. Besonders auffällig ist, dass vor allem bekannte Kosmetikmarken wie Nivea, Neutrogena, Garnier und Dusch Das betroffen sind. Sie fielen bei dem Test schlichtweg durch.

Krebserregend: Mögliche Folgen der Inhaltsstoffe

In sechs Bodylotions konnte Öko-Test den Duftstoff Lilial nachweisen. Das Verbraucherschutzkomitee der EU bewertet den Stoff als gefährlich. Er hat deshalb nichts in Körperpflege-Produkten zu suchen.

In der Realität sieht das allerdings ganz anders aus. Der Stoff ist nicht nur in Bodylotion von Dusch Das, Bettina Barty oder Nivea zu finden, sondern auch in manchem Duschgel. Das ergab ebenfalls kürzlich eine Untersuchung von Öko-Test.

Ähnlich verhält es sich auch mit Erdöl, welches in einigen Produkten steckt. Niemand will das auf der Haut haben und dennoch setzen es die Firmen in ihren Produkten weiter ein. Es soll für ein schönes Hautgefühl sorgen, aber auch möglicherweise Krebs erzeugen. Die üblen aus Erdöl hergestellten Stoffe konnte das von Öko-Test beauftragte Labor in der Bodylotion von Biotherm, Neutrogena und Nivea nachweisen.

Doch nicht nur in Kosmetikprodukten findet sich der schädliche Stoff, er ist auch immer wieder in Lebensmitteln nachzuweisen, obwohl er da ebenfalls absolut nichts zu suchen hat. Öko-Test hat Mineralöl zum Beispiel schon in Schokolade oder in Hummus gefunden. 

Billig heißt nicht unbedingt schlecht

Das zeigt auch, die teuren Produkte sind nicht immer die Besten. Gerade Biotherm ist mit knapp 20 Euro für eine Lotion nicht gerade billig. Im Gegensatz dazu schnitten äußerst günstige Produkte mit "sehr gut" ab. Darunter auch Eigenmarken von Discountern wie Aldi, Netto oder Penny.

"Für den Preis der teuersten mangelhaften Körperlotion bekommt man von den günstigen sehr guten Lotionen 27 Flaschen derselben Größe", so die Redaktion von Öko-Test, die auch giftige Stoffe in Modeschmuck gefunden hat, über die Testergebnisse. Das Verbrauchermagazin empfiehlt daher, sich beim Kauf nicht nur vom Preis leiten zu lassen.

Öko-Test empfiehlt Naturkosmetik

Generell könne man mit zertifizierter Naturkosmetik nichts falsch machen, lautet daher der Tipp von Öko-Test, die vor kurzem auch Rasierschaum untersucht haben. Alle 20 untersuchten Bodylotions schnitten mit "sehr gut" ab. Keines der Produkte enthielt die gesundheitsgefährdenden Stoffe oder lösliches Plastik - das ist auch die Voraussetzung für die Zertifizierung. Das gilt auch für Kinderschminke, auch dabei rät Öko-Test zu Naturkosmetik.

Wer nicht zwingend auf Bodylotion von Naturkosmetik-Firmen angewiesen sein will, kann sich an folgenden Begriffen orientieren, die auf die schädlichen Inhalte hinweisen:

  • Erdöl verbirgt sich hinter den Bezeichnungen Paraffinum Liquidum, Petrolatum oder Cera Microcristallina.
  • Lilial trägt den Fachnamen Butylphenyl Methylpropional.
  • Dimethicon, Dimethiconol, Cyclopentasiloxan oder Cyclohexasiloxan zählen zu den Silikonen.