Sieger und Verlierer

Badreiniger im Öko-Test: Markenprodukte kassieren Klatsche wegen Kalklösekraft

Nicht alle Badreiniger sind harmlos. Teils sind ätzende Inhaltsstoffe enthalten. Öko-Test hat mehrere Produkte getestet.

Dortmund – Mit fertigem Badreiniger soll das Putzen zu Hause ganz simpel sein: Aufsprühen, abwischen oder abspülen und schon ist der Schmutz Geschichte. Doch in den Produkten aus Drogerie oder Supermärkten sind nicht immer nur harmlose Inhaltsstoffe enthalten. Öko-Test hat 20 Produkte unter die Lupe genommen.

VerbrauchermagazinÖko-Test
Erstausgabe1985
ChefredakteurinKerstin Scheidecker

Öko-Test nimmt Badreiniger unter die Lupe – kein Sieger hat „sehr gut“

„Badreiniger haben keinen leichten Job“, heißt es von dem Verbrauchermagazin. Die Produkte sollen im Bad Fettrückstände, Kalkablagerungen und weiteren Schmutz entfernen. Die Keramik im Badezimmer soll bei der Anwendung möglichst nicht beschädigt werden, genauso wenig wie die menschliche Gesundheit.

Bei dem Öko-Test (Ausgabe 7/22) wurden 20 Produkte untersucht, 18 davon als flüssiges Putzmittel in der Sprühflasche und zwei in Pulver- beziehungsweise Tabform. Dabei ist den Testern vor allem Übel aufstoßen, wenn die Putzkraft der Mittel nicht überzeugt hat oder potenziell gesundheitsschädigende Stoffe enthalten sind.

Immerhin: 13 Produkte schneiden mit der Schulnote „gut“ ab, allerdings gibt es keinen Testsieger mit der Note „sehr gut“. Generell finden die Tester: Es ist noch Luft nach oben.

Badreiniger im Öko-Test: Ameisensäure reizt die Atemwege der Tester

Bei den Inhaltsstoffen der Reiniger gibt es sogar noch mehr zu bemängeln. Dass der Anteil an Säuren vom Badreiniger erhöht ist, ist erstmal nichts Ungewöhnliches. Um Kalk und Tenside zu lösen, reichen in der Regel auch Apfel-, Zitronen- oder Milchsäure völlig aus.

In neun Test-Produkten sei allerdings auch Ameisensäure enthalten. Laut europäischer Chemikalienagentur (ECHA) ist dieser Inhaltsstoff „giftig beim Einatmen“. Das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung meint sogar, dass Ameisensäure auch in verdünnter Form die Atemwege reizt.

Auch Öko-Test hat diese Erfahrung gemacht. Mehrere Tester sollen bei der Untersuchung der Badreiniger angegeben haben, dass sich ihre Atemwege gereizt angefühlt haben (mehr Testberichte bei RUHR24 lesen).

Öko-Test hat einige Badreiniger unter die Lupe genommen.

Säure im Badreiniger entdeckt: Öko-Test ärgert ein Detail

Besonders ärgerlich sei laut Öko-Test die Tatsache, dass Anbieter die Ameisensäure nicht als Inhaltsstoff des Badreinigers angeben müssen. Und keiner der Anbieter der neun Produkte mit diesem Inhaltsstoff tut dies freiwillig. Verbraucher können die potenziell gefährlichen Zutaten also gar nicht unbedingt vor dem Kauf erkennen.

Am Ende fällt allerdings keins der 20 Produkte im Test durch. Zu den Verlierern bei Öko-Test zählen:

  • Eco2pur Bad- & WC-Reiniger Lavendelduft inklusive 4 Tabs
    Gesamtnote: ausreichend
    Kritikpunkte: Sulfamidsäure enthalten; Note „ungenügend“ in puncto Kalkseifenlösevermögen
  • Viss Kraft & Glanz Bad & Dusche
    Gesamtnote: befriedigend
    Kritikpunkte: Kunststoffverbindungen in der Rezeptur und „weitere Mängel“
  • Sagrotan Badreiniger Ozeanfrische XXL
    Gesamtnote: befriedigend
    Kritikpunkte: geringes Kalklösevermögen, weitere Mängel
  • Alle Ergebnisse bei Öko-Test (Bezahlartikel)

Putzen mit Hausmittel: Badreiniger ganz einfach selber machen

Wer genau wissen will, was im Badreiniger enthalten ist oder die eigenen Atemwege schützen will, kann auch mit vielen Hausmitteln putzen. So sagen Cola und Backpulver etwa Urinstein in der Toilette den Kampf an. Auch Mehl kann Kalk im Bad einfachen entfernen.

Eines der bekanntesten Hausmittel ist aber wohl Essig. Er wirkt antibakteriell und kann daher beim Wäschewaschen, auf Oberflächen oder beim Fensterputz helfen. Aber Vorsicht: Essig kann viele Stellen im Haushalt auch kaputt machen. Auch Haustiere und Kinder sollten mit dem vergleichsweise harmlosen Putzmittel nicht in direkten Kontakt kommen.

Rubriklistenbild: © AndreyPopov/Panthermedia/Imago; Öko-Test; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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