Nur zwei Produkte „gut“

Babybrei im Öko-Test: Ergebnis schockiert – schädliche Stoffe in jedem Glas gefunden

Babybrei füttern
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Babybrei im Öko-Test: Schadstoffe in jedem Gläschen. (Symbolbild)

Öko-Test hat Baby-Breie aus Gemüse getestet. Das erschreckende Ergebnis: Die Prüfer warnen vor gesundheitsschädlichem Furan in jedem Gläschen.

Frankfurt – Öko-Test stellt in seiner aktuellen Ausgabe Gemüsebrei für Babys auf den Prüfstand. Von 20 getesteten Produkten schneiden nur zwei mit „gut“ ab. Besonders besorgniserregend: Ein Schadstoff wurde in jedem der getesteten Breie gefunden (mehr Testberichte auf RUHR24.de).

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ChefredakteurHans Oppermann

Babybrei im Öko-Test: Gemüse im Gläschen ist bei Eltern beliebt

Wenn Säuglinge ungefähr ein halbes Jahr alt sind, sollte man mit der Beikost beginnen. Eltern sollten dabei vor allem auf gesunde Gemüsebreie setzen, die die Muttermilch oder die Milchnahrung ergänzen.

Es gibt zahlreiche Rezept-Bücher und Rezepte im Internet, mit denen sich einfache Gemüsebreie für Babys leicht nachkochen lassen. Alternativ bieten verschiedenste Hersteller fertige Breie im Gläschen an. Die Babybreigläschen sind beliebt, denn die Zubereitung geht besonders schnell – man muss diese Kost einfach nur aufwärmen.

Neben Gemüse auch Schadstoffe im Gläschen: Öko-Test mit erschreckenden Ergebnissen

Außerdem werben die Hersteller auch damit, dass die Kost speziell auf das angegebene Alter abgestimmt und gesund sei. Viele Mütter dürfte das Ergebnis aus dem neuesten Öko-Test von Babygemüsebreien daher schockieren. Denn die Frankfurter Prüfer stellen nur 2 von 20 Produkten die Note „gut“ aus.

Das Erschreckende dabei: In sämtlichen Gläschen – sogar in den beiden als gut bewerteten Produkten – wurde Furan gefunden. Dieser Stoff wird von der Weltgesundheitsorganisation als potenziell krebserregend eingestuft und gilt außerdem als leberschädigend.

Schadstoff in Babybrei: Substanz ist potenziell leberschädigend und krebserregend

Öko-Test verweist zwar in diesem Zusammenhang darauf, dass die gefundenen Mengen des Stoffes nicht akut gefährlich seien. In Babynahrung hat er aber auf keinen Fall etwas zu suchen. Ebenso wie andere problematische Inhaltsstoffe, weshalb Edeka erst kürzlich Babybrei zurückrufen musste.

Die Tester erklären, dass die langfristige Aufnahme in Tierversuchen zu Leberschäden führte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schließe eben dies auch für Menschen nicht aus.

Am wenigsten Furan: Nur eine Babybrei-Marke kann bei Öko-Test die Note „gut“ erreichen

Da man die genauen Auswirkungen von Furan schlichtweg noch nicht, kenne, gelte bei diesem Stoff: je weniger, desto besser. Dementsprechend werden von Öko-Test auch die beiden Gemüsebreie am besten bewertet, die am wenigsten Furan enthalten.

Bei den beiden Testsiegern handelt es sich um Bio-Produkte der Marke Alnatura:

  • Alnatura Gemüse mit Süßkartoffeln, Demeter; Note: „gut“; bedenkliche Inhaltsstoffe: Furan (leicht erhöht); Preis pro 190 Gramm: 0,89 Euro
  • Alnatura Pastinaken mit Zucchini und Blumenkohl, Demeter; Note: „gut“; bedenkliche Inhaltsstoffe: Furan (leicht erhöht); Preis pro 190 Gramm: 0,89 Euro

Baby-Gemüsebrei im Öko-Test: Bekannte Marken fallen wegen Schadstoffen durch

Die weiteren 18 getesteten Produkte bekannter Hersteller und Marken erhalten aufgrund der enthaltenen Schadstoffe lediglich „befriedigend“ oder „ausreichend“. Zwei beliebte Breie rasseln mit „ungenügend“ sogar komplett durch.

Hier fanden die Tester in den Gläschen neben Furan auch noch Schadstoffe wie das Schwermetall Cadmium oder Nitrat. Alle Verlierer und Gewinner im Test gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).

Video: So einfach könnt ihr den ersten Babybrei selber machen!

Gemüsebrei für Babys enttäuscht im Öko-Test: Breie besser selber kochen

Furan bildet sich beim Erhitzen von Lebensmitteln in geschlossenen Behältern. Durch die Sterilisation der Fertigbreie lässt er sich nicht vermeiden. Vor allem der eigentlich gesunde Gemüsebrei ist dabei betroffen. Auch Stiftung Warentest fand in einem aktuellen Test von Babybreien diesen Schadstoff in jedem Produkt.

Die Warentester empfehlen Eltern, die Breie vor dem Fütter im offenen Gläschen im Wasser­bad zu erwärmen und dabei umzurühren. So verflüchtige sich ein Teil des Furans. Grundsätzlich zeigen aber die Tests der beiden unabhängigen Tester: Frisch kochen ist bei Babybrei am besten.

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