Was bedeutet „sehr gut“?

Öko-Test: Magazin für Testberichte, Ratgeber-Informationen und Verbraucher-News

Der Hauptsitz von Öko-Test ist in Frankfurt am Main.
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Der Hauptsitz von Öko-Test ist in Frankfurt am Main.

Öko-Test ist ein Verbrauchermagazin, das regelmäßig Produkt-Tests durchführt. Wie viel es kostet, ob die Ergebnisse glaubwürdig sind und was die Kriterien bedeuten, lest ihr hier:

Frankfurt am Main – Die Regale in den Supermärkten sind prall gefüllt: Ein und dasselbe Produkt gibt es von zahlreichen unterschiedlichen Herstellern. Wie soll man da als Verbraucher nicht den Überblick verlieren und wissen, welches Produkt gut ist und welches nicht. Da kommt Öko-Test ins Spiel – ein Verbrauchermagazin, das Monat für Monat zahlreiche Produkte aus dem alltäglichen Leben testet und in Laboren auf Schadstoffe, Inhaltsstoffe und Wirksamkeit hin untersucht.

Verbraucher­magazin:Öko-Test
Dachorganisation:Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (ddvg), Medien-Holding der SPD
Hauptsitz:Frankfurt am Main
Chefredakteur und Geschäftsführer:Hans Oppermann
Verkaufte Auflage:112.433 Exemplare
Reichweite:1,20 Mio. Leser
Erstausgabe:1985
Erscheinungsweise:monatlich

Öko-Test: Ein Verbrauchermagazin wie Stiftung Warentest mit Fokus auf Umweltkriterien

Im Gegensatz zu Stiftung Warentest steht bei Öko-Test der ökologische Anspruch im Vordergrund sowie die Frage nach Risiken für Gesundheit und Umwelt. Die Palette der getesteten Produkte reicht von Kosmetik und Babynahrung über Pizza und Schokolade bis hin zu Waschmittel. Stiftung Warentest ist dahingegen eine Verbraucherschutzorganisation mit staatlichem Auftrag, die Produkte aber auch Dienstleistungen auf den Prüfstand stellt.

Während Stiftung Warentest 1964 vom Deutschen Bundes­tag gegründet wurde, gibt Öko-Test an, unabhängig von Industrie, Staat oder Anzeigenkunden zu sein. Beide Magazine legen allerdings großen Wert darauf, objektiv, neutral und sachkundig zu testen, um den Verbrauchern durch die Testergebnisse eine Unterstützung zu bieten.

Öko-Test: Was die Zeitschrift kostet und welche Inhalte kostenlos sind

In rund 30 Jahren hat Öko-Test mehr als 100.000 Produkte getestet und veröffentlicht seit 1985 die Ergebnisse in dem gleichnamigen Magazin. Die Zeitschrift erscheint seitdem jeden Monat und kostet 5,90 Euro in der Print-Version. Inzwischen hat Öko-Test auch einen Online-Auftritt.

Und so kann das Magazin als E-Paper für 4,99 Euro heruntergeladen werden. Im Jahresabo kostet Öko-Test in digitaler Form rund 50 Euro, als gedrucktes Magazin etwa 60 Euro. Allerdings sind einige Inhalte inzwischen auch kostenlos auf oekotest.de zu lesen. So werden auf der Webseite die Tests in abgespeckter Version, aber auch Ratgeber-News oder Tipps zu einem gesunden und nachhaltigen Lebensstil veröffentlicht.

Das Magazin von Öko-Test gibt es sowohl im Print-Format als auch in digitaler Form als PDF-Version.

Was hinter Öko-Test steckt und wie sich das Magazin finanziert

„Die Öko-Bewegung braucht jetzt eine Publikumszeitschrift“ stand auf dem ersten Plakat von Öko-Test. Bis heute versucht man dieser Leitlinie treu zu bleiben und insbesondere ein Publikum anzusprechen, das sich für eine nachhaltige Lebensweise interessiert und beim Konsum stets die Umwelt und ihr eigenes Körperempfinden im Hinterkopf hat.

Doch während bei Stiftung Warentest ein staatlicher Auftrag hintendran steht, gehört Öko-Test anteilig zu der Medien-Holding der SPD. So besitzt die deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft DDVG mit rund 66 Prozent die Mehrheit der Aktien der Öko-Test Holding AG. Der Rest verteilt sich laut eigenen Angaben des Magazins auf rund 800 Aktionäre. Die DDVG gehört allerdings zu 100 Prozent der SPD in Deutschland.

Auf der eigenen Webseite versichert Öko-Test jedoch, dass weder die DDVG noch die SPD in die redaktionelle Arbeit eingreift. Dennoch dient die Beteiligung vielen Kritikern als Vorlage, die Glaubwürdigkeit von Öko-Test infrage zu stellen. Die Redaktion hält dagegen, das alle durchgeführten Tests jederzeit von den betroffenen Firmen vor Gericht überprüft werden können.

Öko-Test: Wie glaubwürdig ist das Verbrauchermagazin

Doch auch viele Leser und Verbraucher, für die die Verbindung zur DDVG und SPD möglicherweise nicht auf den ersten Blick offenkundig ist, fragen sich, wie Öko-Test die Produkte testet, ob die Ergebnisse glaubwürdig sind und wie vertrauenswürdig die Tests sind.

Die Produkte werden anonym eingekauft und nach eigenen Angaben von Öko-Test in unabhängigen Laboren auf kritische Inhaltsstoffe hin untersucht. Die Unabhängigkeit der Labore sei deshalb wichtig, da sonst die Glaubwürdigkeit infrage gestellt werden könnte. Ein Grund warum das Verbrauchermagazin kein eigenes Labor betreibt.

Bei den Tests orientiert sich Öko-Test in der Regel an den gesetzlichen Vorgaben für Grenzwerte bedenklicher Inhaltsstoffe. In einigen Fällen, wie zum Beispiel bei Gentechnik veränderten Bestandteilen oder krebserregenden Farbstoffen, bewertet das Verbrauchermagazin strenger als der Gesetzgeber – immer dann, wenn es bereits Alternativen für den Stoff gibt oder aus wissenschaftlicher Sicht alleinig eine Nulltoleranz für den Menschen unbedenklich ist.

Verbraucher sollten bei den Testergebnissen von Öko-Test allerdings immer im Hinterkopf behalten, dass das Verbrauchermagazin die Produkte nur auf Schadstoffe und andere Umweltkriterien hin untersucht. Im Gegensatz zu Stiftung Warentest steht bei den Tests die Wirksamkeit, der Geschmack oder die Handhabung der Produkte nicht im Vordergrund.

Öko-Test-Siegel: Was es bedeutet und wie vertrauenswürdig das Label ist

Auch wenn der Name vielleicht anderes vermuten lässt, macht Öko-Test keinen Unterschied zwischen konventionellen und biologischen Produkten. Um die Verbraucher bestmöglich zu informieren, will man Waren aus allen Lebensbereichen sowie vom Discounter als auch Bio-Laden untersuchen.

Schneidet ein Produkt gut in einem Test ab, wollen viele Hersteller damit werben. Denn inzwischen genießt Öko-Test eine hohe Glaubwürdigkeit bei vielen Kunden. In solchen Fällen erlaubt das Verbrauchermagazin dem Unternehmen, das Öko-Test Siegel zu nutzen und auf die entsprechenden Produkte zu drucken.

Unternehmen, die bei den Tests von Öko-Test „sehr gut“ abschneiden, dürfen das Siegel des Verbrauchermagazins verwenden.

Ist also das Zertifikatsehr gut“ oder „gut“ von Öko-Test irgendwo zu sehen, können die Kunden sicher sein, dass es sich tatsächlich um ein Produkt ohne kritische Inhaltsstoffe handelt und auch um ein gültiges Siegel. Denn sobald Firmen das Logo fälschlicherweise verwenden, legt Öko-Test Widerspruch ein. Das Siegel ist auch nur so lange gültig, bis neu getestet wird – je nach Ergebnis müssen die Hersteller dann das Label entfernen.

Öko-Test: Was die Kriterien wie „sehr gut“ und „mangelhaft“ bedeuten

Öko-Test vergibt die Bewertungen „sehr gut“, „gut“, „befriedigend“, „mangelhaft“ und „ungenügend“. Die Kriterien entsprechen dem deutschen Schulnotensystem. Produkte, die nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, indem sie beispielsweise Grenzwerte überschreiten, bekommen von Öko-Test ein „ungenügend“. Sie fallen sozusagen durch den Test durch und werden als „nicht verkehrsfähig“ gekennzeichnet.

Generell werden die Bewertungen und Anforderungen an die Produkte von Öko-Test aber selbst festgelegt. Daher kann es sein, dass etwas, was allen gesetzlichen Vorgaben entspricht, dennoch ein „mangelhaft“ von Öko-Test bekommt. Etwa, weil die Umweltkriterien nicht optimal sind. Wer wissen will, welche Maßstäbe Öko-Test anwendet, muss die Grenzwerte und Methoden bei den jeweiligen Tests nachlesen, um so das Urteil besser nachvollziehen zu können.