Energiekrise hat Folgen

Kürzere Öffnungszeiten im Supermarkt: Rewe, Edeka und Aldi positionieren sich

Aufgrund der Energiekrise sollen Supermärkte ihre Öffnungszeiten kürzen. Das fordert der Tegut-Chef. Was Edeka, Rewe, aber auch Lidl und Aldi davon halten.

Hamm/Dortmund – Dieser Vorstoß sorgte für Diskussionen in Nordrhein-Westfalen und Deutschland. Aufgrund der Energiekrise sollen die Menschen überall sparen, wo es geht: Beim Heizen oder Duschen etwa – um nur einige Vorschläge zu nennen. Für Supermärkte und Discounter kann das auch gehen, berichtet wa.de.

Kürzere Öffnungszeiten beim Einkaufen: So reagieren Supermärkte und Discounter

Zumindest regte Tegut-Chef Thomas Gutberler an, zumindest vorübergehend die Öffnungszeiten im Einzelhandel zu reduzieren, wie 24RHEIN berichtet. Demnach sollten Supermärkte und Discounter nicht länger als 20 Uhr geöffnet sein. Während das Ladenöffnungsgesetz in Bayern ohnehin keine längeren Zeiten erlaubt, dürfen die Lebensmittel-Geschäfte in NRW in der Theorie ohne zeitliche Begrenzung öffnen.

Wie reagieren die großen Ketten auf den Vorstoß? Kürzen Unternehmen die Öffnungszeiten in ihren Filialen, um etwa Energie zu sparen? Wa.de von IPPEN.MEDIA hat bei Edeka, Rewe, Aldi, Kaufland und Lidl nachgefragt.

Öffnungszeiten nur bis 20 Uhr? Rewe macht klare Ansage

Eine Sprecherin der Rewe Group stellt direkt klar: Eine Verkürzung der Öffnungszeiten im Supermarkt werde nicht diskutiert. Die damit erzielbare Einsparung wäre ohnehin nur marginal, heißt es weiter.

Die Supermarkt-Kette schreibe sich schon seit Jahren einen verantwortungsbewussten Einsatz und die Nutzung alternativer Energiequellen auf die Fahnen. Diese Aspekte seien Teil der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie. Bereits seit 2008 bezögen alle Standorte der Rewe-Group Grünstrom.

Ladenöffnungszeiten der deutschen Bundesländer

►  Montag – Samstag rund um die Uhr: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein.

Montag - Freitag rund um die Uhr, Samstag bis 22 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern.

Montag - Freitag rund um die Uhr, Samstag bis 20 Uhr: Thüringen.

Montag – Samstag 6 bis 22 Uhr: Rheinland-Pfalz, Sachsen.

Montag – Samstag 6 bis 20 Uhr: Bayern, Saarland.

Weiter heißt es: „Wir stellen die Beleuchtung unserer Märkte auf LED um, versehen Kühlregale mit Türen, nutzen Abwärme aus der Kühlung zur Heizung und verfügen in allen Regionen über ein professionelles Energiemanagement.“

Öffnungszeiten im Supermarkt nur bis 20 Uhr? Edeka will an anderer Stelle sparen

Edeka ist ein genossenschaftlicher Verbund, der nach Unternehmensangaben von rund 3.500 selbstständigen Kaufleuten und sieben regionalen Großhandlungen getragen wird. Da diese Kaufleute selbstständig „über alle unternehmerischen Fragen“ entscheiden, lässt sich die Frage nach einer Verkürzung der Öffnungszeiten nicht pauschal beantworten, erklärte ein Sprecher.

Beim Edeka-Verband Rhein-Ruhr in NRW sei jedenfalls keine Verkürzung der Öffnungszeiten geplant, teilte eine Sprecherin mit. Zudem würden die Kauflaufe ihre Märkte regelmäßig auf den Prüfstand stellen, erklärt das Unternehmen: „So kommen bei Neu- und Umbauten in der Regel CO2-Kühlanlagen mit einem System zur Wärmerückgewinnung, energieeffiziente Heizanlagen, LED-Beleuchtung und Photovoltaikanlagen zum Einsatz.“

Verkürzte Öffnungszeiten würden ohnehin nicht bedeuten, „dass dann alle Energieverbräuche abgeschaltet sind. Ein großer Teil des Energiebedarfs für einen Supermarkt wird für die Kühlung benötigt, die zum Schutz der Lebensmittel aber rund um die Uhr laufen muss“, so ein Edeka-Sprecher.

Kaufland setzt auf LEDS statt eine Verkürzung der Öffnungszeiten im Supermarkt

Bei der Supermarkt-Kette Kaufland gilt: Der Großteil der Filialen in Deutschland – da, wo es das Ladenöffnungsgesetz erlaubt – sind von Montag bis Samstag von 7 bis 22 Uhr geöffnet. Das werde auch so bleiben.

Aktuell sei eine Verkürzung nicht geplant, erklärte ein Sprecher und verweist auf die Erwartungen der Kunden: „Dabei kommen die langen Öffnungszeiten insbesondere den Berufstätigen entgegen.“

Kommen aufgrund der Energiekrise verkürzte Öffnungszeiten im Supermarkt?

Energieeffizient sei bei Kaufland, das künftig auch im Navi werben will, natürlich trotzdem ein Thema. In „nahezu allen Filialen“ habe das Unternehmen auf die stromsparende Beleuchtung mit LEDs umgestellt. Und „wo immer möglich, werden unsere Neubauten und Modernisierungen darüber hinaus mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet“.

Öffnungszeiten bei Aldi: Discounter will keine Maßnahmen zum Sparen ausschließen

Aldi Nord unterstreicht ebenfalls, nicht erst seit Beginn der Ukraine-Krise zahlreiche Effizienzmaßnahmen umzusetzen und stetig Einsparpotenziale zu überprüfen.

Unter anderem verzichtet der Discounter nach eigenen Angaben vorerst auf einige Beleuchtungselemente in den Backbereichen und Regalflächen. Dazu sollen ab Oktober mehr und mehr Kühlwandregale mit Türen ausgestattet werden, um die Energieeffizienz der Kühlmöbel zu erhöhen, teilte ein Sprecher mit.

Generell wolle Aldi Nord, wo demnächst alle Filialen radikal umgebaut werden, im Zuge grundsätzlich keine Maßnahmen zum Energiesparen kategorisch ausschließen – „auch nicht die Anpassung der Öffnungszeiten“, teilte ein Sprecher mit. Aktuell gebe es dafür jedoch noch keine konkreten Pläne bei Aldi Nord. Ähnlich sieht es bei Aldi Süd aus.

Viele Aldi-Filialen würden ohnehin schon um 20 Uhr schließen, sagte ein Sprecher dem Portal echo24.de. „Längere Öffnungszeiten bis 21 Uhr bieten wir nur in den Filialen an, in denen der Bedarf seitens der Verbraucher besteht.“

Verkürzung der Öffnungszeiten ist bei Lidl kein Thema: Aber es wird dunkel

Aldi-Konkurrent Lidl plant aktuell ebenfalls nicht, die Öffnungszeiten der Filialen zu verkürzen. Der Discounter arbeite jedoch „in unseren Filialen, Logistiklagern und Verwaltungsstandorten an der Umsetzung der in der Energieeinsparverordnung geforderten Maßnahmen“, teilte das Unternehmen mit.

Und weiter: „Sofern technisch bereits möglich, sind seit dem 1. September die beleuchteten Werbeschilder im Außenbereich an Lidl-Filialen für den in der Verordnung vorgesehen Zeitraum von 22 bis 16 Uhr des folgenden Tages abgeschaltet. An den übrigen Filialen werden zurzeit die entsprechenden Vorbereitungen für die Abschaltung der beleuchteten Logos getroffen.“ 

Rubriklistenbild: © Pius Koller/Imago

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