Verbraucher

In Baumärkten wie Obi und Bauhaus droht Verschärfung der Engpässe

Die Baumärkte stehen mit der Industrie im Konflikt. Unter den erhöhten Preisen durch die Inflation haben sie selbst zu leiden.

Dortmund – Auch Baumärkte wie Obi und Bauhaus leiden unter der Energiekrise und der Inflation. Die Jahresgespräche zwischen den Baumärkten und der Industrie sind ins Stocken geraten. Schon während des laufenden Jahres habe es mehrere Preisrunden gegeben, in denen die Stimmung angespannt gewesen sein soll. „Die Nerven liegen blank“, schreibt die Lebensmittel Zeitung unter Berufung auf Lieferantenkreise.

BaumarktObi
HauptsitzWermelskirchen
Umsatz7,7 Milliarden EUR (2018)

Baumärkte wie Obi und Bauhaus sind sich mit Lieferanten über Preise uneinig

Dies könnte die Warenversorgung gefährden. „Insbesondere im ersten Quartal des kommenden Jahres“ könnte es zu „deutlichen Engpässen bei der Warenversorgung“ kommen, wie der Herstellerverband Haus & Garten (HHG) und der Industrieverband Garten (IVG) befürchten, berichtet hna.de. Für IVG-Geschäftsführerin Anna Hackstein ist deswegen aktuell „nicht die richtige Zeit für Muskelspiele“.

Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) bietet an, als Vermittler auf seinem Kongress Roundtable-Gespräche stattfinden zu lassen. Entscheidend sei „mehr denn je ein effektives Agieren von Handel, Lieferanten und Dienstleistern“, teilt der Verband mit, wie die LZ schreibt.

Für Obi, Bauhaus und Co. ist die Situation schwierig. Die Baumärkte haben mit den steigenden Kosten zu kämpfen. Ein Baumarktbetreiber erklärt die Problematik: „Die Gasumlage bedeutet für uns einen sechsstelligen Betrag an Mehrkosten“. Außerdem hätten die Kunden ihr Kaufverhalten angepasst. So würden die Menschen insgesamt weniger kaufen. Im Vergleich zum Vorjahr brachen die Umsätze der Baumärkte nach LZ-Informationen um zehn Prozent ein.

Die Preissteigerungen im Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf im Überblick

MonatPreissteigerung im Vergleich zum Vorjahresmonat
Juni 11%
Juli13%

Baumärkte wie Obi und Bauhaus verkaufen vermehrt Heizlüfter und Brennholz

Besonders häufig verkauft werden in einem Hamburger Baumarkt derzeit elektrische Heizlüfter, wie Zeit online berichtet. Dies sei jedoch bedenklich. „Wenn Hunderttausende Hamburgerinnen und Hamburger gleichzeitig ihre Geräte in Betrieb nehmen, würde das die Netze überlasten“, weiß Marktleiter Michael Butzynski.

Die Kunden wollen sich in der Energie-Krise auf den Winter vorbereiten. Dies zeigt auch die starke Nachfrage nach Brennholz. Die Preise für Brennholz hätten sich fast verdoppelt, wie eine Verkäuferin berichtet.

Preise steigen: Baumarkt Hornbach erhöht die Preise gemäß der Inflation

Doch auch andere Produkte sind deutlich teurer geworden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Preise im Juni im Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf um elf Prozent. Im Juli lag die Steigerung bei 13 Prozent. Die allgemeine Inflationsrate liegt bei 7,5 Prozent.

Auch Baumärkte wie Obi und Bauhaus leiden unter der Energiekrise und der Inflation.

Einige Händler geben die Preiserhöhungen nicht vollständig an die Verbraucher weiter. Hornbach hat die Preise gemäß der Inflation um sieben bis acht Prozent erhöht. Die aktuelle Situation kann zu Umsatzeinbußen bei den Baumärkten führen.

Um in der Energie-Krise gut durch den Winter zu kommen, hat die Bundesregierung schon Energiesparmaßnahmen beschlossen.

Rubriklistenbild: © Donat Sorokin/ITAR TASS/Imago