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Wie gesund der Joghurt wirklich ist oder wie viel Fett die Tiefkühlpizza hat, soll der sogenannte Nutri-Score demnächst anzeigen. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hat jetzt den Weg für die Lebensmittelampel freigegeben. Ob damit die Diskussion nun nach 10 Jahren ein Ende hat, bleibt abzuwarten.

  • Verbraucher entschieden sich für den Nutri-Score.
  • Die Lebensmittelampel soll in fünf Stufen anzeigen, wie gesund ein Lebensmittel ist.
  • EU-Kommission und Bundesrat müssen noch abstimmen.

Ministerin Klöckner war jahrelang gegen die Einführung des Nutri-Score

Bei einer Umfrage mit 1600 Verbrauchern hat der Nutri-Score am besten abgeschnitten. „Damit treffe ich eine valide Entscheidung in einer Debatte, die seit über einem Jahrzehnt sehr emotional – teils auch polarisierend – geführt wird“, so Klöckner.

Klöckner selbst hat jahrelang die Einführung des Nutri-Score abgelehnt. Ihr wird vorgeworfen, Lobbyismus zu betreiben. Vor rund zehn Jahren verhinderte die Lebensmittellobby eine Ampelkennzeichnung.

Übrigens: Lidl, bringt jetzt einen Teelöffel zur Zuckerreduzierung raus. Mit ihm soll man 20 Prozent Zucker einsparen können.

Bereits erfolgreiche Umsetzung in Frankreich

In Frankreich wird der Nutri-Score bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Er bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch gute Bestandteile wie Proteine in die Bewertung ein.

Dargestellt wird die Ampel dann mit einer fünfstufigen Skala von „A“, ein gesundes Produkt, bis „E“, ungeeignetes Produkt. Unterlegt werden die Buchstaben mit den Farben Grün (von „A“ bis „B“), Gelb („C“) und Rot („D“ und „E“). Das zutreffende Feld wird dann auf der Vorderseite der Verpackung hervorgehoben. So kann der Verbraucher auf einem Blick sehen, wie gesund das Produkt wirklich ist.

Lebensmittelhersteller Danone freut sich über die mögliche Einführung

Klöckner möchte das Modell zeitnah einführen und kündigte bereits eine Verordnung für Oktober dieses Jahres an. Wenn die EU-Kommission die Verordnung bewilligt, muss auch der Bundesrat zustimmen. Jedoch wird kein Unternehmen verpflichtet sein, die Lebensmittelampel auf seiner Verpackung einzuführen.

Die Nutzung vom Nutri-Score bleibt jedoch freiwillig und genau darin könnte das Problem liegen: Hersteller von gesunden Lebensmitteln drucken die Lebensmittelampel auf ihre Verpackungen – der Verbraucher freut sich über ein gesundes Produkt. Ungesunde Produkte erhalten keinen Hinweis, damit der Hersteller mehr Produkte verkauft. Man erkennt also immer noch nicht, dass das Produkt ungesund ist.

Danone führte als erstes Unternehmen den Nutri-Score ein

Über die Ergebnisse der Verbraucherumfrage zeigte sich der Lebensmittelhersteller Danone erfreut: „Wir sind davon überzeugt, dass Nutri-Score die beste Lösung in der Diskussion um eine Nährwertkennzeichnung ist“, erklärt Richard Trechmann, Geschäftsführer von Danone.

Danone war das erste Unternehmen, das im Frühjahr 2019 auf einigen Produkten den Nutri-Score eingeführt hat. Das erste Produkt waren die Kinderjoghurts „FruchtZwerge„. Diese wurden mit dem Nutri-Score „B“ ausgezeichnet, obwohl ein Becher ganze 12,8 Gramm Zucker enthält. Blind vertrauen auf das Siegel sollte man also nicht.

Quelle: Danone

Bis Ende 2019 möchte Danone 90 Prozent aller Lebensmittel mit der Ampel bedruckt haben. Es bleibt abzuwarten, wann und wie die anderen Hersteller nachziehen werden.