Gesund Lebensmittel erkennen

Nutri-Score kommt noch 2020: So funktioniert die Ampel

Nutri-Score Klöckner
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Julia Klöckner präsentiert den Nutri-Score, der noch 2020 eingeführt wird.

Der Nutri-Score für Lebensmittel kommt! Deutschland führt ihn ab November 2020 ein. Doch es gibt Kritik. Wir erklären, wie das System funktioniert.

Nordrhein-Westfalen - Selten schauen Verbraucher auf die Rückseite der Produkte, die sie kaufen. Dadurch wissen sie häufig nicht, was eigentlich in ihren Lebensmitteln drin ist. Vor allem in Fertigprodukten sind ungesunde Inhaltsstoffe versteckt. Der Nutri-Score soll dafür eine Lösung sein.

MinisteriumBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Gründung1949
Bedienstetecirca 900
BehördenleitungJulia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft
HauptsitzBonn

Nutri-Score soll Aufklären: Wie gesund sind die Inhaltsstoffe von Nutella und Co.?

Um Lebensmittel und ihre (un-)gesunden Inhaltsstoffe für alle auf den ersten Blick zu kennzeichnen, wurde ein leicht verständliches Nährwert-Logo entwickelt: der Nutri-Score. Nun hat der Bundesrat die Einführung des Nutri-Scores für Deutschland beschlossen.

Die Kennzeichnung verrät alles zu dem Produkt, den Inhaltsstoffen und den Energiegehalt. Je mehr gesunde und weniger ungesunde Inhaltsstoffe, desto besser der Nutri-Score. „Für die verschiedenen Inhaltsstoffe gibt es gewichtete Plus- und Minus-Punkte, die eine Gesamtpunktzahl ergeben“, schreibt die Verbraucherzentrale von Nordrhein-Westfalen. Einberechnet werden folgende gesunde Inhaltsstoffe, die den Nutri-Score verbessern:

  • Ballaststoffe
  • Proteine
  • Obst
  • Gemüse 
  • Nüsse

Gesund versus ungesund: Diese Inhaltsstoffe betrachtet der Nutri-Score

Aber auch die folgenden ungesunden Inhaltsstoffe werden berücksichtigt und lassen die Nährwertkennzeichnung schlechter werden:

  • gesättigte Fettsäuren
  • Salz
  • Zucker
  • Energiegehalt

Auf einen Blick können Verbraucher somit die Zucker- und Fettfallen auf der Vorderseite der Produkte finden. Und so lässt sich der Nutri-Score lesen: Das Logo ist in eine fünf-stufige Farbskala eingeteilt. Jeder Farbe wurde ein Buchstabe von A bis E zugeteilt. „A“ ist grün und somit die gesündeste Stufe. „E“ dagegen rot und hat die ungesündesten Nährwerte. Dazwischen gibt es dann noch die Abstufungen. Je ungesünder ein Produkt ist, desto eher rutscht der Nutri-Score in Richtung „E“, also rot.

EU-weit einheitlich: Nutri-Score in allen europäischen Ländern gültig

Wer weiterhin die Details der Inhaltsstoffe wissen will, kann sie weiterhin auf der Rückseite der Produkte nachlesen. Der Nutri-Score ist lediglich zur Vereinfachung da. Das Gute: Wer einmal verstanden hat, was der Nutri-Score besagt und sich damit beschäftigt hat, kann in vielen europäischen Ländern genauso Lebensmittel einkaufen gehen, wie zu Hause. Denn das System ist EU-weit einheitlich.

Der Nutri-Score ist in fünf Stufen eingeteilt und bewertet die Nährwerte des Lebensmittels.

Aber wieso hat der Nutri-Score Ampelfarben? Laut einer Studie des Max-Raubner-Instituts soll der Nutri-Score besonders eindeutig und leicht verständlich sein, auch ohne vorherige Erklärung. Zudem ermöglicht das Ampelsystem die Produkte schnell und einfach zu vergleichen, da sich der Nutri-Score nicht auf das gesamte Produkt, sondern immer auf 100 Gramm oder 100 Milliliter bezieht. Dass es so einfach ist, soll dazu motivieren, sich gesünder zu ernähren. Eine gesunde Ernährung kann unter anderem vor Krankheiten wie Krebs schützen.

Bundesregierung: Nutri-Score ab November auf freiwilliger Basis

Aber nicht nur für die Verbraucher ist der Nutri-Score interessant. Hersteller werden angetrieben, ihre Rezepte zu ändern und die Produkte gesünder zu machen. Aber es gibt auch Nachteile bei dem neuen Nährwert-Logo. Denn es werden keine einzelnen Nährstoffe dargestellt. Daher ist der Nutri-Score bei Lebensmitteln mit nur einem Inhaltsstoff nicht sinnvoll (zum Beispiel Olivenöl) und nur bei Lebensmitteln sinnvoll, die aus mehreren Stoffen zusammen gesetzt wurden (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de).

In Frankreich wurde der Nutri-Score schon 2017 eingeführt. Und auch in Belgien, Spanien, Portugal, der Schweiz und Luxemburg ist das Label schon im Einsatz. Nun soll Deutschland nachziehen. Ab November wird dann die Kennzeichnung der Lebensmittel bundesweit eingeführt.

Video: Weg frei für neues Nährwert-Logo Nutri-Score

Doch es gibt einen Haken: Die Bundesregierung erlaubt den Nutri-Score vorerst nur auf freiwilliger Basis. Das bedeutet, dass die Kennzeichnung weiterhin nicht verpflichtend ist. Also wird der Vergleich von Lebensmitteln über den Nutri-Score beim Einkaufen doch noch nicht so einfach, wie gedacht, wenn nicht jedes Lebensmittel das Label trägt. Nur die Europäische Union könnte diese Kennzeichnung verpflichtend vorschreiben.

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