Gesunde Ernährung leicht gemacht

Gesunde Lebensmittel erkennen: Verbraucherschützer fordern Pflicht für Nutri-Score

Bewusst einkaufen soll dem Verbraucher mit einer Kennzeichnung leichter gemacht werden. Der "Nutri-Score" im Supermarkt ist bislang aber freiwillig.

  • Viele Verbraucher achten beim Einkaufen zunehmend auf Nährwerte.
  • Ein Label auf den Lebensmitteln soll den Einkauf im Supermarkt zukünftig erleichtern.
  • Der sogenannte Nutri-Score könnte bald verpflichtend eingeführt werden.

NRW - Bewusste und gesunde Ernährung spielt für viele eine immer größere Rolle. Doch gerade bei verarbeiteten Produkten fällt es oft schwer, einzuschätzen, was wirklich gesund ist. Der Nutri-Score soll den Gang durch den Supermarkt erleichtern.

Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Julia Klöckner

Geboren

16. Dezember 1972 (Alter 47 Jahre), in Bad Kreuznach

Ehepartner

Ralph Grieser (verh. 2019)

Eltern

Aloys Klöckner, Doris Klöckner

Nutri-Score funktioniert wie eine Lebensmittel-Ampel im Supermarkt

Mit einem leicht verständlichen Ampel-System sollen dann Lebensmittel im Supermarkt gekennzeichnet werden. Der Nutri-Score bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch Bestandteile wie Ballaststoffe und bestimmte Proteine in die Gesamtbewertung ein.

Auf einer fünfstufigen Skala von "A" auf einem dunkelgrünen Feld bis zum roten "E" werden die Produkte dann von der besten bis ungünstigsten Bilanz bewertet. Die Idee ist allerdings nicht neu, der Einführung des Nutri-Scores wird bereits seit längerer Zeit diskutiert, wie Chip berichtet. Das Label soll die EU-weit verpflichtende Nährwerttabelle auf der Vorderseite des Produktes ergänzen.

Julia Klöckner hat sich auf den Nutri-Score im Supermarkt festgelegt

Der Nutri-Score stammt ursprünglich aus Frankreich und soll nun auch deutschen Verbrauchern den Einkauf erleichtern. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte sich nach langer Diskussion im vergangenen Herbst auf die Einführung des Ampel-Labels festgelegt.

Allerdings ist die Verwendungen des Nutri-Scores für Hersteller und Supermärkte, etwa für ihre Eigenmarken, bisher nur freiwillig. Einer verpflichtenden Kennzeichnung steht noch das EU-Recht entgegen, wie Topagrar berichtet. Einige Hersteller benutzen das Label aber bereits (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de).

Julia Klöckner (CDU) setzt sich für eine Einführung des Nutri-Scores in deutschen Supermärkten ein. 

Nutri-Score: Diese Marken im Supermarkt benutzen die Lebensmittel-Ampel bereits

Vorreiter bei der Einführung in Deutschland sind vor allem internationale Lebensmittelkonzerne. So tragen bei Danone mittlerweile mehr als 95% der Produkte den Nutri-Score. Die Bewertungen reichten hier vom besten "A" bis zum eher schlechten "D" für Schokopuddings mit Sahne. Das Unternehmen möchte in diesem Jahr auch seine restlichen Produkte entsprechend kennzeichnen.

Beim Nahrungsmittelriesen Nestlé tragen immerhin inzwischen 99 Produkte von Tiefkühlpizzen bis zu Suppen das Label, auch Oetker kennzeichnet gefrorene Pizzen mit dem Nutri-Score. Aber auch Supermärkte ziehen mit ihren Eigenmarken nach. Zuletzt hatte Kaufland angekündigt, die Lebensmittel-Ampel auf die Verpackungen seiner Bio-Marken sowie vegetarischen Produkten anzubringen.

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Verbraucher-Organisation fordern verpflichte Einführung von Nutri-Score im Supermarkt

Deutschlands größter Supermarkt und Lebensmittelhändler Edeka wollte sich "aus Wettbewerbsgründen" nicht zu konkreten Planungen äußern. Zunächst müssten die rechtlichen Rahmenbedingungen definiert werden, betonte das Unternehmen gegenüber Chip. Auch Penny und Rewe versehen bisher nur ihre Bio-Produkte mit dem Nutri-Score.

Gleichzeitig machen Verbraucher-Organisationen wie Foodwatch oder die Verbraucherzentrale Druck. Denn nicht alle Hersteller wollen den Nutri-Score freiwillig nutzen.

Auch Lebensmittelhersteller fordern Pflicht zum Nutri-Score im Supermarkt

"Doch nur wenn die Ampel auf allen Produkten zu sehen ist, können Verbraucherinnen und Verbraucher auch immer die gesündere Wahl treffen", so Foodwatch-Expertin Luise Molling. Klöckner müsse daher die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um sich für einen verpflichtenden Nutri-Score in Europa stark zu machen.

Im Mai forderten außerdem 40 Vertreter aus Verbraucherschutz und Lebensmittelherstellung die Einführung des Nutri-Scores. In einem Brief an die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides fordern Vertreter des Verbraucherverbandes, aber auch Handelsgrößen wie Nestlé, Lidl, Kaufland und die Rewe Group, einen verpflichtenden Nutri-Score für alle EU-Mitgliedsländer.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa