„Gehören nicht auf Teller“

Bundesamt für Strahlenschutz warnt in Weihnachtszeit vor Nüssen

Nüsse stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe – auch Paranüsse. Doch zu viele davon sind ungesund. Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt jetzt davor.

Berlin – Paranüsse fallen in jeder Nussmischung schon durch ihre Halbmondform auf. Die große Paranuss liefert Vitamine, Mineralstoffe (Kalzium, Magnesium, Phosphor) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie, viel pflanzliches Eiweiß. Dazu steckt in einer Paranuss viel Selen. Selen ist ein wichtiges Spurenelement für die Zellerneuerung und das Immunsystem. Schon eine Nuss deckt den Tagesbedarf an Selen ab, teilt beispielsweise die Verbraucherzentrale Bayern mit, wie Merkur.de berichtet.

Paranüsse sind von Natur aus radioaktiv – Bundesamt für Strahlenschutz warnt

Trotz der vielen gesunden Inhaltsstoffe warnt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) jetzt vor Paranüssen. „Der Advent beginnt – und Apfel, Nuss & Mandelkern gehören einfach dazu. Paranüsse sind aber eher nichts für den bunten Teller“, schreibt das BfS auf Twitter. Doch auch Walnüsse können giftig sein.

Paranüsse enthalten deutlich mehr radioaktive Stoffe als andere Lebensmittel, erklärt das BfS. Deswegen sollte man nicht zu viele davon essen, so die oberste Strahlenschutzbehörde in Deutschland. Ihr Radiumgehalt ist um das Tausendfache höher als der anderer Lebensmittel. Grundsätzlich enthalten alle Nahrungsmittel natürliche Radionuklide. Paranüsse nehmen eine „Sonderstellung unter den Lebensmitteln ein“, so das BfS (mehr Warnungen bei RUHR24 lesen).

Die Nüsse seien von Natur aus radioaktiv. „Sie können rund 1000-fach höhere Radiumgehalte aufweisen als der Durchschnitt aller in Deutschland mit Radium belasteten Lebensmittel“, erklärt Susanne Moritz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.

Wie viele Paranüsse darf man am Tag essen?

Maximal zwei Paranüsse pro Tag sind aus Sicht des Bundesamtes für Strahlenschutz unbedenklich. Das BfS hat nachgerechnet: Der Verzehr von 2 Paranüssen pro Tag (etwa 8 Gramm) erhöhe bei Erwachsenen rechnerisch die Aufnahme bei herkömmlicher Ernährung natürliche Radionuklide um etwa die Hälfte.

Nicht alle Nüsse sind unbedenklich.

„Bei einer Strahlenbelastung in dieser Höhe muss niemand mit negativen gesundheitlichen Folgen rechnen“, ist auf der BfS-Webseite zu lesen. Wer jedoch regelmäßig Paranüsse isst, um seinen Selen-Status zu verbessern, solle auf Nahrungsergänzungsmittel ohne zusätzliche Strahlenbelastung zurückgreifen.

Wer in der Adventszeit vor Weihnachten weiter unbeschwert Nüsse knabbern möchte, kann ja mal heimischen Nusssorten wie Haselnüsse oder Walnüsse knacken.

Rubriklistenbild: © OZMedia/Imago

Mehr zum Thema