Bundesamt mit Appell

Giftige Nüsse erkennen – bei welchem Anzeichen man sofort ausspucken sollte!

Nüsse verschiedene Sorten mit Warnung
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Achtung beim Verzehr von Nüssen. Sie können giftige Stoffe enthalten..

Das Bundesamt für Verbraucherschutz warnt: Vorsicht beim Verzehr von Nüssen – einige enthalten gefährliches Pilzgift. Wie man betroffene Ware erkennt.

Dortmund – Gerade jetzt in der Adventszeit sind Nüsse eine beliebte Knabberei. Neben Christstollen, Lebkuchen (zum Rezept) oder Glühwein gehören sie für viele zu Weihnachten einfach dazu. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist beim Verzehr von Nüssen allerdings Vorsicht geboten.

Behörde Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Gründung 2002
Hauptsitz Braunschweig, Niedersachsen
Behördenleitung Friedel Cramer, Präsident
Dachorganisation Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft

Nüsse: Schimmelpilze kommen häufig vor – Pilzgifte durch falsche Lagerung und bei hohen Temperaturen

Bei Kontrollen wurden in einigen Produkten Schimmelpilze und deren Gifte entdeckt. Das „Tückische“ sei dabei, dass man Pilzgifte (Mykotoxine) in Nüssen weder erkennen noch riechen kann.

Nüsse werden oft von den Schimmelpilzarten Aspergillus flavus und Aspergillus ochraceus befallen. Der Schimmel kann beispielsweise durch falsche Lagerung entstehen – oder wenn die Nüsse nicht richtig getrocknet werden. 

Denn Schimmelpilze wachsen besonders gut bei höheren Temperaturen, schlechter Belüftung oder hoher Luftfeuchtigkeit. Das Bundesamt für Verbraucherschutz hat außerdem festgestellt, dass gemahlene Produkte scheinbar anfälliger sind als ganze Nüsse. Schimmelpilze können bei allen Nüssen vorkommen, insbesondere aber bei:

  • Pistazien
  • Walnüssen
  • Mandeln
  • Haselnüssen
  • Erdnüssen
  • Paranüssen

Der Schimmelbefall ist dabei nicht gleich auch gesundheitsschädlich. Gefährlich wird er dann, wenn sich durch den Schimmel die Pilzgifte bilden.

Pilzgifte in Nüssen – Gesundheitsgefahr für Verbraucher

Bei den in Nüssen vorkommenden Giften unterscheidet man zwischen Aflatoxin und Ochratoxin A. Auch das Bundeszentrum für Ernährung warnt vor einer Gefahr durch diese Toxine.

Denn sie sind nicht nur giftig, sondern auch krebserregend. Übermäßiger Verzehr kann darüber hinaus zu Durchfall und Erbrechen führen. Das Bundesamt für Risikobewertung listet diese Folgen einer akuten Mykotoxine-Vergiftung auf:

  • Leber- und Nierenschäden
  • Haut- und Schleimhautschäden
  • Angriff auf das zentrale Nervensystem
  • Beeinträchtigung des Immunsystems
  • Erbrechen, Durchfälle

Gift in Nüssen – besteht bei Verzehr akute Gefahr?

Laut Bundeszentrum für Ernährung wird man aber nicht sofort krank, wenn man „einmal eine falsche Nuss erwischt hat“. Eine wiederholte Aufnahme über eine längere Zeit kann nach dem Bundesamt für Risikobewertung aber Krebs begünstigen oder Erbgut schädigend wirken. Alle möglichen Folgen seien dabei abhängig von der Aufnahmemenge sowie der Konstitution der Betroffenen, berichtet auch 24vita.de.*

Mykotoxine sind für Verbraucher auch deshalb gefährlich, weil sie hitzestabil sind. Durch hohe Temperaturen (wie beim Kochen oder Backen) können sie also nicht zerstört werden.

Video: Der Weg der Erdnuss

Befallene Nüsse – Grenzwerte von Pilzgiften werden EU-weit kontrolliert

Wegen der möglichen Folgen durch Pilzgifte gibt es europaweit Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Diese werden durch Kontrollen stichprobenartig überwacht. Bei eben diesen Kontrollen sind laut Bundesamt einige Produkte belastet gewesen.

So seien bereits über das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) im Jahr 2019 insgesamt 48 Meldungen über befallene Nüsse eingegangen. Von diesen konnten 86 Prozent an der Grenze zurückgewiesen werden und sind nicht auf den EU-Markt gelangt.

Bei Proben seien trotzdem noch einzelne Produkte mit Aflatoxin belastet gewesen. Am häufigsten waren dabei Nüsse aus der Türkei und Ägypten betroffen.

Gefahr durch Pilzgift – woran man verdorbene Nüsse erkennt

Mit bloßem Auge kann man nicht feststellen, ob sich bereits ein Pilzgift gebildet hat. Dieses befindet ich oft versteckt im Inneren.

Grundsätzlich sollte man dennoch nur unauffällige Nüsse essen, denn oftmals geht die Gefahr von verfaulten Nüssen aus. Dabei gilt: Je heller die Nuss innen ist, desto frischer ist sie auch. Ist eine Nuss verfärbt, sollte sie entsorgt werden.

Von sichtbarem Schimmel befallene Ware sollte natürlich ebenfalls nicht gegessen werden. Aber auch keine Nüsse, die mit einer schimmeligen Nuss in der gleichen Tüte/Packung lagen, denn Schimmel ist ansteckend!

Ranzige Nüsse, bei denen der Fettanteil verdorben ist, erkennt man am muffigen Geruch oder Geschmack. In diesem Fall rät das Zentrum für Ernährung: „Nicht schlucken, sondern spucken!“ *24vita.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks