Wegen des Ukraine-Kriegs

Nudeln werden teurer – Verbraucher können den Preisanstieg noch stoppen

Der Krieg in der Ukraine und schlechte Ernten beeinflussen das Geschäft der Nudelhersteller, Supermärkte und Discounter. Auf diese Folgen müssen sich Verbraucher einstellen.

NRW – Ob Spaghetti, Tagliatelle oder Rigatoni – Pastafans müssen jetzt ganz stark sein. Aufgrund des Krieges in der Ukraine und schlechten Ernten kommt es zu Preiserhöhungen von Nudeln, wie Hersteller und der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) mitteilen. Das sind die Gründe, weshalb Kunden in Supermärkten und Discountern wie Aldi, Lidl und Edeka in Zukunft tiefer in die Tasche greifen müssen.

ArtHartweizen
Familie Süßgräser (Poaceae)
GattungWeizen (Tritcum)

Preiserhöhungen bei Nudeln: Ukraine-Krieg macht Teigwaren-Industrie zu schaffen

Sie halten lange, sind schnell in verschiedensten Variationen gekocht und schmecken den meisten Verbrauchern auch sehr gut. Nudeln gehören längst zum Essalltag der Deutschen. Die deutschlandweiten Preiserhöhungen bei Nudeln von Aldi, Lidl und Edeka sorgen laut echo24* nicht nur bei Nudelfans, sondern auch bei Herstellern und dem VGMS für Sorgenfalten.

Denn sowohl bei der Energieversorgung und Rohstoffbeschaffung als auch bei der Verpackung und Logistik müssen Hersteller mehr bezahlen. Der Krieg in der Ukraine verschärfe die wegen der Corona-Pandemie ohnehin schon angespannte Lage zusätzlich, erklärte Peter Haarbeck, Geschäftsführer des VGMS, der Deutschen Presseagentur (DPA). Deshalb müssten die Preise für Lebensmittel wie Speiseöl und Nudeln von Aldi, Lidl und Edeka nochmals angezogen werden.

Nudel-Preise steigen: Versorgung mit Hartweizen stellt Teigwarenhersteller vor Probleme

Vor allem die Kosten für Transport, Rohwaren und die Materialien, die für die Verpackungen gebraucht werden, explodieren. Eine Sprecherin des schwäbischen Spätzle- und Maultaschenproduzenten Bürger erklärte laut dem Verbraucherportal chip.de, dass die Preiserhöhung bei Nudeln „unumgänglich“ sei, schließlich müsse der Konzern schon jetzt höhere Preise für seine Rohstoffe bezahlen. Mit seinen Handelspartnern verhandle das Unternehmen aus Ditzingen momentan die Preise.

Hartweizen, der für die Herstellung von Nudeln aller Art gebraucht und nach Deutschland importiert wird, ist momentan sehr gefragt. Wenngleich sowohl Russland als auch die Ukraine keine Big-Player im Hartweizen-Handel sind, sorgt der Krieg in der Ukraine für eine Verunsicherung auf den Rohstoffmärkten des Welthandels und eine große Nachfrage. Die Preiserhöhungen für den gefragten Hartweizen kommt daher nicht überraschend.

Der Preis für Nudeln steigt an - die Zahl der Hamsterkäufe auch.

Nudel-Preisexplosion auch wegen schlechter Ernten und Hamsterkäufen

Bereits im vergangenen Jahr war der Preis für Nudeln um das doppelte, teilweise sogar um das Dreifache des Ursprungspreises angestiegen. Die zahlreichen Unwetter und die hohen Niederschlagsmengen im Sommer hatten dem witterungsempfindlichen Hartweizen zugesetzt. Laut Infranken.de kommt hinzu, dass die Ernte in Kanada, dem wichtigsten Exporteur von Hartweizen, wegen des heißen Sommers im vergangenen Jahr sehr schlecht ausgefallen sei.

Als Reaktion haben zahlreiche Verbraucherinnen und Verbraucher nicht erst seit gestern mit Hamsterkäufen angefangen. Nudeln von Aldi, Lidl und Edeka werden momentan wieder en masse gekauft und Notreserven in der heimischen Vorratskammer angelegt. So bestimmt auch die extrem hohe Nachfrage die Preisentwicklung.

Preiserhöhungen: Hamsterkäufe im Einzelhandel sorgen für Nudel-Knappheit im Regal

Damit reihen sich die begehrten Nudelprodukte von Aldi, Lidl und Edeka in die Reihe derjenigen Artikel ein, die von Verbrauchern in Krisenzeiten im Übermaß in den Einkaufswagen gezerrt werden. Nach Klopapier, Mehl oder zuletzt vor allem Sonnenblumenöl sind es nun auch Nudeln, die in vielen Regalen fehlen.

Sowohl Hersteller als auch der Einzelhandel kommen so an ihre Grenzen. Ohne Hamsterkäufe könnte die Versorgung mit Nudeln trotz aller Widrigkeiten weiterhin sichergestellt werden, ist sich Haarbeck vom VGMS sicher. Wie hoch sich der Preis für Teigwaren am Ende einpendeln wird, konnte er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. *echo24 ist wie RUHR24 ein Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

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