Rückstände entdeckt

Öko-Test untersucht Nudeln: Auf eine Sorte vom Discounter lieber verzichten

Nudeln mag wahrscheinlich jeder. Aber welche Sorte ist die Beste? Öko-Test hat das untersucht.

Dortmund – Egal ob üppig mit Gemüse, mit Tomatensoße und Bolognese oder sogar in süßer Variante mit Zucker: Nudeln gehen eigentlich immer. Aber welche aus dem Supermarkt oder Discounter* sind wirklich empfehlenswert? Öko-Test hat Pasta jetzt unter die Lupe genommen, wie RUHR24* berichtet.

VerbrauchermagazinÖko-Test
HauptsitzFrankfurt am Main
ChefredakteurHans Oppermann

Nudeln bei Öko-Test: Spritzgift und Mineralöl in Fusilli gefunden

In dem Test wurden mehrere Sorten Fusilli von hochpreisiger Feinkost bis hin zu Discounter-Ware miteinander verglichen. Fusilli sind in Deutschland sehr beliebt: Dank ihrer Spiralform können Sauce und Gemüse-Stückchen gut an den Nudeln halten. Hierzulande wird diese Pasta-Form auch „Spirelli“ genannt.

Eigentlich ist die Zutatenliste von Fusilli-Nudeln sehr überschaubar: Lediglich Hartweizengrieß und Wasser sind nötig, um die leckere Pasta herzustellen. Hingegen nichts darin zu suchen haben laut Öko-Test* das Spritzgift Glyphosat und Mineralölbestandteile. Trotzdem wurden beide Stoffe in einigen der getesteten Nudeln gefunden. Die gute Nachricht: Viele Fusilli sind laut Öko-Test empfehlenswert.

Weniger Pestizide in Fusilli als in Spaghetti: Öko-Test sieht Entwicklung bei Nudeln

Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat Glyphosat bereits 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Dagegen hält die europäische Chemikalienagentur (ECHA): Sie bestätigt bei Glyphosat keinen Krebsverdacht. Die von Öko-Test festgestellten Gehalte des Spritzgiftes sind in den Fusilli sehr gering. Empfohlen wird dennoch ein Produkt ganz ohne Rückstände.

Wie die Tester des Verbrauchermagazins beobachten, hat sich beim Einsatz von Glyphosat schon einiges verbessert: Als Öko-Test 2021 Spaghetti untersucht hat*, wurde das Gift noch in dreimal so vielen Produkten nachgewiesen. Zwei Hersteller haben sogar erklärt, dass sie seit dem Spaghetti-Test versuchen, die Gehalte an Pestiziden weiter zu reduzieren (mehr Testberichte* bei RUHR24 lesen).

Mineralöl in Fusilli: Öko-Test warnt vor unbekannten Folgen

Öko-Test bemängelt aber weiterhin Verunreinigungen mit Mineralöl in den Fusilli, genauer gesagt Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOSH-Analoge). Die Gehalte in den Nudeln liegen zwischen „leicht erhöht“ und „erhöht“.

MOSH sammeln sich im menschlichen Körper an. Allerdings ist nicht klar, welche gesundheitlichen Folgen das haben kann. Die Belastung von Lebensmitteln sollte daher gering gehalten werden. Im Pesto hat Stiftung-Warentest ebenfalls Mineralöl bemängelt*.

Das Positive an dem Fusilli-Test: Ganze 16 von 20 untersuchten Sorten haben mit der Note „sehr gut“ abgeschnitten. Von Discounter-Produkten bis hin zu beliebten Bio-Marken ist alles dabei. Unter den Verlierern sind aber ausgerechnet verbreitete Eigenmarken-Artikel.

Viele Fusilli schneiden bei Öko-Test „sehr gut“ ab – das sind die Verlierer

Diese Nudeln gehören bei Öko-Test zu den Verlierern:

  • Cucina Nobile Fusilli (Eigenmarke von Aldi Süd), Note: befriedigend
  • Gut & Günstig Fusilli (Edeka), Note: ausreichend
  • Mondo Italiano Fusilli (Eigenmarke von Netto Marken-Discount), Note: ausreichend
  • Das gesamte Testergebnis gibt es bei Öko-Test zum Nachlesen (Bezahlartikel)
Die Verlierer im großen Nudel-Test von Öko-Test.

Bei allen Produkten wird vor allem der Glyphosat-Fund bemängelt. Während der Gehalt bei den Fusilli von Cucina Nobile bei „leicht erhöht“ liegt, ist er bei Gut & Günstig sowie Mondo Italiano „erhöht“. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa; Collage: RUHR24

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