Positive Wirkung auf die Darmflora

Nudeln essen: Mit einem einfachen Trick können Kalorien eingespart werden

Kalorien sparen und sich gleichzeitig den Bauch voll mit Nudeln, Kartoffeln und Reis schlagen? Das geht! Ein Trick macht die Lebensmittel gesünder.

Dortmund – Hemmungslos Nudeln schlemmen und gleichzeitig ein paar Kilos verlieren wollen – passt nicht zusammen? Doch! Denn mit diesem Lifehack haben Nudeln, Kartoffeln und Reis nicht nur weniger Kalorien, sondern haben noch andere positive Auswirkungen auf den Körper.

LebensmittelNudeln
Basisgemahlenes Getreide
Mögliche ZutatenWeizen, Wasser, evtl. Ei und Salz

Nudeln essen und trotzdem Kalorien sparen: Einfacher Trick funktioniert auch bei Kartoffeln und Reis

Nudeln mit Sauce oder auch überbacken als Auflauf – einfach köstlich! Aber das Lebensmittel gilt zusammen mit Reis als kalorienreich und wird oft gemieden, wenn es ums Abnehmen geht. Doch das muss nicht sein. Denn ist die Pasta erst einmal abgekühlt, bringt sie eine Reihe Vorteile mit sich.

Unglaublich aber war: Abgekühlte Nudeln, Kartoffeln (die ohnehin wenig Kalorien haben) und auch erkalteter Reis haben weniger Kalorien als frisch zubereitet. Denn lässt man diese Lebensmittel abkühlen, verändert sich ihre Struktur. Aus der normalen Stärke wird durch den Prozess resistente Stärke – sie kann vom Körper kaum verarbeitet werden.

Kalorien bei Nudeln, Kartoffeln und Reis sparen: Abkühl-Trick hat weitere Vorteile

Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erklärt gegenüber Focus Online: „Beim Erkalten stärkehaltiger Lebensmittel entsteht als Abbauprodukt resistente Stärke. Diese wirkt sich positiv auf die Darmflora aus, reguliert den Blutzuckerspiegel und kann sogar beim Abnehmen helfen.“ Somit hat das Abkühlen der gekochten Nudeln oder der Kartoffeln den zusätzlich positiven Effekt, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr nicht sofort in die Höhe schießt, es wird weniger Insulin freigesetzt und verhindert Heißhungerattacken.

Weiterer Pluspunkt: Die resistente Stärke macht länger satt, wirkt sich laut Fit for Fun positiv auf den Cholesterinspiegel aus und der Körper gewinnt weniger Kalorien aus der kohlenhydratreichen Mahlzeit. Das ist besonders gut, wenn man das Ziel verfolgt, Gewicht zu verlieren. Wie viele Kalorien tatsächlich eingespart werden können, ist aktuell noch nicht klar. Antje Gahl berichtet von ersten Studien, die ergeben hätten, dass zwischen zehn und zwanzig Prozent an Kalorien eingespart werden könnten.

Nudeln wieder aufwärmen hat ungeahnten Effekt auf den Körper

Wer allerdings keine Lust hat für immer kalte Nudeln, Kartoffeln und Reis zu essen, muss nicht verzweifeln. Denn der verblüffende Effekt des Abkühlens verstärkt sich sogar noch, wenn das Lebensmittel anschließend wieder erwärmt wird.

Zu dieser erstaunlichen Erkenntnis ist die BBC im Rahmen eines Versuchs gekommen. Dabei haben Testpersonen an verschiedenen Tagen frisch gekochte, über Nacht erkaltete Nudeln und welche, die wieder aufgewärmt wurden, gegessen. Das Ergebnis: Die anschließend gemessenen Blutzuckerwerte stiegen bei den kalten Nudeln, die erneut aufgewärmt wurden, wesentlich weniger stark an als bei kalter oder gar frisch gekochter Pasta.

Nudeln kochen und abkühlen lassen: Alle Vorteile von Ballaststoffen – ohne die Ernährung zu verändern

Die BBC kommt zu dem Schluss, dass kalte Nudeln und auch solche, die wieder aufgewärmt wurden, alle Vorteile von Ballaststoffen mit sich bringen, ohne dass man seine Ernährung ändern müsse. Da sich resistente Stärke ähnlich verhält wie Ballaststoffe, gelange sie laut Focus Online zudem unverdaut in den Dickdarm und wird durch aktive Bakterien abgebaut. Das solle zudem die Darmflora stärken.

Aber wie nutzt man den Effekt am besten? Wann sind die Nudeln kalt genug? Es wird auf verschiedenen Verbraucherportalen dazu geraten, die Pasta – oder auch die Kartoffeln oder den Reis – über Nacht abkühlen zu lassen. So haben es auch die Tester in dem BBC-Versuch gemacht. Dabei ist es wichtig, die Lebensmittel im Kühlschrank zu lagern. Sonst können sich möglicherweise Krankheitserreger bilden. Es bietet sich an, die Nudeln nach dem Kochen kalt abzuschrecken.

Nudeln sind Dickmacher? Fehlanzeige! Mit einem Trick lassen sich Kalorien sparen.

Nudeln vorkochen: Meal Prepping bringt viele Vorteile mit sich

Wer sich die positiven Effekte zunutze machen möchte, kann also voll und ganz aufs Vorkochen, oder auch Meal Prepping genannt, setzen. Dabei wird eine größere Portion einer Mahlzeit zubereitet und über mehrere Tage gegessen. Praktisch, lecker und anscheinend auch noch gesünder als gedacht. Anschließend kann sogar das Nudelwasser weiterverwendet werden.

Wichtig: Kalte Nudeln haben zwar weniger Kalorien und bringen weitere Vorteile mit sich, allerdings ersetzen sie keine vollwertige und ausgewogene Ernährung. Neben Nudeln sollten idealerweise auch immer Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte auf dem Speiseplan stehen.

Rubriklistenbild: © Marshi/Imago

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