Lästige Brummer

Junikäfer schwärmen abends durch NRW: Gefährliche Plage oder harmlose Insekten?

Junikäfer bei der Paarung
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Die Junikäfer sind von Juni bis August in einem Schwarm unterwegs. Nach der Paarung stirbt das Männchen.

Es brummt und dann kommt gleich ein ganzer Schwarm. Die Junikäfer lassen sich derzeit zu Hunderten finden. Doch was genau sind die Käfer eigentlich?

NRW – Einen gemütlichen Abend auf dem Balkon oder im Garten verbringen ist vor allem an einem lauen Sommertag sehr beliebt. Doch die wohlverdiente Ruhe könnte derzeit von einem großen, brummenden Insekt gestört werden – dem sogenannten Junikäfer.

TrivialnameJunikäfer
Richtiger NameGerippter Brachkäfer
Wissenschaftlicher NameAmphimallon solstitiale
FamilieBlatthornkäfer (Scarabaeidae)

Junikäfer im Garten: Fliegende Käfer sind neu in den Großstädten

Junikäfer machen sich vor allem in der Dämmerung auf den Weg. Allerdings nicht alleine, sondern in einem Schwarm von meist Hunderten Exemplaren. Interessant ist dabei zu beobachten: Die Junikäfer fliegen scheinbar unkontrolliert umher, daher stammt auch die Bezeichnung „Torkelkäfer“. Vor allem in Großstädten gibt es die Käfer erst seit Kurzem – und sie verwirren die Menschen zusehends (alle Service-Artikel bei RUHR24).

Dabei erinnert das Aussehen der Junikäfer an einen bekannten Verwandten – den Maikäfer, der im Jahr 2020 eine regelrechte Plage war. Beide Käfer gehören zur Familie der Blatthornkäfer und sind die häufigsten der sogenannten „Gerippten Brachkäfer“. Insgesamt acht Arten der Junikäfer konnten bereits in Deutschland nachgewiesen werden.

Junikäfer in der Dämmerung: Große Käfer sind für den Menschen ungefährlich

Der Schwarm an Junikäfern orientiert sich beim Fliegen am Horizont. Besonders beliebt sind hohe Gebäude oder Gegenstände, um eine kurze Pause einzulegen. „Hoch“ ist dabei jedoch nur relativ. Schnell kann es passieren, dass die vielen Junikäfer den Kopf eines Menschen ansteuern. Auch Autos, Fenster oder Tische können beliebte Rastorte sein.

Doch Angst braucht man vor den Junikäfern nicht zu haben, denn beißen oder stechen, wie beispielsweise die Stechmücke, können die Insekten nicht. Doch es drohen andere Konsequenzen – vor allem, wenn man ländlich wohnt. Denn die Larven der Junikäfer leben in der Erde und können Wildschweine in den Garten locken, die sie als besonders schmackhaft empfinden.

Larven der Junikäfer werden in der Erde abgelegt – und können Wildschweine anlocken

Bis die Käfer ausgewachsen sind, dauert es dann ungefähr zwei Jahre – je nach Erde und Temperatur. Während die neugeborenen Käfer in der Erde leben, knabbern die Larven die Graswurzeln im Boden an. Größere Rasenflächen können im schlimmsten Fall absterben. Aber auch die hungrigen Wildschweine können erhebliche Verwüstungen im Garten hinterlassen.

Auch wenn der Name etwas anderes sagt, können Junikäfer auch noch bis in den August in ihrem Schwarm umherfliegen. Die erwachsenen Käfer leben zwischen drei und vier Wochen lang. Die wichtigste Aufgabe der Käfer: Sich paaren und die Eier im Boden abzulegen, bevor sie das zeitliche segnen.

Video: 33 Jahre nach Tschernobyl: Deutsche Wildschweine noch hoch belastet

Junikäfer und seine Larven: Befall an Pflanzen und Blättern richtig erkennen

Die Junikäfer ernähren sich am liebsten von Blättern. Wer einen Befall von erwachsenen Käfern fürchtet, wird dies deutlich an Fressschäden erkennen können. Erkennt man auf den ersten Blick keine angeknabberten Blätter, kann ein Befall auch an anderen Teilen der Pflanze erkennbar sein, berichtet t-online.

Wirkt die Pflanze kraftlos und lässt die Blätter oder Äste hängen, könnte dies auch auf den Junikäfer hindeuten. Auch die Erde sollte untersucht werden – es kann sein, dass sich dort Larven befinden. Wenn es tagsüber heiß ist, warten die Junikäfer in Hecken oder Gebüschen auf die Dämmerung, in der sie bevorzugt losfliegen.

Gegen Junikäfer: Kleine Würmer töten die Larven der Käfer

Damit der Junikäfer nicht zur Plage im einheimischen Garten wird, sollten die Larven mit Nematoden bekämpft werden. Das sind kleine Fadenwürmer, die mit Gießwasser „aktiviert“ werden. Diese dringen in die Larven ein und lassen sie absterben. Der natürliche Feind der ausgewachsenen Junikäfer sind hingegen Fledermäuse und Vögel.

Die Paarung bedeutet auch der Tod für die Junikäfer. Die Männchen sterben bereits direkt danach, die Weibchen wenige Tage später.

Im Juli werden die Junikäfer nach und nach weniger. Die Männchen sterben direkt nach der Befruchtung, die Weibchen kurz nachdem sie die Eier in der Erde abgelegt haben. Somit hat man nur wenige Wochen mit den kleinen brummenden Käfern zu kämpfen.