Schuhe und Klamotten

Nike startet irre Rabatt-Aktion – Ware wird aus kuriosem Grund verramscht

Bis zu 50 Prozent Rabatt: Der Sportartikel-Hersteller Nike verkauft seine Schuhe und Kleidung derzeit teilweise zum Spottpreis. Dahinter steckt ein bizarrer Grund.

Deutschland – Nike gehört zu den führenden Sportartikel-Herstellern der Welt – manche Artikel gelten gar als wertvolle Raritäten und werden nicht selten als Wertanlagen gehandelt. Umso überraschender, dass der Sportartikel-Gigant jetzt manche Produkte zum Spottpreis verscherbelt. Grund dafür ist jedoch nicht nur der klassische „Sommerschlussverkauf“.

Sportartikel-KonzernNike
Gründung25. Januar 1964, Eugene, Oregon, Vereinigte Staaten
CEOJohn Donahoe (seit Jan. 2020)

Bis zu 50 Prozent Rabatt: Nike verramscht seine Ware aus kuriosem Grund

Pünktlich zum Jahreszeitenwechsel geht es los: Der traditionelle Schlussverkauf lockt Jahr für Jahr zahlreiche Kunden auf der Jagd nach einem Schnapper in die Geschäfte und Online-Shops. Auch bei Nike ist derzeit auf der offiziellen Homepage von einer großen Rabatt-Aktion, bei der Schuhe und Kleidung bis zu 50 Prozent reduziert sind, zu lesen. Der Grund dafür könnte jedoch nicht nur am Saisonwechsel liegen.

Wie die ARD berichtet, hat sich Nike bei der Bestellung seiner Ware offenbar deutlich überschätzt: In den Lagerräumen des Sportartikel-Riesen soll sich die Ware „türmen“, die Regale seien „rappelvoll“. Der Grund dafür könnte nicht kurioser klingen: Die großen Mengen in den Lagern von Nike sollen nicht etwa von Kalkulations-Fehlern oder ähnlichem herrühren. Sie sollen lediglich der Angst vor Lieferengpässen aus Asien geschuldet sein.

Nike begeht Fehler: Volle Regale und hoher Rabatt, weil Lieferengpässe ausbleiben

Demnach habe man laut eines Berichts der ARD 2022 vor Schulbeginn so viel Ware aufstocken wollen, um möglichen Lieferengpässen im Herbst und Winter vorzubeugen. Das Problem: Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als die Corona-Pandemie den internationalen Handel deutlich erschwerte, funktioniert in diesem Jahr – bis jetzt – alles einwandfrei. Und Nike bleibt auf der zu viel bestellten Ware sitzen – mit Folgen.

Nike verkauft derzeit viele Artikel zum günstigen Spottpreis.

Bis Ende August sollen die Lagerbestände bei Nike um 44 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar angestiegen sein, in Nordamerika sogar um fast zwei Drittel. Das musste Nike am Donnerstag (29. September) selbst zähneknirschend nach Börsenschluss verkünden (mehr Verbraucher-News auf RUHR24 lesen).

Große Rabatt-Aktion bei Nike: Günstige Preise sind Katastrophe für US-Konzern

Die unumgänglichen Preisnachlässe sind für den US-Konzern eine Katastrophe: Schon jetzt würden Investoren bei der Nike-Aktie an der Börse „scharenweise Reißaus“ nehmen, schreibt die ARD. Dem Konzern droht jetzt sogar der größte Kurssturz seit März 2020. Zudem drückten die Rabattaktionen sowie die gestiegenen Logistikkosten und der starke Dollar auf die Marge.

Immerhin: Der Konkurrenz dürfte es ähnlich gehen. Auch Adidas und Under Armour sollen laut des Berichts aus Angst vor Lieferengpässen „zu viel“ eingekauft haben. Doch wer profitiert? Natürlich die Kunden, für die die großen Rabattaktionen in Zeiten von Inflation und Energie-Krise sicher wie Musik in den Ohren klingen dürften.

Lange dürfte die „Rabatt-Krise“ bei Nike aber wohl nicht dauern: „Dank des starken Markennamens und der geplanten Einsparungen könne längerfristig aber wieder mit höheren Margen gerechnet werden“, so Analyst David Swartz vom Research-Haus Morningstar.

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