Neuerungen in 2020

Neuerungen ab Januar 2020: Das ändert sich in Deutschland

Anfang 2020 treten in Deutschland neue Gesetze in Kraft. Wir verraten euch, worauf ihr euch ab Januar einstellen müsst.

  • Anfang des neuen Jahres treten einige Gesetzesänderungen in Kraft.
  • Verbraucher können sich 2020 über einen höheren Mindestlohn und gesunkene Steuern freuen.
  • Die Kassenbon-Pflicht sorgt jedoch für Unmut bei Händlern.

Im neuen Jahr treten einige Gesetzesänderungen in Kraft. Während sich Händler über die Kassenbon-Pflicht ärgern, bekommen Arbeitnehmer in Deutschland einen höheren Mindestlohn. Außerdem dürfen Frauen auf günstigere Hygieneprodukte hoffen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Neuerungen 2020: Kassenbon-Pflicht für Händler 

Ab dem 1. Januar muss für jeden Kauf ein Kassenbon gedruckt werden - ob die Kunden ihn mitnehmen oder nicht. Das soll laut dem Gesetzgeber Manipulationen bei den elektronischen Kassen vorbeugen.

Händler laufen hingegen Sturm gegen die Neuerung, Kunden schütteln den Kopf. Ein Bäcker aus dem Münsterland hatte mit einem Facebook-Post zur Bon-Pflicht für viel Aufsehen gesorgt. Händler auf Wochenmärkten können sich jedoch befreien lassen.

Eine halbwegs gute Nachricht zu den Bons gibt es jedoch: Das Thermopapier mit dem schädlichen Bisphenol A (BPA) wird dagegen aus dem Verkehr gezogen. Es gilt wegen seiner "schädlichen Wirkung auf das Hormonsystem als besonders besorgniserregender Stoff für Mensch und Umweltorganismen", berichtet die Verbraucherzentrale

Ab dem 2. Januar dürfen Händler deshalb nur noch BPA-freie Bonrollen nutzen. Ob als Ersatz dafür andere Bisphenole zum Einsatz kommen, sei unklar. Wie auch immer: Der Anteil dieser Spezialpapiere am Papierverbrauch liegt bei nur rund 5 Prozent.

Januar 2020: Höherer Mindestlohn - auch für Minijobber

Mehr Geld ist immer gut. Das hat sich auch der Gesetzgeber gedacht und den Mindestlohn leicht erhöht. Er steigt ab 1. Januar von derzeit 9,19 Euro auf 9,35 Euro in der Stunde.

Er gilt mit wenigen Ausnahmen (etwa Langzeitarbeitslose und Praktikanten) für alle volljährigen Arbeitnehmer in Deutschland. Und damit auch für Minijobber. Keine Angst, liebe Minijobber: Die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat wird mit der Erhöhung nicht gerissen.

Beispiel: Bislang habt ihr für 48 Arbeitsstunden im Monat insgesamt 441,12 Euro verdient. Nach der Anpassung liegt ihr bei 448,80 Euro. Ihr bekommt also quasi einen Stundenlohn geschenkt und müsst trotzdem noch keine Sozialversicherungsbeiträge leisten.

Neuerung: Weniger Steuern auf Tampons und Bahnfahrten

Es wird schon lange gefordert und jetzt endlich Realität: Frauen müssen auf bestimmte Hygieneprodukte weniger Mehrwertsteuer zahlen. Dazu gehören etwa Tampons und Binden.

Statt bislang 19 Prozent werden ab 2020 nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Was gut klingt, muss aber nicht auch gut sein. Denn ob der Vorteil auch bei den Kundinnen ankommt, ist laut Verbraucherzentrale NRW unklar. Sie fordert, dass die Händler die Einsparungen auch an die Kunden weitergeben.

Auch für Bahntickets sinken die Steuern: Am 1. Januar wird auch hier die Mehrwertsteuer angepasst. Grund ist das Klimapaket der Bundesregierung. Während der Umstellung konnten vorübergehend keine Tickets gekauft werden.

Soldaten fahren kostenlos mit der Bahn - mit Einschränkungen

Soldaten der Bundeswehr fahren ab 2020 kostenlos mit der Deutschen Bahn. Sie können über ein spezielles Portal ihre Verbindung im Nah- und Fernverkehr wählen und ein kostenloses Ticket lösen. Dabei müssen sie jedoch einiges beachten:

  • kostenlose Fahrt nur in Uniform
  • nur in der 2. Klasse und mit Truppenausweis
  • 1. Klasse und Sitzplatzreservierung müssen privat bezahlt werden

Verrechnet wird der Service der Bahn über eine Pauschale, die die Bundeswehr zahlt. Die Höhe soll regelmäßig angepasst werden.

2020: Motorradfahren mit Auto-Führerschein

Wer einen Führerschein fürs Auto hat, darf bald auch Motorrad fahren. Das hat der Bundesrat kurz vor Weihnachten beschlossen. Damit dürfte die Regelung bereits 2020 greifen.

Künftig sollen Autofahrer also auch leichte Motorräder fahren dürfen, ohne dafür einen eigenen Führerschein machen zu müssen. Die Krafträder der Klasse A1 haben maximal 125 Kubikmeter Hubraum und 15 PS.

Nötig für die Erlaubnis sind:

  • Mindestalter von 25 Jahren
  • Führerschein Klasse B seit fünf Jahren
  • Eine Schulung (9 Einheiten)
Kosten soll die Erweiterung rund 500 Euro. Das Verkehrsministerium erhofft sich davon, die Mobilität im ländlichen Raum sowie die Elektromobilität zu verbessern. Experten warnen jedoch vor den Gefahren für ungeübte Motorradfahrer.

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