Produkt kommt aus NRW

Rückruf: Discounter warnt vor schadhaften FFP2-Masken

Dummy trägt eine FFP2-Maske
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Eine Firma aus NRW ruft unzureichend filternde FFP2-Masken zurück.

Immer wieder wird bei FFP2-Masken eine unzureichende Filterleistung festgestellt. In der Corona-Pandemie ist das gefährlich. Ein Discounter startet jetzt einen Rückruf.

Maxhütte-Haidhof – Die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken zum Schutz vor dem Coronavirus in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln hat viele Firmen auf den Plan gerufen. Sie wollen einen Reibach mit dem Verkauf der Schutzausrüstung machen. Doch immer wieder taucht mangelhafte Ware auf dem Markt auf. Der Discounter Netto ist jetzt von einem Rückruf betroffen.

DiscounterNetto
HauptsitzMaxhütte-Haidhof (Bayern)
Gründung1928 in Regensburg
Mitarbeiterzahl75.000

Rückruf bei Netto: FFP2-Masken aus NRW filtern nicht ausreichend – Warnung bei EU-System Rapex

Konkret geht es bei dem zurückgerufenen Produkt um KN95/FFP2-Masken der Firma Brüder Mannesmann aus Remscheid, die in Zehnerpackungen angeboten wurden. Der Hersteller ist die chinesische Firma Fujian Yongtai Sanlian Garment CO., LTD. Von dem Netto-Rückruf ist der Produkttyp M40210 mit der LOT-Nummer 2020/03 betroffen. Die FFP2-Masken wurden zudem bei verschiedenen Einzelhändlern und Baumärkten in ganz Deutschland verkauft.

Bei einzelnen Masken sei es zu Auffälligkeiten bei der Durchlässigkeit der Filter gekommen. Eine entsprechende Warnung ist auch bei Rapex, dem Schnellwarnsystem der EU für Verbraucherschutz, eingegangen. Die Filterleistung hätte in Tests nur bei 83 Prozent gelegen. Eine FFP2-Maske muss mindestens 94 Prozent aller Partikel filtern (alle Rückrufe und Warnungen auf RUHR24.de).

Folglich könne eine „übermäßige Menge“ an Partikeln oder Mikroorganismen durch die Maske strömen, wodurch sich ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko erhöht. Das Produkt entspreche nicht den Vorgaben für persönliche Schutzausrüstung und dem europäischen Standard EN 149, heißt es in der Rapex-Warnung.

Netto-Rückruf: Warnung vor FFP2-Maske – Discounter stoppt Verkauf umgehend

„Aus äußerster Vorsorge zum Schutz von Verbrauchern haben wir daher den Vertrieb vorsorglich unverzüglich einstweilig eingestellt“, heißt es in einer Mitteilung zu dem Rückruf auf der Internetseite des Discounters Netto. Alle Kunden werden überdies aufgefordert, die entsprechenden FFP2-Masken nicht mehr zu benutzen.

Aus der Mitteilung geht allerdings nicht hervor, ob Kunden die Masken in den Netto-Filialen gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben können. In der Regel ist das bei Rückrufen möglich. Die Vorlage eines Kassenbons ist für gewöhnlich nicht erforderlich.

Die Verpackung der von dem Netto-Rückruf betroffenen FFP2-Masken

Die LOT-Nummer finden Verbraucher auf der Rückseite der Verpackung der FFP2-Masken. Dort ist sie rechts unterhalb des Strichcodes angegeben. Weitere Verbraucherfragen beantwortet der Kundenservice der Brüder Mannesmann montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr unter 02191 47 14-0 oder per Mail unter info@br-mannesmann.de.

Rückruf von FFP2-Masken bei Netto reiht sich in weitere Masken-Rückrufe in Deutschland ein

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden immer wieder unzureichende Filterleistungen oder fehlerhafte Kennzeichnungen bei FFP2-Masken festgestellt. Im Dezember 2020 musste etwa die Drogeriekette Müller Corona-Masken zurückrufen. Grund dafür war der Nachweis von giftigen Stoffen.

Sobald ein hinreichender Verdacht besteht, dass Produkte – wie FFP2-Masken – die Gesundheit gefährden könnten, müssen Händler und Hersteller umgehend aktiv werden. Dazu gehört, die zuständige Behörde zu informieren. Diese kann bei einer entsprechenden Risikobewertung einen Rückruf anordnen. Üblicherweise kommen die Hersteller dem aber zuvor, um Haftungsrisiken zu vermeiden.

Video: Rückrufe in Deutschland – arbeiten die Hersteller wirklich so schlampig?

Von Rückrufen sind keineswegs nur Discounter wie Netto betroffen. Jüngst rief etwa das Landesamt für Gesundheit in Bayern FFP2- beziehungsweise KN95-Masken zurück, weil sie den Ansprüchen nicht genügten. Die Regierung hatte die Schutzmasken zuvor an Bedürftige verteilt.

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