Nicht öffnen!

Netflix warnt vor SMS: Fake gaukelt Konto-Sperrung vor und beklaut User

Aktuell kursiert eine SMS, die angeblich von Netflix stammen soll. Dahinter verbirgt sich eine gefährliche Masche. RUHR24 weiß, woran der Fake zu erkennen ist.

Dortmund – Netflix ist bei vielen Nutzerinnen und Nutzern ein fester Bestandteil der Abendgestaltung. Dann wäre es besonders ärgerlich, wenn der Account plötzlich nicht mehr funktioniert. Der Schock dürfte also groß sein, wenn eine SMS eintrudelt, die mit der Konto-Sperrung droht.

SMS von Netflix: Konto soll angeblich gesperrt werden

Aktuell grassiert eine SMS, die vorgibt, vom Streamingdienst Netflix zu sein. Gerade wenn das Popcorn für den Serienabend schon bereitsteht, könnte die Nachricht einen kleinen Schock auslösen: Das Konto soll gesperrt werden, weil eine Zahlung nicht abgebucht werden konnte. Nicht wenige dürften dabei auch Angst haben, mit dem sogenannten Account-Sharing aufgeflogen zu sein. Dieses wird 2023 teurer, wie wa.de berichtet.

Bei dieser SMS handelt es sich jedoch um sogenanntes Smishing – ein Kofferwort aus SMS und Phishing, also der kriminelle Versuch an private Daten und Kontoinformationen zu kommen. Die Nachrichten sind dabei nicht immer gleich und auch der Absender kann variieren, doch es gibt einige Hinweise, die die Betrüger enttarnen.

SMS angeblich von Netflix täuscht Kontosperrung vor: Link ist besonders auffällig

Die betrügerische SMS, die angeblich von Netflix stammen soll, kann laut Giga zum Beispiel so aussehen: NETFLIX: Ihr Abonnement läuft ab. Aktualisieren Sie ihr Abonnement vor dem 3.10.2022. Besuchen Sie uns bald auf: https://netfiix-at-hlife.com

Mimikama, ein Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch, berichtet von dieser grassierenden Nachricht: NETFLIX: Ihr Konto wurde aufgrund einer Zahlungsverweigerung gesperrt. Bitte bestätigen Sie Ihre Angaben, indem Sie hier klicken: https://nelflatt.com/

Auf angebliche Netflix-SMS hereingefallen: Jetzt sieht der Fake plötzlich täuschend echt aus

Bei beiden Nachrichten sollte vor allem der Link ins Auge fallen. Denn der beinhaltet schlicht nicht den Streamingdienst Netflix. Im ersten Fall ist „Netfiix“ zu lesen, im zweiten dann „Nelflatt“. Bereits hier sollten User mehr als misstrauisch sein.

Sind Empfängerinnen und Empfänger aber weniger aufmerksam und folgen dem Link, landen sie in beiden Fällen auf einer gefälschten Login-Seite. Diesmal ist der Fake besser gelungen und die Aufmachung sieht täuschend echt nach Netflix aus – bis auf die URL. Im Fall von Mimikama steht hier „kundepc.com“, das sollte das nächste Warnzeichen sein.

Netflix-Betrug: Kriminelle haben es auf Daten und Kreditkarteninformationen abgesehen

Geben User jetzt ihre Login-Daten ein, um das vermeintliche Problem bei der Zahlung zu beheben, geben sie die vollständige Kontrolle an die Cyberkriminellen ab. Doch es kann noch übler enden (mehr digitale News bei RUHR24).

Denn nachdem man sich scheinbar bei Netflix angemeldet hat, wird es richtig gefährlich. Nun behauptet die Netflix-Fake-Seite, dass es „Zahlungsschwierigkeiten“ geben soll. Werden diese nicht behoben, soll das Konto angeblich geschlossen werden.

Aktuell kursiert eine SMS, die angeblich von Netflix stammen soll.

SMS von angeblich Netflix: Wer hereinfällt, steht gleich vor mehreren Problemen

Jetzt werden persönliche Daten abgefragt: Geburtsdatum, Telefonnummer und Kreditkarteninformationen. Auffällig sei laut Giga, dass die Vorgabe beim Geburtsdatum JJ/MM/AAAA sei, das würde der französischen Form entsprechen. Das Format wird auch beim Ablaufdatum der Kreditkarte verlangt.

Es werden keine anderen Zahlungsmöglichkeiten angeboten – die Betrüger haben es ausschließlich auf die Kreditkarteninformationen abgesehen. Fallen User auf diese Fake-SMS herein, haben die Kriminellen gleich mehrere sensible Daten. Sie haben nun vollen Zugriff auf die Netflix-Zugangsdaten und zudem persönliche Informationen sowie die Kreditkartendaten.

Auf Fake-SMS hereingefallen – jetzt müssen Netflix-User schnell handeln

Solche Nachrichten in unterschiedlichen Variationen verbreiten sich immer wieder. Und immer soll es Probleme mit der Zahlung geben und es droht die Sperrung des Netflix-Kontos. Diese Fake-SMS führen dazu, dass man seinen Zugang zum Streamingdienst verliert, dass die eigenen Daten verkauft werden, dass man mit Spamnachrichten und Werbeanrufen überflutet wird und im schlimmsten Fall zum Missbrauch der Kreditkarte.

Was also tun, wenn man in die Falle getappt ist? Priorität hat die Kreditkarte, sie sollte so schnell wie möglich gesperrt werden. Mastercard und Visa kann über die Hotline 116 116 gesperrt werden.

Netflix warnt vor SMS-Betrug: User sollten schnell ihre Passwörter ändern

Als Nächstes sollten User versuchen, sich in ihr Netflix-Konto einzuloggen. Ist das noch möglich, muss sofort das Passwort geändert werden. Sollten Nutzerinnen und Nutzer die E-Mail-Passwort-Kombination auch für andere Konten nutzen, sollte auch dort das Passwort geändert werden. Ist der Login nicht mehr möglich, müssen sich Nutzerinnen und Nutzer an den Kundendienst wenden.

Netflix selbst kennt die Problematik mit den Betrügern und warnt im Hilfe-Center: Haben Sie eine E-Mail oder Textnachricht (SMS) erhalten, in der Sie aufgefordert werden, die E-Mail-Adresse, die Telefonnummer, das Passwort oder die Zahlungsart für Ihr Netflix-Konto anzugeben? Wenn ja, stammte diese wahrscheinlich nicht von uns.

Sind User auf den Netflix-Betrug hereingefallen, müssen sie schnell handeln.

Netflix bittet User um Mithilfe: Fake-SMS weiterleiten und dann löschen

Netflix betont, dass der Streamingdienst niemals darum bitten wird, personenbezogene Daten in eine SMS oder E-Mail einzugeben. Zahlungen werden niemals über Drittanbieter oder eine Website angefordert.

Zudem warnt Netflix: „Wenn die SMS oder die E-Mail einen Link zu einer URL enthält, die Sie nicht erkennen, tippen oder klicken Sie nicht darauf. Wenn Sie dies bereits getan haben, geben Sie auf der Website, die aufgerufen wurde, keine Informationen ein.“

Zudem bittet Netflix um die aktive Mithilfe der User. Sollte man eine solche Nachricht empfangen haben, solle man sie an phishing@netflix.com weiterleiten. Anschließend kann die Nachricht gelöscht werden.

Rubriklistenbild: © imageBROKER/christophe vandercam/Imago

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