Start in Deutschland

Konkurrenz für Netflix: Was der neue Streaming-Dienst "Sooner" zu bieten hat

Mit "Sooner" startet in Deutschland ein neuer Streaming-Dienst. Die Betreiber wollen Amazon und Netflix Konkurrenz machen. Klappt das?

  • In Deutschland startet ab sofort ein neuer Streaming-Dienst mit dem Namen "Sooner".
  • Die Betreiber wollen ein Gegengewicht zu Netflix etablieren.
  • Das Angebot des Streaming-Dienstes ist jedoch überraschend.

Dortmund -  Der Streaming-Markt wird diese Tage um einen Anbieter reicher: "Sooner". Ein deutsch-französisches Unternehmen hat die Plattform Ende Juli an den Start gebracht. Und man hat Großes damit vor: Etwa das "Gegengewicht zu Netflix" werden. Ob das klappt? Mit dem angebotenen Film- und Serienangebot könnte das zumindest schwierig werden.

Streaming-Dienst

Netflix

Gründung

29. August 1997

Umsatz

20,16 Milliarden USD (2019)

CEO

Reed Hastings

Streaming-Dienst Netflix hat während der Corona-Krise viele neue User gewonnen

Streaming-Platzhirsch Netflix hat während der Corona-Pandemie rund zehn Millionen neue Zuschauer dazu gewonnen und gehört damit zu den großen Gewinnern der Krise. Kein Wunder: Das Medienunternehmen aus Kalifornien hat während der am stärksten betroffenen Lockout-Monate April und Mai laufend neue Serien und Filme rausgebracht. 

Zwar fehlten dabei des Öfteren die deutschen Audiospuren - Netflix verwies dabei auf die Sicherheit der Synchronsprecher - doch wirklich gestört hat das die Zuschauer anscheinend nicht. Bis Ende Juni 2020 wurden bei dem Streaming-Dienst seit Unternehmensgründung mehr als 190 Millionen Abonnements abgeschlossen. Ein Rekord.

Der Ansturm auf das Streaming-Angebot war zwischenzeitlich so groß, dass Netflix die Bildqualität drosseln musste, weil sonst das Netz komplett zusammengebrochen wäre. Der Erfolg von Netflix ist unverkennbar. Braucht es also noch einen Streaming-Dienst? Immerhin startete Ende März auch "Disney Plus", das laut eigenen Aussagen bereits im April 2020 rund 50 Millionen Nutzer hatte.

Streaming-Dienst "Sooner: Europäische Alternative und Konkurrenz für Netflix, Disney Plus & Co.

Die neue Streaming-Plattform "Sooner", die in Deutschland ab sofort verfügbar ist, versteht sich als europäische Antwort auf die amerikanischen Konzerne. "Wir wollen mit unserem Angebot den interessierten Usern eine Alternative zu den etablierten Streaming-Diensten bieten", sagt Andreas Wildfang, Geschäftsführer der Sooner-Betreibergesellschaft ContentScope.

Doch wie soll das funktionieren? Nach Ansicht von Wildfang ganz einfach: "Wir gehen weiter als andere Anbieter. Wir zeigen Unterhaltung jenseits von Stereotypen und engagieren uns für Inhalte, die jeden Aspekt unserer Gesellschaft repräsentieren. Sooner richtet sich mit seinem Programm an diejenigen, die anspruchsvolle Filme und Serien lieben."

Streaming-Dienst "Sooner": Konkurrenz für Netflix wird schwierig

Konkret bedeutet dies, dass "Sooner" alles andere als Mainstream ist. Man wolle "preisgekrönte Filme und Serien sowie Kurzfilme und Dokumentationen aus der Arthouse- und Independentszene" zeigen, die bisher nur auf Film- und Serienfestivals gezeigt wurden. 

Nach echten Blockbustern klingt das Angebot von "Sooner" also nicht. Auch Eigenproduktionen wie sie bei Netflix der Fall sind (zum Beispiel Stranger Things oder 13 Reasons Why) sind dort nicht zu erwarten. Wie Sooner also ein echtes "Gegengewicht" für Netflix werden möchte, bleibt fraglich. 

Stranger Things gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Eigenproduktionen von Netflix. 

Streaming-Dienst "Sooner": Abo ist günstiger als bei Netflix und kann von mehreren Personen genutzt werden

Interessierte Nutzer können Sooner derzeit für zwei Wochen lang testen. Erst danach ist eine monatliche Gebühr von 7.95 Euro fällig. Wer sich direkt für ein Jahres-Abonnement entscheidet, zahlt auf einen Schlag 60 Euro, also fünf Euro pro Monat. 

Anders als bei Netflix gibt es bei Sooner keine verschiedenen Abos, die nach Qualität und Nutzern gestaffelt sind. Stattdessen können das reguläre Abo für 7.99 Euro auf Anhieb mehrere Personen nutzen. Damit ist Sooner insgesamt deutlich günstiger als Netflix. Aber eben auch längst nicht so umfangreich. 

Streaming-Dienst "Sooner": Europäische Serien und Filme gibt es auch bei Netflix, Amazon Prime und Maxdome

Zu den angebotenen Genres von Sooner zählen unter anderem:

  • Crime
  • Animation
  • Horror
  • Icons & Media Art
  • Shorts
  • Queer
  • Komödie
  • Musik, Tanz, Theater
  • u. v. m.

Übrigens: Wer europäische Filme und Serien sucht, wird auch bei Netflix, Amazon Prime und Maxdome fündig. Seit Ende 2018 gilt für Fernseh-Sender und Streaming-Anbieter die sogenannte "EU-Quote", wodurch 30 Prozent der Inhalte europäischen Ursprungs sein müssen.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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