Geld sparen beim Streaming

Netflix: Konto teilen verboten – der Streamingdienst zieht Konsequenzen

Weltweit hat die Streaming-Plattform Netflix mehr als 200 Millionen Nutzer. Doch die Dunkelziffer dürfte wegen des Konto-Sharings viel höher sein.

Deutschland – Laut einer Erhebung des US-amerikanischen Tech- und Verbraucher-Portals Comparitech gab es im vergangenen Jahr mehr als sieben Millionen zahlende Netflix-Nutzer in Deutschland. Die Betonung liegt hierbei auf „zahlende Nutzer“, denn nicht jede Person, die Netflix guckt, zahlt auch dafür. Die Rede ist vom sogenannten „Konto-Sharing“, gegen das der Streamingdienst nun vorgehen will.

UnternehmenNetflix
Gründung29. August 1997, Scotts Valley, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Umsatz25 Milliarden USD (2020)

Netflix: Konto-Sharing mit mehreren Haushalten ist offiziell verboten

Offiziell ist das Teilen eines Accounts laut der AGB von Netflix schon immer verboten gewesen. Konkret heißt es in den Nutzungsbedingungen der Streaming-Plattform, dass Netflix „nicht mit Personen geteilt werden darf, die nicht im gleichen Haushalt leben“. Bedeutet: Familien, Beziehungspartner und WGs dürfen teilen, Freunde aus unterschiedlichen Wohnungen aber nicht.

Und dennoch ist das Konto-Sharing bei Netflix eine weit verbreitete und beliebte Methode, um Geld zu sparen. Kein Wunder: Die Plattform hat erst zu Beginn des Jahres 2021 seine Preise angehoben. Das Premium-Abo mit besonders guter Bildqualität, das man mit mehreren Personen im eigenen Haushalt gucken darf, kostet nun 17,99 Euro statt der ursprünglichen 15,99 Euro.

Der Preis des Basis-Abos blieb zwar unverändert bei 7,99 Euro pro Monat, aber es ist damit immer noch teurer als ein geteiltes Premium-Abo. Teilen sich vier Personen das teuerste Netflix-Abo, dann zahlt jeder knapp 4,50 Euro – und obendrauf gibt es die beste verfügbare Bildqualität „4K“.

Konto-Sharing bei Netflix: Streamingdienst will nun gegen Nutzer vorgehen

Obwohl das Konto-Sharing von Netflix offiziell verboten ist und sich der Streamingdienst der Vorgehensweise vieler seiner Nutzer bewusst ist, ging das Unternehmen bisher nicht dagegen vor. Doch das könnte sich nun ändern. In den Vereinigten Staaten testet das Unternehmen laut Berichten von n-tv derzeit eine neue Funktion, die das Teilen eines Accounts verhindern soll. Angesetzt wird dabei an der Wurzel des Problems: der Weitergabe von Passwörtern.

Mehrere amerikanische Nutzer, die offenbar die Netflix-Accounts ihrer Freunde mitbenutzt hatten, berichten bei Twitter über Mitteilungen des Unternehmens, in denen ihnen der Zugang zur Plattform verwehrt wurde und sie aufgefordert wurden, einen Sicherheitscode einzugeben (mehr digitale News auf RUHR24.de).

Netflix: Identitätsprüfung durch Code-Abfrage soll das Konto-Sharing unmöglich machen

Solche Codes dienen dazu, die Identität der eingeloggten Person zu überprüfen. Unternehmen wie PayPal oder Facebook nutzen diese Funktion schon länger. Im Regelfall wird der Code per SMS an den Inhaber des Kontos geschickt und dieser muss den Code anschließend auf der Website eingeben. Erst danach hat man vollen Zugriff auf das Konto.

Nutzer der Bezahl-Plattform PayPal müssen regelmäßig ihre Identität via Codes bestätigen.

Diese Vorgehensweise nahm sich Netflix offenbar zum Vorbild und verschickte die Sicherheitscodes per Mail oder SMS an die Besitzer der Accounts. Offenbar wollte der Streamingdienst damit testen, ob sich Account-Besitzer und seine Mitnutzer in einem Haushalt befinden.

Nach dem fehlerhaften Einloggen wurden die Mitnutzer aufgefordert, ein eigenes Abo abzuschließen, um das Film- und Serienangebot des Streamingdienstes weiter nutzen zu können. Netflix habe ihm ein kostenloses Test-Angebot für 30 Tage vorgeschlagen, schrieb einer der betroffenen Twitter-Nutzer.

Konto-Sharing bleibt bei Netflix Deutschland vorerst erlaubt - keine Codes für Nutzer

„Dieser Test soll sicherstellen, dass Personen, die Netflix-Konten verwenden, dazu berechtigt sind“, sagte ein Netflix-Sprecher am Freitag (12. März). Deutschland sei aktuell nicht von der neuen Funktion betroffen.

Account-Inhaber und Mitnutzer müssten sich deshalb keine Sorgen machen, dass das Konto-Sharing bald nicht mehr möglich sein könnte. Laut Netflix probiere das Unternehmen oft Funktionen aus, von denen nicht alle in sämtlichen Ländern umgesetzt werden.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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