Gefährlicher Trend

Nahrungsergänzung gefährlich oder sinnvoll? Verbraucherschutz warnt

Jeder Zweite in Deutschland nimmt Nahrungsergänzungsmittel. Jetzt schlagen Verbraucherschützer Alarm und warnen vor den Tabletten.

Dortmund – Magnesium gegen Muskelkrämpfe und Schlafstörungen, Vitamin C für mehr Energie oder Zink für ein besseres Hautbild und gesündere Haare: Die Versprechungen bei Nahrungsergänzungsmitteln sind grenzenlos. Sie sollen für mehr Schönheit und Gesundheit sorgen. Verbraucherschützer schlagen nun Alarm. Nahrungsergänzung kann sogar gefährlich werden und der Gesundheit schaden. Nahrungsergänzung war auch schon öfter von Rückrufen betroffen.

GasEthylenoxid
FormelC2H4O
Siedepunkt10,7 °C

Nahrungsergänzungsmittel: Warnung vor Gesundheitsschäden

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes ergab, dass fast jeder Zweite in Deutschland zu Nahrungsergänzungsmitteln greift. Nahezu die Hälfte der Befragten (49 Prozent) gab an, im vergangenen halben Jahr Vitamin- oder Mineralstoff-Präparate gekauft zu haben.

Als Begründung gaben die Befragten an, dass sie aufgrund der Inhaltsstoffe und den damit verbundenen Gesundheitsversprechen zu den Nahrungsergänzungsmitteln greifen würden. Doch die Verbraucherzentrale sieht den Umgang mit den Präparaten kritisch, vor allem Werbeaussagen für solche Produkte.

Nahrungsergänzung wirklich gesund? Verbraucherzentrale fordert mehr Aufklärung

So fordert die Verbraucherzentrale die Bundesregierung dazu auf, Verbraucher und Verbraucherinnern stärker vor eventuellen Risiken zu schützen, die Nahrungsergänzung mit sich bringen können. Der Markt müsse strenger reguliert werden, um Irreführung und gesundheitliche Probleme zu vermeiden, berichtet auch wa.de*.

„Glaubt man den Werbeaussagen mancher Anbieter, können Nahrungsergänzungsmittel wahre Wunder bewirken“, bemängelt die Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale, Christiane Seidel. Als Beispiel nennt sie Begriffe wie „Superfood“ oder das Versprechen auf „Schönheit von Innen“.

Nicht jede Nahrungsergänzung ist unbedenklich.

Laut Seidel könnten so manche Präparate allerdings ernsthafte gesundheitliche Probleme wie Herz- oder andere Organschäden verursachen. Auch Muskelschwäche gehöre zu den möglichen Risiken (mehr Warnungen und Rückrufe bei RUHR24 lesen).

Nahrungsergänzung kann gefährliche Inhaltsstoffe enthalten

Denn in Nahrungsergänzungsmitteln können auch einige Substanzen stecken, die krank machen. Die Verbraucherzentrale warnen etwa vor dem krebserregenden Pflanzenschutzmittel Ethylenoxid, das in Deutschland auch häufig Auslöser für Rückrufe ist.

Außerdem wurden Salmonellen in Nahrungsergänzung nachgewiesen sowie unzulässige Arzneisubstanzen oder zu hohe Dosierungen von vermeintlichen Wirkstoffen, wie etwa zu viel Curcumin und Piperin in Kurkuma-Produkten. Diese können sich leberschädigend auswirken. Soll man überhaupt noch zu Nahrungsergänzung greifen?

Verbraucherzentrale empfiehlt Nahrungsergänzung nur in bestimmten Fällen

Für bestimmte Risikogruppen sei es laut Verbraucherzentrale durchaus sinnvoll, zu Präparaten zu greifen. Als Beispiel führt sie Schwangere (Folsäure), älteren Menschen (Vitamin D) oder Veganer und Veganerinnen (Vitamin B12) an. Kinder benötigen hingegen selten Nahrungsergänzung. Grundsätzlich sei es vor allem wichtig, nicht zu viel zu nehmen.

Verbraucher und Verbraucherinnen sollten sich von Nahrungsergänzungsmitteln außerdem keine Vorbeugung oder direkte Linderung von Krankheiten versprechen. Stattdessen sollen die Mittel „Lücken füllen“, die beispielsweise fehlende Milchprodukte in der Ernährung hinterlassen können. Nahrungsergänzung kann auch kein Ersatz für eine gesunde Ernährung sein, weil sie immer nur Bausteine von Lebensmittel abdecken. Im besten Fall sollte man Rücksprache mit einem Arzt oder Ärztin halten. *wa.de ist wie RUHR24 Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung.

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