Vor dem Verzehr wird gewarnt

Müsli-Rückruf: Giftige Rückstände können die Gesundheit gefährden

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Ein Müsli-Hersteller warnt derzeit vor dem weiteren Verzehr von mehreren seiner Produkte. Diese beinhalten gefährliche Rückstände.

Ein Müsli-Hersteller ruft sein Produkt zurück und warnt vor dem weiteren Verzehr. Der Grund: Im Müsli wurden Rückstände gefunden, die auch als Desinfektionsmittel benutzt werden.

Dortmund – Desinfektionsmittel im Müsli – klingt schaurig und würde wohl niemand freiwillig essen. In einem Müsli wurden nun jedoch tatsächlich Rückstände entdeckt, die normalerweise zur Desinfektion benutzt werden. Der Hersteller des betroffenen Produkts warnt unbedingt vor dem weiteren Verzehr und ruft das Müsli – sowie zwei weitere seiner Produkte – zurück.

Großer Müsli-Rückruf in ganz Deutschland: Auch Sesamsaat betroffen

Bei den vom Rückruf betroffenen Produkten handelt es sich um ein Müsli und verschiedenes Saatgut mit Sesam des Herstellers Meienburg GmbH & Co. KG. Die Produkte wurden in ganz Deutschland in Supermärkten verkauft. Konkret vom Rückruf betroffen sind:

  • „Friesen-Müsli Seesucht“ (400 g, EAN 4009790008278) mit den Chargen / MHD: 1217 / 05.06.2021
  • „Sesamsaat natur“ (500 g & 1.000 g, EAN 4009790008902 & 4009790008919): 9732 / 21.09.2021, 9537 / 11.08.2021, 9157 / 02.06.2021, 8948 / 06.04.2021, 8934 / 01.04.2021, 8737 / 19.02.2021 und 8555 / 21.01.2021
  • „Sesamsaat geschält“ (400 g, EAN 4009790008933): 9198 / 08.06.2021

Müsli-Rückruf: Hersteller stellt giftige und krebserregende Rückstände fest

Das Problem am Friesen-Müsli und der Sesamsaat? Wie produktrueckrufe.de schreibt, habe der Hersteller Meienburg im Rahmen von Eigenuntersuchungen festgestellt, dass einige Produkte „einen erhöhten Gehalt an Rückständen von Ethylenoxid aufweisen“ (noch mehr Rückrufe und Warnungen gibt es auf RUHR24.de).

Die Chemikalie Ethylenoxid ist nicht nur giftig und krebserregend beim Einatmen, sondern wird unter anderem auch als Desinfektionsmittel zur Keimreduktion eingesetzt. Symptome einer Vergiftung mit Ethylenoxid sind laut produktwarnung.eu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit sowie Erbrechen.

Müsli-Hersteller warnt: Giftige Rückstände können im schlimmsten Fall zu Koma führen

Mit zunehmender Dosis kann es dann aber auch zu schwerwiegenderen gesundheitlichen Schäden Kommen: Nach der Aufnahme einer hohen Dosis von Ethylenoxid kann es zu Zuckungen, Krämpfen und sogar zum Koma kommen. Zusätzlich ist Ethylenoxid für die Haut und die Atemwege reizend.

Die Lunge könne sich noch Stunden nach dem Einatmen mit Flüssigkeit füllen und zu einem Lungenödem führen, berichtet produktwarnung.eu außerdem. Von einem weiteren Verzehr des Müslis oder der Sesamsaat sollte deshalb unbedingt abgesehen werden.

Großer Müsli-Rückruf: Rückstände werden eigentlich als Desinfektionsmittel benutzt

Wer eines der belasteten Produkte gekauft hat, kann es bei der Verkaufsstelle zurückbringen und bekommt den Produktpreis zurückerstattet – auch ohne Kassenbon. Für Rückfragen steht außerdem ein Team unter der Hotline 0 44 61 / 98 60 50 sowie unter der E-Mail-Adresse info@meienburg.de zur Verfügung.

Video: Desinfektionsmittel in Schlagsahne und Keime in Schweinehack

Abschließend versichert der Müsli-Hersteller jedoch: „Dieser Vorfall bezieht sich ausschließlich auf die oben genannten Produkte. Die Firma Meienburg nimmt Produktqualität sehr ernst.“

Erst vor wenigen Tagen hat auch ein Bio-Hersteller aus Bremen vor giftigen und krebserregenden Rückständen in seinem Müsli gewarnt. Auch in diesem Müsli der Firma Allos Hof-Manufaktur war Ethylenoxid nachgewiesen worden.

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