Kampf gegen Motten

Öko-Test testet Mottenschutz - darum fallen einige Mittel durch

Öko-Test zeigt: Mottenschutz ist nicht nur schädlich für die kleinen Tierchen
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Öko-Test zeigt: Mottenschutz ist nicht nur schädlich für die kleinen Tierchen

Mottenbefall kann nervig sein. Öko-Test hat nun Mottenschutz getestet und dabei sind nicht alle Mittel zu empfehlen.

  • Öko-Test hat 21 Mittel gegen Motten untersucht.
  • Im Fokus des Tests stand der Mottenschutz gegen Kleidermotten.
  • Die Ergebnisse zeigen, natürliche Mittel sind oft besser als die aus der Drogerie.

Frankfurt am Main - Manch einer, der seinen Lieblingspulli aus dem Kleiderschrank geholt hat, wurde mit einer unangenehmen Überraschung konfrontiert: Kleidermotten haben sich über den Wollpullover hergemacht und Löcher hinterlassen. Das ist ärgerlich. Klebestreifen, Duftbeutel oder Sprays verschiedener Hersteller sollen dagegen helfen. Öko-Test hat jetzt 21 der Mittel gegen Motten unter die Lupe genommen, wie Ruhr24.de* berichtet. 

Öko-Test nimmt Mittel gegen Motten ins Visier 

In Drogerien oder Supermärkten gibt es ein buntes Sortiment an Mitteln, die gegen die kleinen lästigen Tiere im Kleiderschrank helfen sollen. Sie wirken ganz unterschiedlich gegen die Motten - Hersteller verwenden Duftstoffe, andere Insektizide oder Sexuallockstoffe. Die 21 von Öko-Test untersuchten Mitteln gegen Kleidermotten unterschieden sich in folgenden Kategorien:

  • Sieben Klebefallen unter anderem von Aeroxon, Naturkraft, Nexa Lotte, Dm oder Rossmann.
  • Sechs Vergrämungsmittel: Das heißt sogenannte Repellentien von Dr. Reckhaus, Raid oder Nexa Lotte
  • Acht Produkte, die den Motten mit Insektiziden den Kampf ansagen. Hersteller waren hier: Aries, Dm und Rossmann.

Mittel gegen Motten: So wirkt der Mottenschutz

Die drei Arten der Mittel gegen die Kleidermotten funktionieren dabei auf ganz unterschiedliche Weise. Die Klebefallen locken in der Regel männliche Motten mit dem Sexuallockstoff Pheronom an. Vergrämungsmittel setzen hingegen auf natürliche Duftstoffe von Zeder, Zirbe oder Lavendel, um die Motten fernzuhalten. 

Bei den restlichen acht Produkten für den Mottenschutz kommt das Nervengift Transfluthrin, ein sogenanntes Insektizid, zum Einsatz. Öko- Test hat sich vor allem die Inhaltsstoffe der Mittel genauer angeschaut und überprüft, wie die Studienlage zu den Wirkstoffen ist und ob gesundheitliche Risiken für den Verbraucher bestehen. 

Mottenschutz enthält laut Öko-Test gesundheitsgefährdende Mittel

Und dabei wurde das Verbrauchermagazin auch fündig. Mittel gegen Motten, bei denen Insektizide zum Einsatz kommen, wurden von Öko-Test mit "mangelhaft" oder "ungenügend" bewertet. Der Grund: Die Stoffe können Menschen und Haustieren schaden.

Die acht, vonÖko-Test überprüften Mittel enthielten alle den Hauptwirkstoff Transfluthrin - ein synthetisches Insektengift. Das Problem: Transfluthrin kann das Nervensystem von Menschen schädigen. Die Symptome, die dabei auftreten können reichen von Kopfschmerzen über Augenreizungen bis hin zu Stimmungsschwankungen. Außerdem steht das Mittel im Verdacht, vermutlich krebserregend zu wirken.

Ähnliche Inhaltsstoffe fand Öko-Test außerdem in einem ganz anderen Produkt: Und zwar in Fitnessgeräten - und das ist alles andere als gesund und sportlich. Denn auch in diesem Test wurden viele der untersuchten Geräte mit "mangelhaft bewertet, weil sie im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. 

Mottenschutz mit Insektiziden: Acht Mittel fallen durch

Von den acht Insektizid-Mitteln wurden deshalb sieben mit "mangelhaft" bewertet. Darunter zum Beispiel das "Profissimo Mottenschutz-Papier" von Dm. Das "Rubin Mottenschutzsäckchen" von Konkurrent Rossmann fällt hingegen komplett durch den Test vonÖko-Test. 

Denn hier wirbt der Hersteller mit natürlichem Lavendelöl. Enthalten ist aber vielmehr das schädliche Transfluthrin. Deshalb gab es noch einen Punkt Abzug für die ungenaue Deklaration des Mittels gegen Motten

Natürliche Düfte gegen Kleidermotten sind die bessere Lösung

Wer gesundheitlich nun auf Nummer sicher gehen möchte, muss aber nicht verzweifeln. Im Kampf gegen die lästigen Kleidermotten schneiden die Mittel mit den Repellentien um einiges besser ab. Alle Mittel wurden hier mit "sehr gut" bewertet. Die Hersteller setzen durchweg auf ätherische Öle aus natürlichen Quellen wie Lavendel, Zeder, oder Zirbe. 

Die "Nexa Lotte Cedarholz-Ringe" von Evergreen Garden Care sind mit einem Preis von 2,95 Euro die günstigsten Repellentien. Aber auch hier gibt es einen Kritikpunkt. Zwar sollen die natürlichen Duftstoffe die Motten aus dem Kleiderschrank fernhalten, aber das wirkt nur zu 70 bis 80 Prozent, wie Öko-Test herausgefunden hat. Also auch nicht die allerbeste Lösung. 

Öko-Test: Das bringen Klebefallen im Kampf gegen Motten

Das Gleiche gilt für die Klebefallen: Sie schaden zwar nicht der Gesundheit, sind aber nur bedingt effektiv. Denn die Fallen arbeiten mit dem Sexuallockstoff Pheromon, der lockt allerdings nur die männlichen Kleidermotten an, nicht aber die weiblichen, wie Öko-Test, die erst kürzlich Waschmittel einem Test unterzogen hatten, berichtet

Die Fallen töten folglich nur die männlichen Tiere, was zumindest einen Paarungszyklus unterbrechen kann. Die weiblichen Motten bleiben so aber nicht dauerhaft dem Kleiderschrank fern und können weiterhin Löcher in den Lieblingspulli fressen. Außerdem helfen die Fallen nicht, wenn die Wolle bereits befallen ist. 

Video: So werdet ihr Lebensmittelmotten los

Nicht nur Kleidermotten sind eine äußerst nervige Angelegenheit, auch Lebensmittelmotten können einem wahrlich den Appetit verderben. Doch auch hier schaffen schon einfache Maßnahmen effiziente Abhilfe.

Und was tut man dann, wenn der Kleider- oder Vorratsschrank erst einmal von den Motten befallen ist? Wer auf effiziente Mittel setzen, aber nicht seiner Gesundheit schaden will, sollte es daher mit natürlichen Maßnahmen versuchen.

Motten mit natürlichen Mitteln bekämpfen

Generell ist zu sagen: Vorsorge ist die beste Medizin - auch gegen Motten. Denn es sind nicht die ausgewachsenen Motten, die Löcher in die Wolle fressen, sondern ihre Larven. Für ihr Wachstum benötigen die kleinen Motten das in Tierhaaren enthaltene Protein Keratin. Fündig werden die Larven in Textilien, die aus Wolle bestehen. 

Legt man sich zum Beispiel ein Lavendelsäckchen in den Kleiderschrank, kann das schon helfen, dass die weibliche Motte erst gar keine Lust hat, ihre Eier zwischen den geliebten Kleidungsstücken abzulegen. Laut Öko-Test sind diese Mittel gegen Motten außerdem besonders wirksam: Zirben, Zederholz, Neem oder Geraniol. Weniger hilfreich dagegen sind Eukalyptusblätter oder Pfeffer. 

Hilfreiche Tipps von Öko-Test zum Schutz vor Motten im Kleiderschrank

Wer keine Duftnuancen in seinem Kleiderschrank haben und sich dennoch gegen die Motten schützen will, kann auf folgende Tipps des Verbrauchermagazins Öko-Test zurückgreifen. Diese sind meist schon so hilfreich, dass niemand mehr auf die Mittel gegen Motten aus der Drogerie zurückgreifen muss:

  • Wollkleidung gut verpackt einlagern.
  • Wäsche nur gewaschen in den Schrank legen, denn Kleidermotten lieben Schweißrückstände.
  • Decken oder Teppiche regelmäßig ausklopfen, lüften und der Sonne aussetzen.
  • Motten bevorzugen die Wärme, weshalb die Lagerung der Kleidung an einem kühlen Ort schon hilfreich gegen die Tiere sein kann.
  • Fliegennetze an den Fenstern verhindert das Hereinkommen des lästigen Kleinviehs.
  • Möbel, in denen Kleidung aufbewahrt wird, mit Essigwasser auswischen und gut trockenen - das hilft vor allem nach einem Mottenbefall
  • Ähnliches bringt die Maßnahme, Wollsachen nach einem Befall für ein paar Tage ins Gefrierfach zu legen.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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